Hören wie Merlots Herz schlägt

07. Juni 2017, 20:22 Uhr
Tierärztin Stefanie Buske hält das Stetoskop an den Körper ihres Pferds, sodass Fislisah den Herztönen lauschen kann. Beim Pferdetag erleben Kinder die Tiere hautnah. (Foto: jsl)

Ruhig und geduldig stehen die Ponys Miss Maya und Kleiner Donner vor ihren Ställen. In ihrer Nähe hält Stefanie Buske, die Vizevorsitzende des Reit- und Fahrvereins Karben, ihr Pferd Merlot am Zügel. Zusammen mit dem Vereinsvorsitzenden Thomas Wamser und Marie Pröfrock führt sie fünf Kinder an die Pferde heran. Luise (5) aus Bad Vilbel striegelt Miss Maya. Ihre Oma Angelika Bingemer schaut ihr dabei zu. Die beiden sechsjährigen Mia und Filisah lauschen den Tipps von Wamser, auf was sie beim Pferdputzen achten müssen. Buske, die auch Tierärztin ist, zeigt der sechsjährigen Charline und ihrer Freundin Melina das Gebiss von Merlot. Durch ein Stethoskop können sie dem Herzschlag des Pferdes lauschen. Außerdem erfahren sie, was es mit den Pferdehufen auf sich hat und wofür Hufeisen gut sind. Kinder sind regelmäßig auf der Anlage am Ludwigsbrunnen zwischen Groß-Karben und Burg-Gräfenrode zu Gast. Am »Pferdetag für Kindergartenkinder«, den der Verein in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltet, wird Praxis und Theorie vermittelt. Im Umgang mit Pferden lernen die Jüngsten Selbstvertrauen und überwinden Ängste.

»Das Kennenlernen der Tiere fördert die Kinder in ihrer Entwicklung«, sagt Buske. »Nicht umsonst arbeiten immer mehr Kitas mit Tieren. Das liegt im Trend. Bei uns melden sich inzwischen Kindergärten aus der ganzen Gegend. Den weitesten Weg hatte bis jetzt eine Kita aus Frankfurt-Fechenheim.«

Zu den Projekttagen kommen maximal acht Kinder pro Tag. Sie werden nach einem gemeinsamen Frühstück in Gruppen aufgeteilt, danach lernen sie die Tiere kennen, putzen sie, erfahren was die Pferde fressen und dürfen selbst im Sattel sitzen.

»Nicht alle Kinder wollen selbst in den Sattel«, sagt Buske. »Wir sind immer wieder überrascht, wie sehr sich die Kinder in den paar Stunden verändern, die sie bei uns sind. Die schüchternen, ängstlichen Kinder verlieren oft völlig ihre Scheu. Jungs, die von Natur aus wilder sind als Mädchen, werden ruhiger und gehen einfühlsam mit den Pferden um.«

»Erwachsene denken meistens zu viel nach, über das was ihnen passieren könnte«, sagt Christine Ludwieg, die sich ebenfalls im Vorstand engagiert. »Die Kinder steigen hier einfach aufs Pferd und probieren es. Es ist schön, zu sehen, wie sie sich schon nach kurzer Zeit den Bewegungen des Pferdes anpassen. Miss Maya und Kleiner Donner sind perfekt dafür. Sie sind zuverlässig und haben eine lieben Charakter.«

Das präge die Kinder für ihr ganzes Leben, ergänzt Buske. Der Aufenthalt in der Natur sei außerdem ein wichtiger Faktor. Viele Kinder hätten den Bezug dazu verloren.

Im Vorjahr nahmen 23 Kinder das Angebot an, in diesem Jahr sind es schon 45 junge Pferdefans.

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