Stadt Gießen

Ausstellung zu Kohlendioxid-Bilanz von Lebensmitteln

18. September 2014, 17:28 Uhr
Das CO2-Säckchen der regionalen Tomate ist federleicht, das des Rindfleischs schwer.

Über diese und zahlreiche weitere Fakten zum Einfluss der Ernährung auf die Umwelt informiert die Ausstellung »Klimagourmet« an der Lichtkirche. Statt der Schautafeln macht man das Thema dabei im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar.

So hängen etwa kleine Stoffsäcke an hölzernen Tomaten. Sie sind mit dem Gewicht gefüllt, welches für ihre Produktion an Kohlendioxid anfiele. Während die heimische Gartentomate aus biologischem Anbau mit neun Gramm CO2 für ein halbes Pfund daher kommt, sind es bei roten Früchten aus dem beheizten Gewächshaus 1800 Gramm – den Unterschied merkt man deutlich. Ähnlich sieht es bei Fisch aus: Fischstäbchen verursachen einen viermal so hohen Kohlendioxid-Ausstoß wie normaler Fisch.

Doch auch beim vermeintlich harmlosen Wasser kann man schnell zum Umweltbelaster werden. So verursacht Mineralwasser je nach Produktion und Transportweg einen zwischen 90 und 1000-fach höheren CO2-Ausstoß als Leitungswasser.

Auch der Flächenverbrauch ist beachtlich. Während sich der Verbrauch an Kartoffeln pro Kopf und Jahr auf 15 Quadratmetern anbauen lässt, sind es bei Weizen bereits 123 Quadratmeter und bei Schweinefleisch 498 Quadratmeter. Schweinefleisch anbauen? Ja, denn das Schwein will Futter haben – und dieses muss erst einmal erzeugt werden.

Statistisch gesehen vertilgt jeder Deutsche in seinem Leben 945 Hühner, 46 Schweine, 12 Gänse und vier Rinder – und dabei gleichen die Fleischesser die Vegetarier aus. Mit 88 Kilogramm liegt Deutschland fünf Kilogramm unter dem europäischen Durchschnittsverbrauch an Fleisch von 93 Kilogramm pro Jahr. Jedoch wandern 20 Prozent des Fleischs direkt in den Müll, ob als Abfälle im Schlachthaus oder als verdorbene Reste im Handel und zu Hause.

Nicht nur schockierende Zahlen, sondern auch Lösungsansätze bietet die Ausstellung. So gibt es etwa im Begleitheft einen Saisonkalender, welches Obst- und Gemüse wann in Deutschland reif ist. Wer hier auf frische, regionale Ware zurückgreift, kann die schlechte Klimabilanz vermeiden. Auch wer sich zwei Tage die Woche vegetarisch, saisonal, biologisch und regional ernährt, kann damit 18 Prozent der Gesamtemissionen einsparen. Viel leichter fällt jedoch noch eines: Nie mehr Fleisch und Wurst einkaufen, als man verbrauchen kann – das schont sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt. (pad)

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