18 Ballverluste

Gießen 46ers ziehen in Ulm mit 63:72 den Kürzeren

Rückschlag für die Gießen 46ers im Kampf um die Playoffs in der Basketball-Bundesliga: Bei ratiopharm Ulm zeigten die Gießener am Sonntag eine couragierte Leistung, nahmen aber keine Punkte mit.
18. April 2017, 07:00 Uhr
Maurice Pluskota und seine Gießen 46ers können in Ulm nicht für eine Überraschung sorgen. Der Tabellenführer gewinnt mit 72:63. Gießen rutscht durch die Niederlage wieder aus den Playoff-Plätzen in der Basketball-Bundesliga heraus. (Fotos: Vogel)

Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Jungs«, diktierte Denis Wucherer den Journalisten nach der Partie in die Blöcke, und man glaubte es ihm: Mit viel Engagement hatten die Gießener sich über 40 Minuten gegen die favorisierten Ulmer gestemmt, was am Ende aber nichts nutzen sollte: Vor allem die 18 Ballverluste schmerzten, weil sie dem bereits für die Playoffs qualifizierten Team der Gastgeber immer wieder die Chance für leichte Punkte eröffneten. Die 46ers mussten sich dagegen ihre Punkte hart erkämpfen in einer Partie, die eher von Kampf und Einsatz in der Defensive geprägt war als von offensiven Highlights.

So gelang es den Ulmern, bis auf die gewohnt starken Dwayne Evans und Cameron Wells, die Gießener Offensivbemühungen erfolgreich einzuschränken: Von Justin Sears kam am Brett zu wenig, auch Skyler Bowlin und Joshiko Saibou können mehr Punkte liefern, als sie es am Sonntag taten – so war das Angriffsspiel der 46ers zu ausrechenbar, und konnte über die reine individuelle, offensive Qualität die Ulmer nicht bezwingen: Nicht einmal 40 Prozent Trefferquote aus dem Feld sind zu wenig, wusste auch Wucherer: »Gegen eine Mannschaft wie Ulm kannst du mit unserer Wurfquote von heute einfach nicht bestehen.« Über die gesamte Partie hinweg blieben die 46ers den Hausherren in der mit 6200 Fans ausverkauften Halle auf den Fersen, konnten andererseits aber auch nie in Führung gehen.

Mit der Niederlage fallen die Gießener vorerst wieder aus den Playoff-Plätzen heraus. Nun stehen noch drei harte Partien an: Zunächst am kommenden Wochenende bei den starken Bayreuthern, Tabellenvierter und auf der Mission, sich das Heimrecht für das Playoff-Viertelfinale zu sichern. Zum Saisonabschluss wartet in zwei Wochen ein Doppelspieltag: Zunächst die Heimpartie gegen die Telekom Baskets Bonn, die aus mehreren Gründen wohl ein besonders emotionales Spiel werden wird: Die Rückkehr der Publikumslieblinge Yorman Polas Bartolo und TJ DiLeo, dazu im schlechtesten Fall das letzte Heimspiel von Trainer Wucherer und der diesjährigen Mannschaft. Und nur drei Tage später, am 1. Mai, das Auswärtsspiel beim FC Bayern München – vielleicht der Saisonabschluss, vielleicht aber auch die letzte Chance, eine grandiose Saison zu krönen.

Dennoch »droht« das Szenario, dass es bereits im letzten Jahr gab: Eine Playoff-Teilnahme verpasst um Haaresbreite, eben eine grandiose Saison, der die Krönung verwehrt bleibt. Oldenburg hat neben den Spielen gegen Bonn und München noch den Aufsteiger aus Jena auf dem Spielplan, der zudem seinen Topscorer Marcos Knight nach Spanien verkauft hat. Allerdings finden alle Partien auswärts statt, wo die Niedersachsen bislang nur vier ihrer 13 Spiele für sich entscheiden konnten. Damit Gießen an ihnen wieder vorbeiziehen kann, müssen die 46ers mindestens einmal öfter gewinnen als die Oldenburger, die derzeit einen Sieg mehr als die Gießener haben. Und auch Ludwigsburg steht derzeit besser da als Cameron Wells und Co.: Die Schwaben haben den direkten Vergleich mit den 46ers gewonnen, treten noch gegen Tübingen, Ulm und in Berlin an – hier müssen sogar zwei Gießener Siege mehr her, als die MHP Riesen einfahren, um sie abzufangen.

Keine gänzlich unmöglichen Aufgaben allesamt, aber doch schwierige. Angesichts der Finanztabelle in der Liga ist die Saison der Gießener so oder so ein Erfolg, selbst, wenn es nicht für die Teilnahme am Viertelfinale reicht. Und so stehen die Fans der 46ers vor einer schwierigen Entscheidung: Dürfte man enttäuscht sein, wenn es zum zweiten Mal in Folge knapp nicht für die Playoff-Qualifikation reicht? Oder sollte man sich darüber freuen, dass die Mannschaft zum zweiten Mal in Folge weit über den Erwartungen performen konnte?

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