Blutrünstige Vampire tanzen im Kurhaussaal

01. Dezember 2008, 18:38 Uhr

Bad Vilbel (cf). Das Gruselfieber hatte am Wochenende die Quellenstadt fest im Griff. Im Kurhaus bereitete sich Graf von Krolock (Norbert Baumgartl) zusammen mit seiner treuen Gefolgschaft aus Untoten und Vampiren auf die Übernahme der Weltherrschaft vor. Wie diese aussieht, erlebten beim »Tanz der Vampire« am Freitag- und Samstagabend über 700 Zuschauer aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Die Mitglieder des vor acht Jahren gegründeten »Trash Girls Show Team« feierten mit dem »Grusical mit Biss« einen Riesenerfolg.

Erstmals inszeniert hatten die Vilbeler Musicalfans die Geschichte des kollektiven »Blutrauschs« aus dem sagenumwobenen Transsilvanien als private Gruppe vor zehn Jahren. Dieses Mal wurden sie bei ihrem in zwei Akten inszenierten Schrecken von der Karbener Showtanzgruppe »Elle’ments« mit Annika Konczak, Kristina Wulf, Janina Milnerowicz, Steffi Holthorf, Nicole Leistikow, Nadine Erhard, Jenny Prokopp und Andrea Andrei unterstützt.

Trainerin Nadine Schumacher und ihre zehn Tänzerinnen belebten mit ihren temperamentvollen Tanzeinlagen zahlreiche der 24 Szenen. Die peppigen Aufführungen bestachen durch das perfekte Zusammenspiel von Musicaldarstellern und Tanzgruppe. Beide Gruppen bewegten sich synchron im Takt der mitreißenden Musik. In ihren prächtigen Kostümen waren sie eine wahre Augenweide.

Schon beim Betreten des Kurhausfoyers wurden die Besucher mit einem offen stehenden Sarg auf die gespenstischen Ereignisse der kommenden Stunden eingestimmt. Auf einem Schild neben dem verlassenen Sarg hatte der Bewohner die Botschaft »Komme gleich wieder» an die hereinströmenden Musicalfans hinterlassen. Gestärkt durch Blutampullen und andere kulinarische »Genüsse« aus dem Reich der Vampire stiegen die Besucher mit einem mulmigen Gefühl im Bauch die Treppen zum ersten Stock hinauf. Dort fanden sie sich in einer düsteren Landschaft wieder. Spinnen hatten ein dichtes Netz um den Eingang einer geheimnisvollen Gruft gewebt. Zähe Nebelschwaden hüllten die gespenstische, von roten und gelben Spots erhellte Gegend »hinter den Wäldern» in ein unwirkliches Licht.

Inmitten der unheimlichen Szenerie tauchte ein Wirtshaus in der Nähe des auf einem hohen Berg stehenden, sagenumwobenen Schlosses von Graf von Krolock auf. Der Weg zwischen dem Eintritt in die Unterwelt und dem Schauplatz des Geschehens auf der Bühne war mit alten Grabsteinen gepflastert. Die Handlung des Stückes spielte auf mehreren Ebenen: Vor der Bühne, inmitten des Publikums, auf der Bühne und eine Etage höher in den Kulissen.

Zur Handlung: Der ehrgeizige Professor Abronsius aus Königsberg (Jan Hause) will gemeinsam mit seinem einfältigen Assistenten Alfred (Oliver Ramme) die Vampire in dieser Gegend studieren, um sie dann auszulöschen. »Der Körper der Untoten ist verloren. Ihre Seele kann mit einem Dolchstoß durchs Herz gerettet werden», weist der Professor seinen ängstlichen Assistenten an. Auf der Suche nach dem Herrn der Untoten irrt das Paar während eines Schneesturms durch die verschneiten Wälder. Der entkräftete Alfred sieht sein Ende kommen »Die Zeitungen werden schreiben: Wissenschaftler in Transsilvanien umgekommen. Aber keiner wird wissen, dass ich es war», jammert er.

Inmitten des Waldes taucht ein Dorf auf, dessen Bewohner dem Knoblauch gleich ein Lied widmen und ihre Speisen kräftig mit ihm würzen. Im Gasthaus begrüßen der jüdische Wirt Chagall (Boris Boy) und Wirtin Rebecca (Jule Pereira) das Paar. Sie und Magd Magda (Svea Germeroth) servieren den Gästen das knoblauchhaltige Abendessen. Der Wirt führt den Professor und seinen Assistenten auf ihr Zimmer. Da hört Alfred den Gesang der Wirtstochter Sarah (Joanna Stehr). Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch auch Graf Krolock hat ein Auge auf die schöne Wirtstochter geworfen. Er lädt Sarah zum Ball auf sein Schloss ein. Dort dient der bucklige Koukol (Bernd Link) dem Grafen. Chagall eilt zum Schloss, um seine Tochter zurückzuholen. Da wird er von dem untoten Faktotum gebissen. Alfred und der Professor verfolgen Chagall. Sie werden bereits vom Grafen erwartet. Abronsius widmet sich voller Begeisterung der riesigen Bibliothek. Derweil entdeckt Alfred seine Sarah in der Badewanne. Sie ist dem Grafen verfallen. Der Professor träumt von Nobelpreis und Weltruhm. Er will es den Anhängern der Vernunft in Königsberg zeigen. Für Alfred und seine Sorgen hat er kein Ohr. Am Abend des Balls klettern alle Untoten und Vampire aus ihren Gräbern. Sie verfluchen laut die Qual des ewigen Lebens. Die Wissenschaftler gehen zum Ball ins Schloss.

Herbert, der Sohn des Grafen (Peter Seip) verliebt sich in den unglücklichen Alfred. Dann beginnt der Ball. Die prächtig gekleideten Vampire und Untoten, die von den Tänzerinnen der Elle’ments und den Dorfbewohnern (Louisa Kiefl, Adri Sloots, Silke Ramb, Tanja Staubach, Joana Pereira, Mona Neugebauer, Jeanne Germeroth, Joelle Ramb und Anna Hause) dargestellt werden, bitten zum Tanz. Der Graf beobachtet das Geschehen und lässt sein von der Gier nach frischem Blut geprägtes Leben Revue passieren. Dann beißt er Sarah und verdammt sie somit zum ewigen Leben. Auch der Professor und sein Assistent werden gebissen. Der Weltherrschaft der Vampire steht nichts mehr im Wege!

Das Publikum bedankte sich mit stehenden Ovationen bei den Darstellern für ihre herausragende Leistung und erklatschten sich eine Zugabe.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Gräfinnen und Grafen
  • Musikverein Griedel
  • Siebenbürgen
  • Tänze
  • Vampire
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 / 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.