Stadt Gießen

Masse der Gießener Altkleider landet auf dem Weltmarkt

14. Mai 2014, 22:18 Uhr
Eine von zehn Gießener Sammelstellen, wo nun ein zweiter Altkleidercontainer aufgestellt werden soll, befindet sich an der Ringallee. (Foto: Schepp)

Laut Vorlage der Stadtregierung stehen derzeit in Gießen 70 Altkleider-Container, verteilt auf 56 Standorte. Sie werden von drei gewerblichen und zwei gemeinnützigen Sammlern besetzt, die der Stadt dafür eine Gebühren zahlen. Die meisten Container (27) stammen von einem Unternehmen aus Marburg und dem Malteser Hilfsdienst aus Mainz (21). Das Rote Kreuz in Gießen belegt derzeit sechs Standorte. Nun will die Stadt weitere zehn Container genehmigen, nachdem es entsprechende Anfragen von Sammlern gegeben hatte. Die Standorte, an denen zusätzliche Behälter aufgestellt werden sollen, müssen ausgeschrieben werden. Bevor über das Standortkonzept im Stadtparlament entschieden wird, soll es in allen fünf Ortsbeiräten beraten werden.

Wie und wo Altkleidercontainer in Gießen aufgestellt werden, wird in einer Richtlinie geregelt, deren Hauptkriterium »straßenrechtliche Gesichtspunkte« sind. Mit dieser Richtlinie will die Stadt den »Wildwuchs« an Sammelcontainern abbauen, die Behälter gleichmäßig übers Stadtgebiet verteilen und sie mit Wertstoffbehältern zusammenführen.

Wie im vergangenen Jahr berichtet, gab es auch in Gießen Ärger mit Schuhcontainern, die von unbekannten Sammlern einfach aufgestellt worden waren, ohne dass es dafür eine Genehmigung gab. Die Stadt erklärte damals: »Nur auf den vertraglich genehmigten Containern befinden sich die entsprechenden Aufkleber der Stadt.«

Im Wert von 285 000 Euro

Die Initiative altkleiderspenden.de hat heruntergerechnet, dass in Gießen pro Jahr etwa 715 Tonnen Altkleider gesammelt werden. Eine in Gießen gesammelte Tonne Altkleider habe einen Wert von etwa 400 Euro, wenn sie an einen gewerblichen Sortierbetrieb verkauft werde. Daraus errechne sich ein Spendenwert aller Gießener Altkleider in Höhe von rund 285 000 Euro. Die Masse der auch in Gießen gesammelten Textilien gelange auf den Weltmarkt, knapp die Hälfte der gut 700 Tonnen lande vermutlich in Afrika, wo der Handel mit Altkleidern aus Europa ein florierendes Geschäft sei. Der Kleiderbedarf von bedürftigen Menschen in Gießen selbst umfasse dagegen nur etwa sieben Tonnen. Gedeckt wird dieser Bedarf in der Regel durch die Kleiderkammern, die in Gießen das DRK oder die Caritas betreiben.

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