Stadt Gießen

Über den großen Teich

21. Februar 2014, 19:18 Uhr
Mit »A visit to the Bronx« zeigte das Keller Theatre Gießen zuletzt ein Stück von Sharon E. Cooper. (Foto: pm)

Es ist das älteste englischsprachige Theater Deutschlands. Und es wird gewürdigt auch über die Grenzen der Republik hinaus: In der ersten Ausgabe des neuen Jahres widmete sich Sharon E. Cooper nun im »Dramatist Guild Magazine«, dem Mitgliedermagazin des Verbandes der Bühnenschriftsteller der USA, dem Keller Theatre Gießen. Unter anderem beschreibt die Autorin, wie es zu der Begegnung und intensiven Arbeitsbeziehung zwischen ihr und der Theatergruppe kam: Im Herbst letzten Jahres inszenierte der Intendant des Keller Theatre Gießen, Martin P. Koob, zwei Stücke, die extra für sein Theater konzipiert worden waren. Der Einakter »A visit to the Bronx« stammt aus der Feder eben jener Cooper, die auch Mitglied der Theatergruppe »Cry Havoc Company« in New York ist.

Der Kontakt entstand vor drei Jahren, als Koob sich dazu entschloss, das Stück »Mistaken Identity« der Autorin aufzuführen. Nachdem der Intendant des Keller Theater Gießen versuchte, Sharon E. Cooper zwecks Aufführungsrechten ausfindig zu machen, googelte Cooper zeitgleich nach »Mistaken Identity« um zu sehen, wer es jenseits des großen Teiches denn so – ohne ihre Erlaubnis – aufführte.

Beeindruckt sei sie gewesen, dass es ihr Stück bis nach Deutschland geschafft hatte, und nahm Kontakt auf. Martin P. Koob war ähnlich beeindruckt und begeistert, sie endlich gefunden zu haben, und so wurde aus einem ersten Schriftverkehr eine recht enge Freundschaft. Auch in Sachen Theater, so merkten die beiden schnell, stimmte die Wellenlänge.

So war es ein Highlight und dennoch keine Überraschung, dass Cooper im vergangenen Jahr persönlich zur Aufführung ihres Stückes nach Gießen kam. Die Inszenierung habe bei ihr große Begeisterung gefunden, die schauspielerische Leistung der Akteure des Keller Theatre Gießen habe die Autorin beeindruckt.

Von der Ankunft bis zur Abreise, so beschreibt sie nun im »Dramatist Guild Magazine«, habe sie sich herzlich aufgenommen gefühlt und sei kulinarisch verwöhnt worden. Auch die Nähe etwa zu Heidelberg und Frankfurt mache Gießen besuchenswert. Sharon E. Cooper, eine jüdische Amerikanerin mit europäischen Vorfahren, wurde auch zu historischen Plätzen in Gießen geführt, zum Jüdischen Viertel auf dem Alten Friedhof etwa, auch die Stolpersteine seien ihr in Erinnerung geblieben.

Wie das Keller Theatre Gießen erklärt, werde die Freundschaft zwischen der Theatergruppe und der Autorin weitergepflegt und man darf sich in Zukunft auf weitere Stücke von Sharon E. Cooper freuen.

In der Folge des Artikels hat sich zwischen dem Keller Theatre und vielen weiteren US-Autoren reger Kontakt entwickelt – die kommenden Spielzeiten werden, so kündigt das Keller Theater Gießen an, einige Ergebnisse daraus zeigen. Die Geschichte des ältesten englischsprachigen Theaters der Republik ist noch nicht zu Ende. pm

///

Zurzeit spielt das englischsprachige Keller Theatre »Oleanna« ein Stück von David Mamet, unter der Regie von Martin P. Koob in der Kleinen Bühne Gießen. Auch heute ist das Stück zu sehen. Tickets gibt es über das Dürerhaus Kühn, Tel. 06 41 3 56 08.

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