Stadt Gießen

SPD und Grüne rechtfertigen Tempo 30

26. Oktober 2014, 17:28 Uhr
In der Eichgärtenallee gilt von nun an Tempo 30 und rechts vor links. Das ist das aktulle Reizthema in der Stadtpolitik. (Foto: Schepp)

Die Neuregelung erhöhe die Verkehrssicherheit, betonen sie in einer gemeinsamen Erklärung. Der geringfügig erhöhte Zeitaufwand für den Kraftverkehr sei zumutbar. Gerade in der Eichgärtenallee benötige die Neuregelung allerdings eine längere Eingewöhnungsphase für die Autofahrer.

Es gehe nicht um Ideologie, »sondern viel mehr darum, ob wir unsere Straßen auch als Lebensraum ihrer Bewohner und Besucher sehen, als Aufenthaltsraum und als Mobilitätsgarant für alle Verkehrsarten«, schrieb die Grünen-Verkehrsxpertin Bettina Speiser. Dass Tempo 30 von reinen Wohngebieten auf Geschäftsstraßen oder größere Straßen mit viel Rad -und Fußverkehr ausgeweitet wird, sei ein internationaler Trend; in Graz etwa gelte schon seit 1992 unter großer Akzeptanz der Bevölkerung eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h.

Speiser sieht als einen zentrale Vorteil der Verkehrsverlangsamung die Erhöung der Sicherheit: »Der Anhalteweg ist nur halb so lang wie bei Tempo 50, die Unfallschwere deutlich geringer und der Blickwinkel, in dem Gefahrensituationen wahrgenommen werden, ist viel breiter, was vor allem Fußgängern und Radfahrern zu mehr Sicherheit verhilft.« Radfahren auf der Straße bei Tempo 30 sei die sicherste Variante der Radverkehrsführung. Das zweite Hauptargument der Grünen ist die Verringerung des Verkehrslärms um etwa drei Dezibel, was Anwohner und nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer entlaste.

»Langfristig entsteht dadurch mehr Lebensqualität in den Städten«, ergänzt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion. Christian Heimbach: »Davon profitieren alle. Durch die verbesserte Sicherheit gibt es mehr nichtmotorisierten Verkehr, was wieder zu weniger Lärm und Schadstoffen führt – eine positive Spirale.«

In der Eichgärtenallee erhöhe sich die Fahrzeit durch die Reduzierung von 50 auf 30 km/h rein rechnerisch um 48 Sekunden, erläutert Speiser, »aber ein bisschen mehr Geduld sollte uns Autofahrern, die wir auch bei Regen im Trockenen sitzen, diese Vorteile für die Allgemeinheit wert sein.« Konkret für die Eichgärtenallee erwartet sie: »Mehr Platz für Fußgänger auf dem Weg entlang des Schwanenteichs, weniger Abbiegeunfälle aus den einmündenden Straßen und leichteres Queren der Parkbesucher, zu denen hier auch sehr viele ältere und gehbehinderte Personen gehören.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bündnis 90/ Die Grünen
  • CDU
  • Freie Wähler
  • SPD
  • SPD-Fraktion
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.
0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung (Noch Zeichen verfügbar)





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.