Puppen-, Bären- und Spielzeugbörse gut besucht

Gießen (rk). Auf einen Rundgang durch die nostalgische Spielzeugwelt begaben sich am Sonntag die Besucher bei der Puppen-, Bären- und Spielzeugbörse in der Kongresshalle, mit der der langjährige und traditionsreiche Puppen- und Bärenmarkt fortgesetzt wurde. Über 40 Aussteller aus ganz Deutschland waren gekommen.
19. Januar 2014, 18:48 Uhr
Einen guten Besuch verzeichnete die Puppen-, Bären- und Spielzeugbörse am Sonntag in der Kongresshalle. (Fotos: rk)

Interessierte Gäste und ambitionierte Sammler ließen sich von den hochwertigen Puppen sowie den antiken Teddybären bezaubern.

»Es steckt viel Arbeit dahinter«

»Die ist ja süß«, sagt eine Frau mittleren Alters mit Blick auf die Babypuppe in ihrem Arm. Gerade hat sie die kleine schlummernde »Marie« von Hanna Zemsta-Wasiks Ausstellungstisch gehoben. Das weiche Haar, die kleinen Äderchen, sogar der Duft – Marie wirkt wie ein richtiges Baby. Doch sie ist nur ein Ausstellungsstück von Zemsta-Wasiks hochwertigen »Reborn-Babys«, die sie auf der Puppenbörse zum Verkauf anbietet. Rund 500 Euro kostet ein solches Exemplar. »Es steckt viel Arbeit dahinter«, erklärt Reborn-Artist Zemsta-Wasik. Bis zu 80 Stunden braucht sie für die Herstellung von so einem kleinen Wesen. Die Bausätze aus Köpfen, Armen und Beinen werden von der Künstlerin handmodelliert und der Torso mit verschiedenen Materialien gefüllt, bis sie ein realistisches Aussehen und Gewicht erreichen. »Eigentlich verschenke ich meine komplette Freizeit an diese Puppen«, sagt die Gießenerin. »Es macht viel Arbeit, aber auch viel Spaß«.

Hanna Zemsta-Wasik ist eine von über 40 Ausstellern, die zu der Hobbybörse in der Kongresshalle gekommen sind, um den Teddykünstlern, Bastlern und Puppenliebhabern ihre Ware zu präsentieren. Für die interessierten Besucher wird eine Menge Puppen- und Teddyzubehör und verschiedene Workshops angeboten. Für viele von ihnen ist diese Börse eine feste Konstante in ihrem Kalender. Umso trauriger waren sie, als letztes Jahr bekannt wurde, dass diese in der Szene außerordentlich bekannte Veranstaltung aufgrund rückläufiger Besucherzahlen nicht mehr stattfinden sollte. Doch die vielen Puppen- und Teddymacher aus der Region wollten sich damit nicht abfinden und nahmen Kontakt zu Martin Haida von haida-direct auf, der schon seit vielen Jahren bundesweit Puppen- und Teddybörsen veranstaltet. Zum ersten Mal findet die Gießener Veranstaltung heute unter seiner Regie statt. »Die Börse war schnell bis zum letzten Zentimeter ausgebucht«, erzählt er während er durch die Ausstellungsgänge der Hobbybastler in der Kongresshalle geht.

Auch Rotraud und Werner Lübke aus dem Dortmunder Raum sind mit dabei. Die Herdecker stellen seit über 18 Jahren hochwertige Teddybären aus Mohair, Edelplüsch und Echthaar her. Mit ihren Teddys waren sie nicht nur schon in ganz Deutschland, sondern auch in der ganzen Welt unterwegs – darunter Europa, Kanada, USA und Taiwan. »Es ist definitiv ein Hobby, mit dem man rum kommt«, erzählt Rotraud Lübke. Unter ihren Teddys befinden sich große und kleine, plüschige und feste Exemplare in allen erdenklichen Farben. Allen hat sie einen Namen gegeben. »Die Namen vergebe ich je nachdem, wie alt und ausgefallen sind«, verrät Lübke. So sind in der Echtfell-Riege Teddybären mit Namen wie »Hugo«, »Bruno« und »Sternchen«, und in der Riege mit Teddys, die von Lübke aus einem über 100 Jahre alten Sofa hergestellt wurden, »Gerda«, »Gert« und »Burkhard« vertreten.

Fachkundige Reparaturen

Wenn der Teddy eine neue Stimme braucht oder genäht werden muss, der Puppe die Augen rausgefallen sind oder Wimpern fehlen, können sie ihre Besitzer an den Ständen der zahlreichen Puppen- und Bärendoktoren fachkundig reparieren lassen. Gabi Riexinger ist eine von ihnen. »Ich mag alte Puppen und altes Spielzeug«, sagt Riexinger, selbst Sammlerin von rund 130 nostalgischen Puppen. Sie repariert seit 23 Jahren Puppen jeden Alters und Materials. Normalerweise befindet sich ihre Puppenklinik in Hungen-Rodheim. Doch heute ist die Puppendoktorin mit ihrer mobilen Einsatzstation direkt vor Ort, um sich um die Lieblinge der Besucher zu kümmern.

Martin Haida zeigt sich zufrieden mit der Ausstellung. »Es waren viele Besucher da«. Die nächste Börse ist schon geplant: Sie findet am 8. Februar des nächsten Jahres in der Kongresshalle statt.

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