Stadt Gießen

LS-Bau-Insolvenz: Staatsanwalt ermittelt

19. September 2012, 09:23 Uhr
Die Firmenschilder des Unternehmens Ludwig Schneider sind überklebt mit dem Hinweis »Versteigerungen«. (Foto: Schepp)

Abgelehnt wurde ein Verfahren auch für die Kraft Holding GmbH. Dass es »mangels Masse« nicht zu einer Eröffnung des Verfahrens kommen würde, hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Pfeil im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung ebenfalls bestätigt. Doch für die Verantwortlichen der renommierten Firma könnte es noch schlimmer kommen. Die Gießener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Insolvenzverschleppung, bestätigte auf Anfrage Sprecherin Ute Sehlbach-Schellenberg. »Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.«

Schon nach der Übernahme des Insolvenzverfahrens im Frühjahr hatte Betriebswirt Pfeil die Rettungsaussichten für das Unternehmen als »ziemlich hoffnungslos« bezeichnet. Die 1899 gegründete Firma Ludwig Schneider war bis vor wenigen Jahren das zweitgrößte Baugeschäft im heimischen Raum. Bereits 2006 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Doch auch die Bemühungen des Nachfolgeunternehmens LS Bau und der 2004 gegründeten Ludwig Schneider Service GmbH, die sich auf Beschichtungs- und Neubauarbeiten an Tankstellen sowie auf den Ofenbau spezialisiert hatte, waren nicht von Erfolg gekrönt.

Nach dem Insolvenzantrag hatte der Frankfurter Betriebswirt der 80-köpfigen Belegschaft bei einer Betriebsversammlung eine skeptische Prognose hinsichtlich der Zukunftsaussichten gestellt. Es gebe so gut wie keine Liquidität, die Auftragslage sei schlecht. Zudem monierte Pfeil den sehr spät gestellten Insolvenzantrag, der kaum Zeit lasse, ein Konzept für einen potenziellen Interessenten zu erstellen. Die Geschäftsführung hatte dagegen die schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand als einen Grund für den Niedergang des Unternehmens angeführt.

Hinweise darauf, dass die Rettungsversuche für den Betrieb gescheitert sind, gibt auch der Anblick des Unternehmenssitzes. Über den Firmenschildern vor dem Gebäude an der Stadtgrenze zu Heuchelheim kleben Plakate mit der Aufschrift »Versteigerungen«.

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