Am Ring

Sidon genießt Rampenlicht

Andreas Sidon, Schwergewichtsboxer aus Lollar, hat den Kampfabend in der Wetzlar Rittal-Arena als Experte erlebt – und war begeistert.
19. Juni 2017, 06:00 Uhr
Experten unter sich: Andreas Sidon (rechts) verfolgt den Kampfabend mit Sportredakteur Daniel Seehuber. (Foto: Vogler)

Als Andreas Sidon am Samstagabend gegen 19 Uhr die Rittal-Arena betritt, leuchten seine Augen. »Ich freue mich sehr auf diesen Abend«, sagt der Schwergewichtsboxer aus Lollar, der erstmals seit rund fünf Jahren einen Kampfabend in der Zuschauerrolle verfolgen wird. »Ich rechne mit vielen engen Kämpfen«, sagt der 54-Jährige und schaut auf einen Zettel, der die Kampfpaarungen samt der Rekorde der Boxer aufführt. »Die sagen oft nicht so viel aus. Entscheidender ist, wie lange sich ein Gegner vorbereiten konnte«, erläutert Sidon, der in den nächsten Stunden viele Hände schütteln und viel Small-Talk halten wird. Denn der frühere Deutsche Meister im Schwergewicht ist in der Boxszene ein bekanntes Gesicht.

»Ich genieße das schon ein bisschen«, gibt Sidon grinsend zu. Als er den Innenraum der Halle betritt, trifft er auf Fernsehexperte Axel Schulz, der ihn herzlich drückt. Später fachsimpelt er am Ring mit den Managern Kalle und Wilfried Sauerland und verfolgt mit Fernsehkommentator Tobias Drews den Auftritt von Lokalmatador Emir Ahmatovic. »Der kann mal ein guter Weltmeister werden«, meint Sidon. Wenige Sekunden später hat der Cruisergewichtler seinen Kontrahenten auf die Bretter geschickt. »Das sah vielversprechend aus. Ahmatovic hat seinen Gegner früh mit harten Händen beeindruckt – das war genau richtig«, analysiert der 54-Jährige, der sich jedes Gefecht genau anschaut – und nach dem langen Boxabend (der Hauptkampf war erst weit nach Mitternacht zu Ende) begeistert resümiert: »Ich habe viele gute Kämpfe gesehen.« Bei Wirkungstreffern verzieht Sidon das Gesicht, beißt auf seine Zähne. Als ein Vorkämpfer nach einem schweren Leberhaken minutenlang liegen bleibt, erläutert der 54-Jährige: »Solche Treffer sind mit Abstand die schlimmsten. Man hat kaum noch die Chance, in den Kampf zurückzukommen.«

Im Hauptkampf zwischen Supermittelgewichtsweltmeister Tyron Zeuge und dem Briten Paul Smith bekommt Sidon derart vernichtende Schläge nicht zu sehen. Dafür sieht er lehrbuchhafte Kombinationen von Zeuge, glaubt aber zunächst an einen Sieg des Briten: »Smith teilt sich seine Kraft besser ein«, sagt Sidon nach der dritten Runde. Zwei Runden später wähnt der Lollarer den Titelverteidiger auf der Siegerstraße: »Smith ist nicht fit genug für einen Weltmeisterschaftskampf. Er muss als Herausforderer mehr machen«, sagt Sidon und schiebt nach: »Zeuge boxt wesentlich variabler und überlegter. « Als Smith in den letzten beiden Runden alles auf eine Karte setzt, bleibt Sidon gelassen. »Smith ist nicht explosiv genug und kann Zeuge daher nicht ausknocken.« Tatsächlich hinterlassen selbst klare Treffer des Briten wenig Wirkung beim jungen Deutschen, dessen Schnelligkeit Sidon beeindruckt. »Er pickst seinen Gegner immer wieder an und geht dann auf Distanz – das ist klasse.« Als die letzte Runde zu Ende ist, klatscht der 54-Jährige anerkennend und sagt: »Wenn Zeuge mehrere solcher Kämpfe macht, dann werde ich ein Fan von ihm.« Wenig später mischt sich Andreas Sidon im VIP-Bereich wieder unter das Volk und hält wieder Small-Talk. Nicht nur der umjubelte Weltmeister Tyron Zeuge war am Samstagabend eben ein gefragter Mann.

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