Hells-Angels-Türsteher schlug auf Gäste ein: Haftstrafe

Gießen (srs). Die Tätigkeit des Türstehers »ist ja auf Konflikt angelegt«, hielt Richter Dr. Johannes Nink fest. Der Angeklagte allerdings habe ein »gewaltiges Gewaltproblem«. In zwei am Donnerstag im Landgericht verhandelten Fällen schlug der Türsteher auf Gäste einer Diskothek ein. Der 31-Jährige muss nun eine Haftstrafe antreten.
18. September 2014, 22:08 Uhr

Zu vierzehn Monaten Gefängnis wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilte ihn die Kammer. Dem in Gießen geborenen und aufgewachsenen Mann droht allerdings eine noch längere Haft, da er in weiteren Gerichtsverfahren angeklagt ist. Unter anderem soll er im Juni vergangenen Jahres als Türsteher auf Gäste eines Bordells in Pohlheim eingeprügelt haben.

Ende Mai 2011 schlug der 31-Jährige in der Gießener Diskothek einem Polizisten von hinten aufs Ohr, der in der Lokalität privat mit einem von ihm betreuten Frauenfußball-Team hatte feiern wollen. Der Beamte stürzte durch den Hieb gegen einen Heizkörper. Im Mai 2012 warf der Türsteher einen Schüler aus der Diskothek. Als der 19-Jährige an der Kasse stehen blieb und nach seiner Verzehrkarte suchte, schlug der Angeklagte kurzerhand zu. Verurteilt wurde der in Reiskirchen lebende Mann außerdem wegen Beleidigung von zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Im Oktober 2011 war er auf der A 5 von der Polizei angehalten worden. Obwohl die Beamten damals Pfefferspray gegen den aggressiv beleidigenden Mann einsetzten, drohte dieser unbeeindruckt, er kämpfe jetzt »wie ein Mann«. Im Auto fand die Polizei neben zwei Baseballschlägern auch die Weste der Hells Angels.

Das Amtsgericht hatte den 31-Jährigen für die Taten im November 2012 zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt. Gestern beschränkte die Verteidigung ihre Berufung auf die Anfechtung des Strafmaßes, akzeptierte somit die Anklagepunkte in der Sache. Die Kammer wertete dies als Geständnis und reduzierte das Strafmaß der ersten Instanz daher um zwei Monate. Warum, so fragte der Vorsitzende Richter den Angeklagten, habe dieser sich denn für den Beruf des Türstehers entschieden? »Wegen der Mädchen«, antwortete der 31-Jährige schmunzelnd.

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