»Der große Gatsby« lässt im Stadttheater bitten

Eine gewisse Melancholie darf das Stück schon haben: Die nächste Schauspielpremiere im Großen Haus ist am 1. November Fitzgeralds Meisterwerk in der Bühnenfassung.
28. Oktober 2014, 19:58 Uhr
Bringen Existenzen zwischen Schein und Sein auf die Bühne (v. l.): Regisseur Matthias Kniesbeck, Ausstatterin Stephanie Kniesbeck und Dramaturg Gerd Muszynski. (Foto: rw)

»Ein Stück amerikanischer Geschichte, ein Gesellschaftsroman mit schillernden Figuren« – so umreißt Dramaturg Gerd Muszynski Francis Scott Fitzgeralds »Der große Gatsby«. Das 1925 erschienene Buch ist ein Klassiker, es wurde mehrfach verfilmt, dramatisiert und 2012 zu einem Musical verarbeitet. Die Gießener Produktion ist eine Schauspielfassung von Rebekka Kricheldorf mit Musikarrangements von Martin Spahr. Muszynski hob in der Pressevorstellung am Dienstag im Theaterfoyer die wesentlichen Züge von Vorlage und Umsetzung hervor. So habe Kricheldorf die »Great American Novel« relativ genau am Handlungsablauf entlang für die Bühne umgesetzt, als kritische Bilder einer sozialen Realität in etwas verknappter Sprache. Dabei komme der spezifische angelsächsische Humor zum Tragen.

Regisseur Matthias Kniesbeck beleuchtete Charakteristika der Figuren in Fitzgeralds Werk und plauderte aus seinen Erfahrungen bei der Beschäftigung mit dem »American Dream« und dessen Auswirkungen auf die menschlichen Beziehungen. Der Autor selbst hatte sein 200 Seiten starkes Buch vollmundig als »besten amerikanischen Roman, der je geschrieben wurde« bezeichnet. »Der große Gatsby« ist allerdings erst Jahre nach dem Tod Fitzgeralds als Meisterwerk anerkannt worden, spätestens nach der Verfilmung mit Robert Redford in den 70er Jahren. Kniesbeck hatte den Stoff zunächst für leichter konsumierbar eingestuft. Doch eine gewisse Melancholie, Existenzen zwischen Schein und Sein wollen auf die Bühne gebracht werden. Ausstatterin Stephanie Kniesbeck, die mit ihrem Bruder Matthias oft zusammenarbeitet, mochte Genaueres zur Optik nicht verraten. Nur so viel: Sie ist rein mit Theatermitteln gestaltet – mit geschmeidigen Übergängen, ohne Videotechnik. Die Kostüme entsprechen der Entstehungszeit des Romans. Ebenfalls an den 20er Jahren orientiert sich die Musik von Spahr, der aber auch neuere Anleihen nicht scheut. Premiere ist am kommenden Samstag um 19.30 Uhr im Großen Haus. rw

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