Stadt Gießen

Flüchtlinge werden in Zelten untergebracht

11. August 2014, 20:38 Uhr
Zelte auf dem Gelände der HEAE im früheren US-Depot. (Foto: pv)

Eine neuerliche Flüchtlingswelle – allein am vergangenen Wochenende standen 225 weitere Menschen vor den Toren der HEAE – ließ der Leitung der Einrichtung keine andere Wahl. »Wir haben uns sehr lange gegen den Aufbau von Zelten gewehrt und verstehen dies auch jetzt noch als eine absolute Not- und Zwischenlösung«, sagte Leiterin Elke Weppler am Montag.

Nach Angaben des Gießener Regierungspräsidiums ist die Zahl der nach Hessen einreisenden Flüchtlinge weiter gestiegen. Allein im Juli suchten bis zu 300 Personen mehr eine Bleibe als noch im Vormonat. Trotz einer Verfünffachung der Unterbringungskapazitäten in den letzten zwei Jahren und trotz großer Bemühungen, weitere Gebäude anzumieten, müssten ab sofort auch Zelte zum Einsatz kommen, um jedem Flüchtling ein Bett und ein Dach über dem Kopf garantieren zu können. Derzeit geht die HEAE davon aus, dass die Zelte bis Mitte September genutzt werden, danach stünden weitere, noch im Umbau befindliche Gebäude für zusammen 700 Menschen zur Verfügung, erklärte Weppler. Aufgrund der jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen sei kurz- bis mittelfristig aber weiterhin mit einer steigenden Zahl zu rechnen.

So haben sich Politiker verschiedener Parteien in den letzten Tagen dafür ausgesprochen, Menschen aus der kurdisch-irakischen Bevölkerungsgruppe der Jesiden, die seit Wochen im Irak von der Terrorgruppe Islamischer Staat verfolgt wird, in Deutschland aufzunehmen. Was die Gießener HEAE betrifft, sind die Herkunftsländer weiterhin in erster Linie Eritrea, Syrien, Afghanistan, Somalia und Serbien. Mit größerem Abstand folgten Pakistan, Albanien und Äthiopien. Rund 1700 Menschen warteten derzeit in Gießen auf ihre Anhörung zum Asylverfahren oder auf eine dauerhafte Bleibe in einem Landkreis oder einer Kommune. Täglich würden etwa 20 bis 50 Personen dorthin zugewiesen. Die durchschnittliche Dauer der Erstaufnahme in Gießen betrage zurzeit vier Wochen.

Um die Einrichtung auf einen weiteren Anstieg der Flüchtlingszahlen vorzubereiten und um insbesondere in den eher stark frequentierten Herbst- und Wintermonaten für weiteren Zustrom gewappnet zu sein, seien die Fachleute des RP seit vielen Monaten mit Hochdruck auf der Suche nach geeigneten Unterkünften oder Objekten, auch stets mit dem Blick auf Möglichkeiten eines entsprechenden Umbaus, erläuterte Regierungs-Vizepräsident Hans-Otto Kneip. Die Gewährleistung einer menschenwürdigen Unterbringung der Asylbewerber bleibe auch unter den aktuellen Bedingungen das Ziel aller Mitarbeiter, die in und außerhalb der HEAE mit der Flüchtlingssituation befasst seien.

Grüne: »Vorsorgemaßnahme«

Eine längere Unterbringung in Zelten würde sich wohl auch die schwarz-grüne Landesregierung nicht leisten können. Die Landtagsfraktion der Grünen hatte die Aufstellung von Zelten auf dem Gelände der HEAE in Gießen Ende Juli als »Vorsorgemaßnahme« bezeichnet. Alle Verantwortlichen seien sich einig, dass das die Zeltunterbringung »nur eine Notlösung sein kann«, hieß es in einer Presseerklärung der Wetzlarer Abgeordneten Mürvet Öztürk.

Erstaufnahmeeinrichtung ist »bekannt in der Welt« Steigende Flüchtlingszahlen: RP stellt Zelte im Depot auf

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