Lokalsport

Wettenberg mit Spaß und Leidenschaft zum Titel

Wenn die Handballerinnen der HSG Wettenberg etwas machen, dann machen sie es mit Spaß und Leidenschaft. Das gilt auf dem Parkett - aber auch bei der Titelparty, sagt Trainer "Turbo", Vater des Erfolgs.
11. April 2017, 17:39 Uhr
HSG Wettenberg, Meister der Handball-Landesliga und Aufsteiger in die Oberliga. An diesem Erfolg beteiligt sind (hintere Reihe, von links): Trainer Thomas Schäfer, Svenja Pohl, Barbara Schwab, Tamara Simon, Theresa Pohl, Sara Finger, Katharina Till, Toni Schuldt, Larissa Kraft, Janine Tafferner, Anna Schwab, Jasmin Stephan; vorne (von links): Tanja Tröller, Luisa Rückel, Anna Lena Habermehl, Rena Münch, Sandra Gebhardt. (Foto: Friedrich)

Zwei Tage nach dem Titelgewinn und dem Oberliga-Aufstieg fühlte es sich für Trainer Thomas »Turbo« Schäfer einfach gut an. »Ich bin sehr zufrieden. Die Mannschaft hat sich das absolut verdient.« Am Samstagabend hatte er mit seiner HSG Wettenberg den Meistertitel in der Handball-Landesliga der Frauen geholt und eine erfolgreiche Saison optimal abgeschlossen. »Wir hatten uns vorgenommen, besser abzuschließen als in der Vorsaison, und das haben wir ganz gut hingekriegt«, strahlte Mannschaftsführerin Tanja Tröller bei den Feierlichkeiten.

Den Grund für diesen Coup sieht Schäfer vor allem in der Ausgeglichenheit des Kaders. Trotz einiger Verletzungen war man in Wettenberg immer in der Lage, gleichwertigen Ersatz auf das Parkett zu bringen. Was vor allem auch in der Endphase der Saison ein großes Plus war.


Tabellenplatz nie ein Ziel

Erst gut zwei Wochen vor Saisonbeginn stand mit dem ehemaligen Bundesliga-Rechtsaußen Schäfer der neue Trainer der HSG fest. Seine Zielsetzung machte er nicht an einem Tabellenplatz fest, sondern daran, »dass ich die Mannschaft besser mache«. Alle sind mit Spaß und hoher Motivation an die Sache herangegangen. »Den Rest wollen wir auf uns zukommen lassen«, erklärte Schäfer damals.

Im ersten Spiel erwartete man gleich den Titel-Mitfavoriten HSG VfR/Eintracht Wiesbaden. »Wir wollten mit Einsatz, Leidenschaft, Kraft und Spaß da rangehen und einfach mal gucken, wo wir stehen«, meinte Schäfer und hatte gleich Ausfälle zu verkraften. Rechtsaußen Sandra Gebhardt zog sich einen Kreuzbandriss zu, Katharina Till brach sich einen Finger, und Tanja Tröller laborierte an einer Muskelverletzung. Im zweiten Spiel in Eddersheim knickte Janine Tafferner um. Trotz allem wurden beide Partien gewonnen. Den Rückschlag bei der FSG Bergen-Enkheim/Bad Vilbel hatte man schnell verdaut, es ging weiter Schlag auf Schlag. Trotz all der Probleme blieb die Stimmung gut. »Und das hat uns auch so ein bisschen durch die Vorrunde getragen«, sagt Schäfer. Nach dem Heimsieg gegen Fernwald wartete mit Kleenheim II der zweite schwere Brocken. Mit 18:17 ging man als Sieger vom Platz und wusste spätestens nach dem 24:17-Heimerfolg gegen Goldstein/Schwanheim, dass man auf dem richtigen Weg war. Ein bisschen kniffelig war nur noch das Spiel bei der FSG Vortaunus (25:24).

Durch den Rest der Vorrunde rauschte Wettenberg mit deutlichen Siegen und ging als Tabellenführer in die Weihnachtspause. »Über die Meisterschaft haben wir aber zu diesem Zeitpunkt nie nachgedacht«, erklärte Schäfer.


Schwierige Phase zu Jahresbeginn

In Wiesbaden setzte es dann im Januar die zweite Niederlage der Saison, und auch gegen Kleenheim und in Goldstein ging man als Verlierer vom Feld. »Da haben wir gesehen, wir können verlieren und kommen trotzdem unter die ersten drei«, schmunzelte Schäfer. Geplant wurde weiterhin für die Landesliga. Die HSG rutschte zwischenzeitlich auf den dritten Platz ab, profitierte letztlich aber vom leichteren Restprogramm. »Dann haben wir gezeigt, dass wir auch da oben hingehören.« Spätestens nach dem vorletzten Saisonspiel in Leihgestern (26:18) war Schäfer klar, dass man den Aufstieg tatsächlich realisieren könnte.

Nach den Qualitäten seiner einzelnen Spielerinnen gefragt, muss er lachen. Schäfer möchte niemanden hervorheben. Ihn begeistert der Trainingsfleiß seiner Mädels. Die Stimmung in dieser jungen Truppe sei ausgesprochen gut, jeder stelle sich in den Dienst der Mannschaft. »Spaß und Leidenschaft machen diese Mannschaft aus, und so hat sie am Samstag auch gefeiert«, schmunzelte Schäfer. Durch den ausgeglichenen Kader kann Schäfer ohne nennenswerten Qualitätsverlust durchwechseln und jeder Spielerin Verschnaufpausen gönnen.


Babsi Schwab als rechte Hand

Ein wichtiger Faktor für Schäfer ist auch seine »rechte Hand«, Betreuerin Babsi Schwab. »Sie nimmt mir rund um die Mannschaft alles ab, das ist schon toll. Damit ich mich vor dem Spiel nur auf den Gegner und meine Mannschaft konzentrieren muss. Sie hält mir den Rücken frei, und es macht wahnsinnig viel Spaß, mit ihr zusammenzuarbeiten. Sie ist die gute Seele der Mannschaft.«

Zum Kopf der Mannschaft befragt, hatte Jasmin Stephan das Schlusswort parat. »Turbo hat uns begeistert mit seiner Art, Handball zu leben. Er sagt immer: Einstellung ist das A und O, und wenn wir was tun, sollen wir das mit Überzeugung machen. Er hat uns zu 100 Prozent Vertrauen geschenkt. Das haben wir gemerkt und das ist, glaube ich, auch das Erfolgsrezept. Er hat uns den Spaß am Handball gegeben. Ohne ihn würden wir nicht da sein, wo wir jetzt stehen.«

Info

Das Meisterteam

Das Meisterteam: Tor: Sina Hohl, Anna-Lena Habermehl, Sara Finger. – Kreis: Svenja Pohl. – Linksaußen: Toni Schuldt, Jasmin Stephan. – Rechtsaußen: Anna Schwab, Katharina Till. – Rückraumlinks: Theresa Pohl, Larissa Kraft, Tamara Simon. – Rückraumrechts: Janine Tafferner, Lea Wingefeld, Luisa Rückel. – Rückraummitte: Tanja Tröller, Rena Münch.

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