Druck steigt

Rückenwind für Teutonen bleibt aus

Nach dem 1:1 gegen Pirmasens ist die Ernüchterung bei Fußball-Regionalligist Watzenborn-Steinberg groß. Die Chance auf den Klassenerhalt ist aber nach wie vor da.
20. März 2017, 15:00 Uhr
Jordi van Gelderen (l.) und Kian Golafra (r.) lassen gegen Pirmasens wenig zu. (hf)

In der zweiten Minute der Nachspielzeit läuft Teutonen-Neuzugang Marcel Avdic mit dem Ball am Fuß frei auf Gästetorhüter Daniel Kläs zu. Trifft er, gewinnt Watzenborn-Steinberg dieses enorm bedeutsame Fußballspiel im Abstiegskampf der Regionalliga Südwest. Doch anstatt den Ball in die Maschen zu setzen und für kollektiven Jubel zu sorgen, schießt er Pirmasens Schlussmann an, Abpfiff, 1:1 und Ernüchterung im Wetzlarer Stadion. »So ein Dreckstor brauchst du einfach, wenn du die Klasse halten willst«, meinte Mittelfeldabräumer Kian Golafra nach der verregneten Partie.

»Pirmasens macht ja auch so seine Tore, aus dem Nichts. Für mich ist es unverständlich, wie die so viele Punkte haben können. Wir waren deutlich besser, haben ordenltich gespielt, waren präsent.« Die grün-weiße Stimmung war gedämpft, nachdem der erhoffte Dreier vor heimischer Kulisse gegen Mitkonkurrent Pirmasens ausblieb. Nach wie vor ist das Projekt Klassenerhalt möglich, der Tabellenkeller bleibt eng zusammen – wenn solche Siegmöglichkeiten wie am Samstag aber auch in Zukunft ausgelassen werden, spielt die Teutonia im August wieder in der Hessenliga. Denn in der 3. Liga stehen mit Mainz 05 II und dem FSV Frankfurt derzeit zwei Teams abgeschlagen auf den hinteren Rängen, von fünf Absteigern in der Regionalliga Südwest ist derzeit mindestens auszugehen – ob die Offenbacher Kickers neun Punkte hinzuaddiert bekommen, entscheidet sich wohl noch im März.


Hassler mit Leistung zufrieden, mit Ergebnis nicht

Weil der Abstiegskampf immer härter und der Klassenerhalt schwieriger wird, sagt Trainer Stefan Hassler auch: »Mit der Leistung können wir zufrieden sein, mit dem Ergebnis nicht.« Pirmasens dagegen trat die Heimreise frohen Mutes an: »Wir können mit dem Remis gut leben, halten Watzenborn-Steinberg auf sechs Punkte Distanz. Aber sie waren stark, hatten gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. Sie mussten mehr machen und haben mehr risikiert«, sagte Gästestürmer Can Özer.

In der ersten Hälfte schnürte die Teutonia den Gast – mit dem Wind im Rücken – ein und hatte die Partie unter Kontrolle. Mehr als zwei, zugegeben gefährliche, Distanzschüsse von Mehmet Kodes (36.) und Marin Vidosevic (38.) sprangen dabei aber nicht heraus. In dieser Phase hätte die Führung fallen müssen. Wie wichtig diese gewesen wäre, verdeutlicht ein Blick auf die Statistik: 20 der 26 Zähler holte Watzenborn-Steinberg, wenn es das 1:0 erzielte.


Neuer Anlauf gegen Hoffenheim II

Folgt zuerst das 0:1, gab es in 17 Fällen 14 Niederlagen, zweimal sprang noch ein Remis heraus, einmal ein Sieg. Einer dieser Punkte wurde gestern eingefahren, denn kurz nach der Pause gerieten die Grün-Weißen vor der spärlichen Kulisse von 392 Zuschauern mit 0:1 in Rückstand: Dominik Rohracker sah, dass Teutonen-Torhüter Yannik Dauth zu weit vor seinem Tor stand, nutzte den Rückenwind und traf aus gut 30 Metern zum 1:0. Dem Rückstand ging ein Missverständnis von Christopher Spang und Dennis Lemke voraus. Die Teutonia brauchte danach eine Weile, kam in der 71. Minute durch einen Abschluss von Avdic wieder gefährlich vor das Tor. In der 79. Minute schließlich wurde Jonatan Kotzke im Strafraum gefoult, Markus Müller verwandelte den fälligen Foulelfmeter und glich zum 1:1 aus – sein vierter Treffer in den letzten drei Spielen. »Mit dem Abpfiff haben wir dann den Matchball auf dem Fuß«, wusste Stefan Hassler – weil Avdic ihn nicht nutzte, muss sich die Teutonia den Rückenwind für den Endspurt nun am nächsten Samstag (14 Uhr, Wetzlarer Stadion) gegen Hoffenheim II holen. An diesem Samstag blieb er aufgrund des Remis aus.

Watzenborn-Steinberg: Dauth – Spang, van Gelderen, Vidosevic (69. Adomah) – Golafra, Kotzke – Lemke (62. Koyuncu), Goncalves (46. Avdic), Kodes – Marceta, Müller.

Pirmasens: Kläs – Osee, Griess, Steil, Heinze – Reinert, Rohracker (69. Freyer), Bouzid, Hammann – Rugg (88. Bürger), Özer.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Döring (Klengen). – Zuschauer: 392. – Tore: 0:1 (48.) Rohracker, 1:1 (79., Foulelfmeter) Müller. – bes. Vorkommnisse: Dauth hält Foulelfmeter (51.).

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