Video vom Abriss des Samen-Hahn

Seit Wochen bewegt "Hahns Garten Center" die Gemüter in Gießen. Nun bewegt sich sprichwörtlich etwas am Gebäude: Der Samen-Hahn wird abgerissen. Mit einer Webcam dokumentiert die Redaktion den Abriss.
22. Juni 2012, 08:00 Uhr
Schutzvorhang aus Altreifen.

Fortschritt

+++ Der größte Teil der Arbeit am Samen-Hahn-Gebäude ist getan, jetzt wird der Schutt abgeräumt. Deshalb schalten wir die Webcam nun ab.

+++ 26. Juni, 12.36 Uhr: Bis morgen soll der Abriss fertig sein. Schon jetzt stehen eigentlich nur noch die Grundmauern des Erdgeschosses. Am Donnerstag soll dann auch die Sperrung wieder aufgehoben werden.

 +++ 26. Juni, 10.15 Uhr: Die Mauern sind gefallen, nur die des Erdgeschosses stehen noch. Ein Bagger räumt den Schutt zur Seite.

+++ 25. Juni, 16.30 Uhr: Das Graffito "Bella Ciao" ist nicht mehr. Die Abrissarbeiten am zweiten Teil des Samen-Hahn-Hauses gehen weiter. Ein Teil der Fassade ist bereits gefallen.

+++ 25. Juni, 14.50 Uhr: Bis heute Mittag tat sich wenig bei Samen-Hahn. Vorrangig wurden Trümmer von Freitag beiseite geschafft. Nun laufen die Arbeiten am zweiten Teil des Gebäudes an. Bis Mittwoch soll das Haus abgerissen sein.

+++ 25. Juni, 10.45 Uhr: Heute soll der zweite Teil des Samen-Hahn fallen. Noch arbeitet der Bagger in den Überresten des am Freitag abgerissenen Gebäudeteils.

+++ 22. Juni, 18 Uhr: Der erste Teil des Samen-Hahn ist fast bis auf die Grundmauern abgerissen worden. Die Arbeiten werden am Montag fortgesetzt, der Schutzvorhang aus Autoreifen wird dann nicht mehr nötig sein, weil keine Gefahr für das angrenzende Gebäude mehr besteht. Der Eckbau Bahnhofstraße/Reichensand wird als nächstes abgetragen. Zu Zwischenfällen kam es beim Abriss nach aktuellen Kentnissen nicht.

+++ 22. Juni, 12.55 Uhr: Die ersten Steine fallen, es staubt ordentlich. Heute ist der auf dem Kamerabild rechte Gebäudeteil dran, das Haupthaus soll dann ab Montag abgerissen werden. Die Anwohner dürfen darauf hoffen, dass die Straße ab Mittwoch wieder freigeben wird.

+++ 22. Juni, 10.51 Uhr: Mit einem Kran wird während der Arbeiten ein sogenannten "Vorhang" aus Altreifen zwischen dem Samen-Hahn und dem nächsten Wohnhaus in der Bahnhofstraße positioniert. Der Vorhang (rechts oben im Bild der Webcam) soll verhindern, dass das Nebengebäude beschädigt wird, teilt der Bauleiter vor Ort mit.

+++ 22. Juni, 10.17 Uhr: Erste Studentengruppen lassen sich auf der Rückseite der Baustelle nieder und genießen das Spektakel bei Mettbrötchen und Getränken. Seit 8 Uhr morgens wird auf der Baustelle gearbeitet. Die Anwohner sollten auf jeden Fall die Fenster schließen, denn trotz Wasserstahler wird eine Menge feiner Staub durch die Luft gewirbelt.

+++ 22. Juni, 9.23 Uhr: Es tut sich was beim Samen-Hahn-Haus: Bis Mittwoch soll das Gebäude nun fallen. Heute Nacht gegen 3 Uhr wurde ein weiterer Bagger angeliefert, derzeit ist man kräftig am Arbeiten. Eine Hälfte des Gebäudes soll bereits heute abgetragen werden. Die andere soll bis Mittwoch folgen.  

+++ 21. Juni, 18 Uhr: Vor dem Gebäude auf dem Gehsteig um den Samen-Hahn hat die Abrissfirma großflächig einen Sandgürtel angelegt. Nach den uns bekannten Informationen wird das Großgerät, das den Abriss derzeit verzögert, mit einem Schwertransport angeliefert, was nur zu bestimmten Zeiten möglich ist. Wir sind gespannt, ob man der Ankündigung diesmal Taten folgen lässt und Freitag wirklich ein Großbagger aufgefahren wird.

+++21. Juni, 10.23 Uhr: Auf der Baustelle Samen-Hahn herrscht zum ersten Mal seit Montag wieder mehr Bewegung. Lkw sind im Reichensand aufgefahren, Bauarbeiter verschieben Absperrgitter und arbeiten auf der Brache hinter dem Gebäude, in der Bahnhofstraße parkt nun ein roter Bauwagen. Offensichtlich ist die Baufirma guten Glaubens, dass sich in den nächsten Tagen etwas bewegen wird. Die »liebe« hat es zum Teil bereits erwischt.

+++ 20. Juni, 11.15 Uhr: Der Samen-Hahn bleibt nach 30 Jahren Leerstand noch ein wenig länger erhalten. Wie der Stadtverwaltung nun bekannt wurde, wird das für Dienstag angekündigte Großgerät frühestens Freitag Gießen erreichen. Die eigentlichen Arbeiten werden damit wohl nicht vor nächster Woche beginnen. Das Gebäude soll dann vorsichtig Stück für Stück abgetragen werden, um das angrenzende Wohnhaus der Bahnhofstraße 39 nicht zu beschädigen. Für die Anwohner bleibt die Zufahrt zum Reichensand und der Bahnhofstraße nun noch länger beeinträchtigt. Ursprünglich wollte die Stadt die Straßensperren in dieser Woche abbauen.

+++ 20. Juni, 9.25 Uhr: Tag drei nach dem angekündigten Abrissbeginn. Noch immer deutet nichts darauf hin, dass es in den nächsten Stunden losgeht, von Großgeräten keine Spur.

+++ 19. Juni, 14 Uhr: Vor dem Gebäude tut sich nichts. Dahinter auch nicht. Es wird tatsächlich nicht vor Mittwoch mit der Fortsetzung der Arbeiten zu rechnen sein.

+++ 19. Juni, 9.35 Uhr: Auf der Baustelle Samen-Hahn sieht es heute nicht anders aus als gestern. Kein Großbagger, keine Abrissbirne weit und breit in Sicht. Sollte das Haus, wie von "roofer51" in den Kommentaren vermutet, vielleicht von alleine umfallen, dann werden wir es auf der Webcam zum Glück sehen können.

+++ 18. Juni, 15.30 Uhr: Mit ziemlicher Gewissheit wird sich der Abbruch verschieben. Wie die Redaktion erfahren hat, wird in der Nacht auf Dienstag ein Großbagger nach Gießen gebracht werden. Mit sichtbaren Abbrucharbeiten ist damit wohl erst ab Mittwoch zu rechnen. Die Stadt ist indes vorbereitet, die Straßensperrung noch in dieser Woche aufzuheben.

+++ 18. Juni, 15 Uhr: Anscheinend geht es heute mit den Abbrucharbeiten nicht weiter voran. Auf der Baustelle ist alles ruhig.

+++ 18. Juni, 13.55 Uhr: Bisher zeugt nichts von einem schnellen Abbruch des Hauses am ersten Tag. Kalkuliert ist für die Arbeiten eine ganze Woche. Auch auf der Rückseite, die unsere Webcam nicht zeigem kann, weisen lediglich zwei blaue Container auf das Vorhaben hin. Der Bagger steht bereits seit dem Wochenende an Ort und Stelle. Vermutlich haben die Gießener noch einen weiteren Tag, noch schnell einen Schnappschuss mit der "liebe" zu machen.

Zur Causa Samen-Hahn

»Die Kritiker sprachen von einem ›Schwarzen Donnerstag für den Denkmalschutz‹, als am 2. Juli 1981 die Abrissbagger im Reichensand anrollten und begannen, das Biedermeier- und Gründerzeit-Ensemble aus den Jahren 1830 und 1880 abzureißen. Tags zuvor hatte die Stadt - das Votum der eigenen Denkmalschutzbehörde – der Bauträgergesellschaft Shobeiri GmbH die Abrissgenehemigung erteilt.

Entstehen auf dem Areal an der Bahnhofsstraße sollte für 18 Millionen Mark ein Wohn- und Geschäftskomplex. Bebaut ist das Gelände, auf dem von den historischen Gebäuden nur die Adresse Bahnhofstraße 35 erhalten wurde, bis heute nicht. Vielmehr machte das so genannte Samen-Hahn-Areal seitdem eine eher fragwürdige Karriere als Gießens bekanntester Schandfleck. Auf absehbare Zeit wird sich daran nichts ändern.« – So schrieb die Gießener Allgemeine vor fast genau sechs Jahren, am 1. Juli 2006 über das Gebäude Samen Hahn. Nun rücken erneut Bauarbeiter an, und diesmal werden sie das Gebäude dem Erdboden gleichmachen.

Wieder richtig Fahrt aufgenommen hatte die Sache am Donnerstag, dem 12. April 2012, als die Stadt in einer Meldung die Sperrung der Straßen Bahnhofsstraße/Reichensand / Schanzenstraße mit »sofortiger Wirkung« anordnete, weil der Samen Hahn akut einsturzgefährdet sei.

Im nächsten Schritt war die Empörung groß bei den politischen Parteien jeder Coleur und bei einigen Bürgern, die sich auf Facebook und in den Kommentarspalten zu Wort meldeten. Die Kritik richtete sich in erster Linie gegen die Eigentümer des Gebäudes.

Zusätzliche Sperren wurden angebracht, was zu grotesken Szenen vor dem Haus führte, damit die Sicherheit für Fußgänger in einem größeren Abstand gewahrt blieb. Unter anderem gab es aber auch Überlegungen, was mit dem Haus und seiner alten, schönen Fassade geschehen soll.

Am Dienstag, dem 23. Mai dann eine Entscheidung: Dem Magistrat lag der Antrag auf Abriss der Eigentümerfamilie vor. In einer Meldung wurde bestätigt, dass man dem Antrag seitens der Verwaltung zustimmen werde.

In einer nichtöffentlichen Sondersitzung Ende Mai wird dem Abriss endgültig  zugestimmt. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte zuvor in einer Stellungnahme ebenfalls den Abriss des »Samen Hahn« befürwortet.

Sechs bis acht Wochen nach der Abstimmung sollte der Abriss vonstatten gehen, hatte Baudezernentin Gerda Weigel-Greilich noch prognostiziert.
Man entschied sich, nach Angaben, aber für eine schnelle Lösung, um die Anwohner durch die gesperrten Straßen nicht noch stärker zu belasten. Die Abrissarbeiten beginnen deshalb bereits am Montag, dem 18. Juni. (one)

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