Eintracht-Besuch

Einmal der Kovac-Truppe ganz nah

3400 Zuschauer, bestes Wetter und ein Bundesligist, der seine Stars dabei hatte – beim Gastspiel von Eintracht Frankfurt bei der SG Treis/Allendorf spielte das Ergebnis nur eine Nebenrolle.
01. September 2017, 21:47 Uhr
Eine einmalige Kulisse für Viktor Lautenschläger von der SG Treis/Allendorf, der in dieser Szene vor Eintracht-Spieler Timothy Chandler klärt. (Foto: Richter)

Der Himmel über dem Marburger Georg-Gaßmann-Stadion hielt sich bis zum Abpfiff zurück, ehe er seine Schleusen öffnete. 3400 Fußballfans hatten bis dahin ein 13:0 von Bundesligist Eintracht Frankfurt gegen den heimischen Kreisoberligisten SG Treis/Allendorf und den Marburger Gruppenligisten SV Bauerbach gesehen. Das Highlight kam für viele Fans aber erst nach dem Spiel: Autogramme und jede Menge Selfies mit den Stars. Dafür ließ sich besonders Eintracht-Trainer Niko Kovac reichlich Zeit.

Ein Traum für jeden Amateurfußballer: Einmal gemeinsam mit den Stars den Rasen betreten: Die Spieler der SG Treis/Allendorf (in blau) werden von den Zuschauern bereits vor dem Anpfiff gefeiert. (Foto: Richter)
Ein Traum für jeden Amateurfußballer: Einmal gemeinsam mit den Stars den Rasen betreten: D...

»Es hat Spaß gemacht. Es war natürlich intensiv, da wir nicht oft den Ball hatten, aber das war ja von vorneherein klar. Es ging um den Spaß, und für uns war es ein einmaliges Event«, sagte SG-Kapitän Artur Schwabauer nach einer ersten Hälfte, in der sein Team dem Bundesligisten mit einer kompakten Defensive das Leben schwer machte und nach 45 Minuten nur mit 0:3 hinten lag. Seine Elf hatte sogar die erste echte Chance des Spiels: Nach einem Konter wurde ein Schuss von Jan Nachtigall aus 18 Meter von Eintracht-Kapitän David Abraham in letzter Sekunde geblockt. Dafür gab es reichlich Szenenapplaus. Es dauerte gut eine Viertelstunde, bis Neuzugang Kevin-Prince Boateng nach einer Ecke die Führung erzielte. Der sehr agile Maz Besuschkow im Eintracht-Mittelfeld sorgte mit seinen beiden Toren (20., 27.) für das Halbzeitergebnis.

 

SG-Spielertrainer Buss: »Können zufrieden sein«

 

»Wir können mit unserer Leistung zufrieden sein. Wir haben versucht, so wenig Gegentore wie möglich zu bekommen und auf Konter zu spielen. Das haben wir erreicht«, sagte SG-Spielertrainer Nikolai Buss, nachdem seine Mannschaft für die Gruppenliga-Kollegen aus Bauerbach das Feld geräumt und sich an den Spielfeldrand gesetzt hatte.

Die Bauerbacher hatten im zweiten Abschnitt weniger Glück – was auch an der Taktik lag. Es dauerte keine Minute, da hatte Branimir Hrgota den Ball zum 4:0 über die Linie gebracht. Der Gruppenligist versuchte weiter mutig nach vorne zu spielen und wurde mit neun weiteren Gegentoren bestraft – doch das tat der Stimmung auf den Rängen keinen Abbruch. »Ich finde es schön, dass so etwas von Profis heutzutage noch gemacht wird«, sagte eine Zuschauerin.

 

Humor made in Allendorf

 

Die Fußballer aus dem Lumdatal, deren ehemalige C-Jugend vor vier Jahren mit einem Fotowettbewerb des Eintracht-Sponsors Mainova das Event gewonnen hatte, werden sich in jedem Fall noch lange das Spiel gegen Abraham, Boateng, Timothy Chandler erinnern. Jan Nachtigall, der gemeinsam mit Schwabauer im Zentrum alles zusammenhielt, nahm es mit Humor: »Wenn mein Schuss von Abraham nicht knapp geblockt wird, dann geht er links oben rein. Wenn wir dann hinten noch kompakter stehen, hat es die Eintracht ganz schwer.«

Und auch den Verantwortlichen aus dem Lumdatal machte der Freitagabend-Kick sichtlich Spaß: »Wir haben uns gut gewehrt, es hat Spaß gemacht, und die Frankfurter können froh sein, dass gewechselt wird, denn in der zweiten Halbzeit sind wir immer stark«, sagte Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz in der Pause mit einem Schmunzeln. Organisator und SG-Vorstand Klaus Lotz, der gemeinsam mit seinem Team und den Bauerbachern in den acht Tagen zuvor geschuftet hat, war ebenfalls glücklich mit dem Event: »Was die Ehrenamtlichen in den letzten Tagen geleistet haben, ist bemerkenswert. Wir können zufrieden sein.«

Spieler SG Treis/Allendorf: Kontaxis; Barth, Hausner, Buss, Nachtigall, Temme, Schwabauer, Jäger, Reinhardt, Wagner, Dürr, Lautenschläger, Oliver Fey, Almeida Da Silva, Leinweber, Dennis Fey.

Spieler Eintracht Frankfurt: Zimmermann; Salcedo, Chandler, Abraham, Falette, Da Costa, Besuschkow, Stendera, Hrgota, Kamada, Boateng, Rebic, Haller, Willems, Medojevic, Wolf, Ordonez.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Rolbetzki (Schröck). – Zuschauer: 3400. – Tore: 1:0 (17.) Boateng, 2:0 (20.) Besuschkow, 3:0 (27.) Besuschkow, 4:0 (46.) Hrgota, 5:0 (50.) Kamada, 6:0 (54.) Besuschkow, 7:0 (63.) Stendera, 8:0 (65.) Haller, 9:0 (70.) Haller, 10:0 (77.) Rebic, 11:0 (81.) Rebic, 12:0 (87.) Da Costa, 13:0 (89.) Haller.

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