Nudelbrücken und Feuershow im Mathematikum

Gießen (awb). Zum Start ins Wochenende konnte im Gießener Mathematikum nicht nur der Wissensdurst gestillt werden. Die »Lange Nacht der Wissenschaft« lockte bei Unterhaltung, Cocktails und Lounge noch bis spät in die Nacht hunderte Besucher in das Mitmachmuseum.
27. Oktober 2013, 18:48 Uhr
Die Nudelbrücke des Teams »Pontifex Pastafix« war am stabilsten: Über 30 Kilo Gewicht konnte die 646 Gramm leichte Konstruktion halten . (Fotos: awb)

Sie ließen sich auf eine Reise durch physikalische und chemische Phänomene entführen. Wettkämpfe, nie gezeigte Exponate persönlich von Hausherr Prof. Albrecht Beutelspacher vorgeführt, und zum Abschluss eine Feuershow bis kurz vor Mitternacht waren die Höhepunkte im ehemaligen Zollamtsgebäudes. Die Nacht stellte den Abschluss der Sonderausstellung »Bewegte Momente« dar. Auch das Chemikum Marburg war zu Gast – und sorgte sogar für eine unplanmäßige Überraschung.

Während in den unteren beiden Etagen des Gebäudes etliche Menschen sich Kaffee und Köstlichkeiten hingeben, brodelt die Spannung im zweiten Stockwerk. Eine Wand aus Zuschauern ringt sich um die keine 700 Gramm schwere Brücke. 70 Zentimeter Spannweite hat sie und besteht ausschließlich aus Nudeln und Klebstoff. »Pontifex Pastafix« nennen sich die Schöpfer, eine Gruppe des Chemikums Marburg um Jana Lorenz. Was hier gerade stattfindet, ist ein Wettbewerb: Fünf Nudelbrücken messen sich in ihrer Haltbarkeit.

Eine Brücke zerbrach schon bei der belastungsfreien Präsentation, zwei Brücken von Kinderteams konnten schon mit über 10 Kilogramm belastet werden, bis sie einstürzten. Das Problem mit »Pontifex Pastafix« ist nur, dass der mit Sand gefüllte Eimer, der im Zentrum der Brücken aufgehängt wird, bereits voll ist. 30,9 Kilogramm Sand baumeln unter der Konstruktion und das Mathematikum gibt klein bei: »Wir haben keine Gewichte mehr« heißt es in der Moderation.

Die zweite Brücke der »erwachsenen Konstrukteure« zerbricht bei knapp 12 Kilogramm. Der Sieger steht fest und kann seine Brücke sogar im Ganzen an sich nehmen.

Erfunden wurde der Wettkampf jedoch nicht vom Mathematikum. Bei den »Nudelbrücken« werden in den USA sogar Weltmeisterschaften ausgetragen. Den Rekord trägt eine vergleichbar leichte Brücke, mit jedoch einem ganzen Meter Spannweite. Belastung bei Bruch: Circa 460 Kilogramm.

+++ Bilder von der »Langen Nacht der Wissenschaft« in der Galerie

Der Kampf um die stärkste Nudelbrücke ist jedoch nicht die einzige Attraktion, die den Wissbegierigen geboten wird, die teilweise von weit her angereist waren. »Unglaublich, was hier gezeigt wird«, bemerkt ein Vater aus Paderborn, bevor er seine Familie einsammeln muss, die sich über die zahlreichen Angebote im Haus versprengt hat.

Stündlich liefert das Mathematikum ein neues Highlight. Dazwischen experimentieren die Besucher mit den aktuellen Exponaten. Im ersten Stock holt Prof. Beutelspacher ein Mädchen aus dem Publikum und führt mit ihr und seiner »erwachsenen Assistentin« einige Schwingungsexperimente durch. Nicht alle Versuche scheinen so zu laufen, wie es Beutelspacher gehofft hatte, doch lässt er sich nicht beirren: »Das ist live«, scherzt er, und immerhin ist es nicht so ganz einfach. In einem von mehreren Präsentationen soll ein Seil beispielsweise von ihm und der jungen Zuschauerin an beiden Enden geschleudert werden und unabhängig der Geschwindigkeit eine konstante Sinuskurve bilden, quasi »eine Welle machen.«

Etwas weniger wissenschaftlich klingt der Abend aus. Doch die Gruppe »Wundbrand«, die im Hof des Mathematikums seine Feuershow präsentiert, wäre nahezu am falschen Platz gewesen, hätten sie nicht noch einige Experimente in ihrem Metier vorbereitet. So wird Stahlwolle nur mit einer Batterie in Brand gesetzt und auch eine kleine Staubexplosion demonstriert. Dann wird Feuer gespuckt und in lodernden Flammen getanzt.

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