Burgfestspiele

Musik, Theater und Lyrik

Walter Renneisen ist ein Mulit-Talent. In seiner Show auf der Wasserburg-Bühne begeistert er mit Musik, Theater und Lyrik. Lediglich sein Saxophonspiel kommt nicht so gut an.
14. Juni 2017, 16:00 Uhr
Tausendsassa Walter Renneisen begeistert sein Publikum mit Musik – auch mal mit einem improvisierten Instrument, Anekdoten aus seinem Leben und Gedichten. (Fotos: sdw)

Bunt, charmant und abwechslungsreich. Mit diesen drei Worten lässt sich die Show von Walter Renneisen am Sonntag auf der Bühne der Burgfestspiele in Bad Vilbel am besten beschreiben. Die Wasserburg war trotz Hitze voll, die Zuschauer warteten gespannt auf den Künstler, Schauspieler und Musiker, der sie mit einem vielfältigen Auftritt beeindrucken sollte. Walter Renneisen hat in seinem Leben viel gesehen, gelernt, erlebt und brachte genau diese Erlebnisse seinem Publikum nahe.

Bei Anekdoten aus der Kindheit des Künstlers lachten die Zuschauer herzlich. In der Nachkriegszeit hatte man nicht viel Geld. Eine Frau verdiente im Durchschnitt 120 Mark. Sein Vater war krank, die Mutter musste arbeiten. Sein erstes Date musste der junge Walter daher in Schuhen mit Kreppsohlen antreten. Die Nachricht dahinter soll nicht nur witzig sein, sondern auch gesellschaftskritisch. »Wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat«, zitierte Renneisen.

Viel Lob für Kritik

Die musikalischen Darbietungen ließen nicht lange auf sich warten. Renneisen spielte in seiner Jugend mit einer Band in amerikanischen Clubs für stationierte Soldaten. Den Verdienst sparte er für ein Fahrrad und ein Schlagzeug. So nahm er auch jetzt zwischendurch immer wieder die Trompete in die Hand und spielte ein Solo. Auf dem Schlagzeug machte der Musiker eine gute Figur. Das Saxofonspielen sollte Renneisen jedoch etwas mehr perfektionieren und hierfür etwas mehr Luft einsparen.

Darf das überhaupt so gesagt werden? Na klar. Denn Renneisen macht in seinem Auftritt klar, dass Kritik dazugehört. Kritiker sollten ironisch sein. Ironisch, nicht beleidigend. Nicht selten war er selbst amüsiert von Kritiken, die er über die eigenen schauspielerischen Darbietungen lesen musste. «So ein Stück kann man nur mit viel Erfahrung spielen«, behauptet Renneisen, als er erzählte, wie ein Kritiker seine Hauptrolle in dem Stück »Der Einbrecher« mit den Worten »Die miserable Darstellung des Regisseurs würde nur überboten durch den Hauptdarsteller« beschrieb. Der Schauspieler nimmt es gelassen und sieht die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel. »Unser Beruf ist natürlich immer eng an der Grenze«, sagt Renneisen. »Wenn man es nicht gut kann, läuft die Sache schnell in das ungewohnt Komische.«

Alle Geschichten und Anekdoten werden begleitet und ergänzt mit Zitaten von wichtigen Denkern und Dichtern. Durch die Parabel von Franz Kafka »Vor dem Gesetz« sei ihm in seiner Jugend klar geworden, dass die Tür, um dessen Einlass er bitten möchte, die der Schauspielerei sei. Weitere Gedichte und Auszüge aus romantischen und dramatischen Gedichten von Dichtern wie Goethe (»Weg in die Ferne«) und Heinz Erhardt (»Der Schauspieler«) und vielen mehr brachten die Zuschauer zum Lachen und Nachdenken.

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