Neues Buch

Die Insel und die Kurstadt

Von Rheuma geplagt waren Salinenarbeiter im 19. Jahrhundert. Sie lernten als erste die heilende Wirkung der heimischen Quellen kennen. Was das mit Heloland zu tun hat, zeigt ein neues Buch.
25. September 2017, 20:17 Uhr

Mit seinem Engagement für den Sprudelhof, die größte zusammenhängende Jugendstilanlage Europas, ist der Jugendstilverein eine der ganz großen und mitgliederstarken Vereinigungen. Dies wurde deutlich bei der Eröffnung der diesjährigen Ausstellung zum Jugendstilfestival, zu der weit über einhundert interessierte Besucherinnen und Besucher sowie eine stattliche Zahl von Ehrengästen kam.

Wie bereits berichtet, beleuchtet die Präsentation die Entwicklung der Badekultur von der Antike bis in die Neuzeit. Auf sechs großen und jeweils dazugehörigen kleinen Tafeln folgt die Ausstellung diesem Weg durch die Jahrhunderte. Dass die letzten beiden Themenkomplexe zwei Städten, dem Seebad Helgoland und dem Herzheilbad Nauheim, gewidmet sind, die beide in den 1830er Jahren gegründet wurden, liegt begründet in Kontakten der Künstlerin Hiltrud Hölzinger. Sie hatte auf Helgoland Werke ausgestellt und war dadurch mit dem Leiter des Helgoländer Museums, Jörg Andres, bekanntgeworden.

Eine Bekanntschaft, die schnell Früchte trug: Innerhalb kurzer Zeit hatten Hölzinger und Andres die Geschichte der zwei Bäder als Buch für Helgoland konzipiert. Zudem erklärte sich Jörg Andres bereit, zur Eröffnung der diesjährigen Ausstellung nach Bad Nauheim zu kommen. Inzwischen ist der die Geschichte der beiden Bäder Nauheim und Helgoland sowie der allgemeinen Badekultur beleuchtende Band auch für Bad Nauheim erschienen. Zur Vernissage lagen die ersten Exemplare druckfrisch bereit. Das Buch kann in den Ausstellungsräumen gegen eine Spende mitgenommen werden.

Geplagte Salinenarbeiter

Im Kapitel Bad Nauheim wird ein Blick zurück geworfen auf die Anfänge des Badewesens. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sich von England aus das Wissen um die Heilkraft bestimmter Quellwässer auf den Kontinent verbreitet. Nach englischem Vorbild entstanden See- und andere Heilbäder. In Nauheim lernten die häufig von Rheuma geplagten Salinenarbeiter als erste die heilende Wirkung der heimischen Quellen kennen. Das Knappschaftsbad entwickelte sich binnen weniger Jahrzehnte zum national und bald auch international renommierten und stark frequentierten Heilbad und zog zunehmend adlige und reiche Menschen aus vielen Teilen Europas an. Die Bedeutung der Jugendstilbauten, mit deren Errichtung Großherzog Ernst-Ludwig von Hessen und bei Rhein zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem Badeort am Taunusrand ein seinem internationalen Ruf entsprechendes Gesicht und zugleich das bis heute prägende Element verlieh, dominierte die Grußworte von Staatsministerin Lucia Puttrich, Stiftungsvorstand Frank Thielmann, Erstem Kreisbeigeordneten Jan Weckler, Stadträtin Kerstin Eisenreich und dem Vorsitzenden des Jugendstilvereins, Andreas Hilge.

Einen besonderen Blickfang stellten zwei junge Damen dar, die in historische Badekostüme gewandet waren, Leihgabe aus einer großen Privatsammlung in Norddeutschland. Sie servierten nicht nur mit Stil und Anmut Getränke, sondern knüpften zugleich die bildliche Verbindung zu den verbal beschriebenen Badesitten der »guten, alten Zeit«.

Die Ausstellung »Badekultur von der Antike bis in die Neuzeit« ist noch bis Sonntag, 15. Oktober, in Badehaus 3 zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags jeweils von 14 bis 18 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr.

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  • Die antike Zeit (1599 v. Ch. - 476 n. Ch.)
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