Sprinthoffnung

Lara Matheis: »Das bedeutet finanzielle Einbußen«

Sprinterin Lara Matheis fährt zur WM in London. Die Athletin der TSG Wieseck ist die einzige deutsche Top-Läuferin, die nebenbei noch einen Beruf hat. Dafür gibt es einen ganz bestimmten Grund.
17. Juli 2017, 12:00 Uhr
Sprinterin Lara Matheis spricht vor der WM London offen die Vereinbarkeit von Beruf und Leistungssport. (Foto: ras)

Seit den deutschen Hallenmeisterschaften 2015 stand Lara Matheis ohne Unterbrechung in den Sprintendläufen über 200 m. In diesem Jahr kam jedoch der Durchbruch in die deutsche Spitze mit Hallen-Silber in Leipzig. Es folgten die ersten Einsätze im Nationaltrikot bei in den 4x200 Metern auf den Bahamas und bei den Team-Europameisterschaften über 4x100 m, in denen die Sprinterin der TSG Wieseck sich auszeichnen konnte.

Nach den deutschen Titelkämpfen Anfang Juli in Erfurt, bei denen die 24-Jährige erstmals das 100 m Finale erreichte und über ihre Topstrecke 200 m Vierte wurde, nominierte sie der deutsche Leichtathletikverband für die Leichtathletik-WM in London (4. bis 13. August) als eine von sechs Athletinnen für die 4x100 m Staffel. Vor der Vorbereitung mit dem deutschen WM-Kader im Bundesleistungszentrum in Kienbaum ergab sich die Möglichkeit zu einem Gespräch.

Nach der anspruchsvollen bisherigen Saison gönnten Sie sich jetzt ein paar trainingsfreie Tage.

Lara Matheis: Wir haben mit Blick auf den frühen Termin der IAAF-World Relays auf den Bahamas und einer generellen Neuausrichtung das Trainingsprogramm umgestellt. Natürlich habe ich mich auch unter Erfolgsdruck gesetzt. Der erhöhte Zeitaufwand und die vielen neuen Eindrücke mussten erstmal verarbeitet werden.

Schon vor der DM spürten sie die Belastungen, sind aber trotzdem wie in den Vorjahren über die 100 m angetreten und verpassten am Folgetag mit neuer Bestleistung über die 200 m als Vierte ganz knapp einen Podestplatz. Waren die Läufe über 100 m gerechtfertigt?

Matheis: Ich wollte über die 100 m sehen, wo ich stehe. Der Blick auf London spielte dabei auch eine Rolle. Die 200 m waren dann aber ein guter Abschluss. Ich glaube, wenn ich vom Kopf her frei gewesen wäre, hätte ich beim Kampf um Platz drei gegenhalten können.

Als einzige Sprinterin der deutschen Spitze sind sie berufstätig. Wie lassen sich ihr Beruf als Sport- und Fitnesskauffrau in Watzenborn und Hochleistungssport miteinander vereinbaren?

Matheis: Zur Zeit arbeite ich 30 Stunden. Klar, durch die internationalen Einsätze ist es etwas stressiger geworden. Aber es läuft ja ganz gut und die Arbeit bei KörperKonzept macht mir viel Spaß. Es muss einmal gesagt werden, dass hinter dem Erfolg in verschiedenster Form eine ganze Reihe Menschen stehen, vor allem meine Eltern und Elmar Knappik als Trainer. Der Sport kann durch eine Verletzung ganz schnell ein Ende finden und bedeutet ohnehin finanzielle Einbußen. Eine weitere zeitliche Arbeitsreduzierung wäre nur durch einen Ausgleich wie durch Sponsoren denkbar. Aber darüber mache ich mir momentan keine Gedanken.

Was erwarten sie von London?

Matheis: Jetzt kommt erstmal das Trainingslager, aber ich sehe mich bezüglich WM eher als Ersatzläuferin, denn als sichere Kandidatin.

Schlagworte in diesem Artikel

  • 4x100 m
  • Deutsche Meisterschaften
  • Kurzstreckenläuferinnen
  • Leichtathletik
  • TSG Gießen-Wieseck
  • Rainer Schmidt
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.