»Nachttanzdemo« mit 1500 Teilnehmern

Gießen (srs). Zu lauter Musik tanzend und – so das offizielle Ziel – für eine aktive Friedenspolitik eintretend sind am Samstagabend junge Menschen durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei zählte 1500 Teilnehmer.
06. Juli 2014, 21:28 Uhr
1500 junge Teilnehmer spazierten und tanzten am Samstag bis Mitternacht zu wummernden Bässen durch die Innenstadt. »Desertiert, damit der Krieg verliert«, lautete eine Forderung auf einem Fahrzeug-Banner. (Foto: srs)

»In den Spitzenzeiten waren es sicher etwas mehr«, hält Alexander Vasil fest, der die Veranstaltung angemeldet hatte.

»Peace« rief Vasil vor dem Rathaus mehrmals ins Mikrofon – die Menge stimmte im Chor ein. Und mit diesem Appell war die Abschlusskundgebung der »Nachttanzdemo« nach wenigen Sekunden auch bereits beendet.

Die Demonstration wende sich vor allem gegen »Kriegshetze«, erklärte Vasil. »Bei außenpolitischen Problemen wie zum Beispiel in Syrien, Irak und Libyen proklamieren Politiker und Medien immer wieder militärisches Eingreifen als erste Lösung.« Dies sei »verantwortungslos und widerspricht dem Grundgesetz«.

Vier Stunden lang zogen die Demonstrierenden zu krachenden Klängen und wummernden Bässen ausgelassen feiernd vom Brandplatz aus über die Senckenbergstraße zum Selterstor, anschließend zum Universitätsplatz und über den Anlagenring bis zum Rathaus. Redebeiträge wie beispielsweise eines Sprechers der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend verurteilten unter anderem »sogenannte humanitäre Einsätze« der Bundeswehr und animierten die Teilnehmer zu Sprechchören: »Krieg dem Krieg überall. Bringt die Nato jetzt zu Fall.« Ansprachen hielten außerdem der DGB-Kreisvorsitzende Klaus Zecher für das Gießener Bündnis »Umfairteilen« und Vertreter des »Verbands der Studierenden aus Kurdistan«.

Die Redebeiträge waren aufgrund mangelhafter Akustik allerdings schwer zu verstehen. »Langweilig«, riefen Jugendliche während der Kundgebungen. »Wir wollen Musik hören.« Am Ende waren insbesondere auf dem Universitätsplatz mehrere Alkoholisierte zu beobachten.

Wie alle seit 2008 jährlich organisierten »Nachttanzdemos« verlief die Veranstaltung friedlich und ohne Zwischenfälle. Dies bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Beschwerden über Lärm von Anwohnern habe es aktuell nicht gegeben. Anlass für die erste »Nachttanzdemo« war die Einführung von Studiengebühren in Hessen. Inzwischen haben die Organisatoren einen eigenen Verein ins Leben gerufen. Weitere Informationen unter: www.nachttanzdemo-giessen.de.

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