Fußball

Real und Barca im Gleichschritt Stuttgart vor Rückkehr Wehen hat die Klasse sicher U17 darf für das Viertelfinale planen

07. Mai 2017, 21:55 Uhr
Barcelonas Lionel Messi (l.) jubelt mit Teamkollege Neymar. (Foto: dpa)

Auch ohne Weltmeister Toni Kroos und Weltfußballer Cristiano Ronaldo hält Real Madrid weiter Kurs auf den ersten Liga-Titelgewinn seit 2012. Mit einer fast kompletten B-Elf gewann der spanische Fußball-Rekordmeister am späten Samstagabend beim bereits als Absteiger feststehenden FC Granada mit 4:0. Das junge Team wurde von den Medien am Sonntag mit Lob überschüttet: »Unschlagbar!«, titelte die Sportzeitung »AS« groß auf Seite eins.

Nach dem 36. Spieltag liegen die Königlichen mit 84 Zählern wegen des direkten Vergleichs zwar nur auf Platz zwei hinter dem punktgleichen Erzrivalen FC Barcelona, der den FC Villarreal mit 4:1 bezwang. Real hat aber eine Begegnung weniger. Das nicht leichte Nachholspiel bei Celta de Vigo findet am 17. Mai statt.

Es war vor 35 000 Zuschauern bereits der fünfte Sieg im fünften Spiel der Ersatzmannschaft, in der diesmal nur zwei Stammspieler mitmachten: Sergio Ramos und Casemiro. Im Estadio Los Cármenes trafen für die stets deutlich überlegenen Gäste James Rodríguez (3./11. Minute) und Álvaro Morata (30./35.). Nach der Pause legten die Real-Profis mehrere Gänge zurück.

Der FC Barcelona hatte vor dem Real-Spiel mit dem deutschen Torwart Marc-André ter Stegen seine Chancen auf den Titel gewahrt. Neben Superstar Lionel Messi (45.+1/82., Elfmeter) trafen auch Neymar (21.) und Luis Suárez (69.). Abwehrmann Gerard Piqué hat die Hoffnung auf den Titel noch nicht aufgegeben: »Im Fußball ist alles möglich. Madrid ist in sehr guter Verfassung, aber man weiß ja nie.«

Der VfB Stuttgart ist der direkten Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ein großes Stück näher gekommen. Die Schwaben verteidigten dank des 3:0 gegen den Abstiegskandidaten Erzgebirge Aue mit nunmehr 66 Punkten die Tabellenführung und bauten den Vorsprung auf den Relegationsrang zumindest bis Montag auf sechs Zähler aus. Stuttgart, für das Toptorjäger Simon Terodde am Sonntag mit den Saisontreffern 22 und 23 glänzte, kann mit einem Sieg im Gipfel am vorletzten Spieltag am Samstag bei Hannover 96 alles klarmachen.

»Das ist das Ziel. Wir können die Tabelle lesen, die Konstellation spricht für uns. Aber es ist noch ein Schritt zu gehen. Ich hoffe, dass wir das in Hannover klarmachen können«, sagte Terodde, der 21-mal zwei oder mehr Tore in Liga zwei erzielte und damit den Rekord von Bruno Labbadia einstellte. Feierlich war es in Stuttgart im mit 59 000 Zuschauern ausverkauften Stadion zudem, weil Meisterspieler von 1992 25 Jahre nach dem Titelgewinn anwesend waren.

Hannover gewann am Freitag 2:0 in Heidenheim und liegt weiter drei Zähler hinter Stuttgart. Hannover kann aber am Montagabend wieder auf den Relegationsrang rutschen, sollte Rivale Eintracht Braunschweig das Spitzenspiel gegen den Vierten Union Berlin mit zwei Toren Differenz gewinnen.

In Hannover sieht man sich nach dem neunten Spiel in Serie ohne Niederlage gerüstet für die beiden finalen Spieltage. »Das war das achte Spiel zu null in neun Spielen, das ist eine super Qualität. Jetzt brauchen wir noch zwei Spiele mit der gleichen Leistung«, sagte Trainer André Breitenreiter nach dem Erfolg durch die Tore von Martin Harnik, der mit 17 Treffern die Nummer zwei hinter Terodde ist. Starke Nerven sind weiterhin auch im Kampf um den Klassenverbleib gefragt, in dem Arminia Bielefeld durch das 1:1 beim VfL Bochum am Sonntag den Sprung auf den Relegationsrang verpasste. »Das ist zu wenig. Wir müssen das zweite Tor machen und haben dann um das Gegentor gebettelt«, sagte Bielefelds Trainer Jeff Saibene.

Der 1. FC Kaiserslautern (1:2 gegen den FC St. Pauli) und SV Sandhausen (0:1 gegen den 1. FC Nürnberg) stehen trotz Niederlagen mit je 38 Punkten und jeweils vier Zählern Vorsprung auf Würzburg (34) beziehungsweise den Relegationsrang noch am besten da. Fortuna Düsseldorf (1:1 gegen Würzburg), 1860 München (2:0 bei Dynamo Dresden) und Aue trennt davor mit je 36 Zählern nur die Tordifferenz. Aus dem Kampf gegen den Abstieg verabschiedeten sich an diesem Wochenende St. Pauli und Nürnberg. Beim Kiezclub hielt man zurecht an Trainer Ewald Lienen fest. 30 Punkte holte die Mannschaft in der Rückrunde – nur die Aufstiegskandidaten Stuttgart und Hannover waren erfolgreicher. »Wir können auf das, was wir geleistet haben, stolz sein«, sagte Lienen nach dem Sieg auf dem Betzenberg.

Aufsteigende Tendenz zeigte im Keller 1860 München. »Wir haben wie Löwen gekämpft«, sagte Trainer Vitor Pereira nach dem 285. Sieg im 700. Zweitligaspiel der Sechziger-Clubhistorie. Gelähmt scheinen die Spieler von Fortuna Düsseldorf, die gegen das 2017 noch sieglose Würzburg ein Unentschieden retteten. »Meine Mannschaft ist mit der Situation offenbar nicht zurecht gekommen. Das hat mich ein Stück weit enttäuscht«, sagte Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.

Der SV Wehen Wiesbaden spielt auch kommende Saison in der 3. Liga. Weil die Konkurrenz schon am Freitagabend gepatzt hatte, war der Klassenerhalt bereits vor dem 0:0 gegen die SG Sonnenhof Großaspach in trockenen Tüchern. »Kompliment an die Mannschaft und das gesamte Umfeld«, sagte Trainer Rüdiger Rehm, der den SVWW vor dem 23. Spieltag auf dem vorletzten Platz übernommen hatte und jetzt auf Rang 13 steht. Zwei Spieltage vor Saisonende haben die Wiesbadener acht Punkte Vorsprung zu den Abstiegsrängen und sind vorzeitig gerettet. »Wir haben uns aus einer sehr brenzligen Situation befreit. Jetzt müssen wir konzentriert die neue Saison vorbereiten«, meinte Rehm.

1860 Zuschauer sahen eine unterhaltsame Heimpartie gegen Großaspach, bei dem nur ein Tor fehlte. Wiesbaden hatte mehr vom Spiel, war im Abschluss aber nicht konsequent. In der Schlussphase gab es Chancen auf beiden Seiten. Luca Schnellbacher (82.) und Philipp Müller (90.) vergaben die besten Möglichkeiten für die Hausherren. »Der Druck, zu punkten, war weg«, sagte der Wiesbadener Profi Marc Lorenz. »Im Winter waren wir in einer sehr prekären Situation, aus der wir uns als Mannschaft sehr gut herausgearbeitet haben. Wir sind verdient gerettet.« Wehen kann die Saison mit den Partien gegen den Halleschen FC und den FSV Frankfurt sorgenfrei beenden.

Der designierte Absteiger FSV Frankfurt hat am Samstag ein überraschendes 1:1 (0:0) bei Aufstiegsfavorit 1. FC Magdeburg geschafft. Die Mannschaft von Trainer Gino Lettieri bewies nach dem 0:1 durch Christian Beck (58.) Moral und glich die Partie durch Fabian Graudenz (63.) aus. »Heute war auf jeden Fall der Sieg drin«, sagte Lettieri, »die Mannschaft hat das richtig gut gemacht.« Mit dem Ausgleich im Rücken hatten die Bornheimer vor 17 129 Zuschauern noch Chancen auf den Siegtreffer. Shawn Barry (74.) und Yannick Stark (83.) vergaben jedoch ihre Möglichkeiten. Graudenz zog ein positives Fazit: »Wichtig war, gezeigt zu haben, dass wir mit einer Top-Mannschaft der 3. Liga mithalten können.«

Die deutsche U17-Nationalmannschaft darf nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel für das Viertelfinale bei der Fußball-EM planen. Nach dem 5:0 zum Auftakt gegen Bosnien-Herzegowina gewann das Team von Trainer Christian Wück am Sonntag gegen Serbien mit 3:1 (2:0). Elias Abouchabaka (7. Minute), John Yeboah (39.) und Erik Majetschak (61.) erzielten die Tore für die deutsche Mannschaft.

Zum Abschluss der Gruppenphase trifft die deutsche Auswahl am Mittwoch auf Irland. Die besten beiden Teams der Gruppe erreichen das Viertelfinale.

Wie gegen Bosnien erwischte das deutsche Team auch diesmal einen Topstart. Nach einem Fehler wusste sich Serbiens Torhüter Milos Gordic nur mit einem Foul an Jann-Fiete Arp zu helfen. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Leipziger Abouchabaka sicher.

In der Folgezeit hatten die Serben mehr Spielanteile und stellten die deutsche Mannschaft vor viel Arbeit. Aber die DFB-Elf erwies sich als sehr effizient. Nach Vorarbeit von Dennis Jastrzembski setzte sich der Wolfsburger Yeboah durch und erhöhte zum beruhigenden Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel entschied der Leipziger Majetschak nach Vorarbeit seines Vereinskollegen Abouchabaka mit dem 3:0 die Partie. Filip Stuparevic verkürzte per Strafstoß noch für die Serben (75.).

Gruppe C: Deutschland – Serbien 3:1 (2:0), Irland – Bosnien-Herzegowina 2:1 (2:1). - 1. Deutschland 2/8:1/6, 2. Serbien 2/2:3/3, 3. Irland 2/2:2/3, 4. Bosnien-Herzegowina 2/1:7/0. - Nächste Spiele (Mittwoch): Irland – Deutschland, Bosnien-Herzegowina – Serbien (beide 12 Uhr).

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