Viele Gießener fahren mit Bus und Bahn zum Hessentag

03. Juni 2012, 21:58 Uhr
Groß war das Gedrängel am Gießener Bahnhof vor den Türen der Züge, die Richtung Wetzlar fuhren – vor allem beim Hessentag-Auftakt am Freitagabend mit dem Elton-John-Konzert. (Foto: csk)

Besonders abends waren Busse und Sonderzüge gut ausgelastet. Ärger gab es aber selten; die meisten Schlachtenbummler nahmen die Hektik eher gelassen und humorvoll. Das galt freilich vor allem für diejenigen, die in Gießen starteten.

Wer an einer der Unterwegshaltestellen auf den Bus wartete, musste häufig erleben, dass das vollbesetzte Fahrzeug ihn stehenließ – etwa in Lahnau oder Wetzlar-Naunheim. Vor allem die zu dem Großereignis nicht verstärkte Linie 24 zeigte sich dem Ansturm nicht gewachsen (mehr dazu in den »Hessentags-Splittern« auf Seite 28).

Sir Elton John füllt nicht nur die Hessentagsarena, sondern auch das Parkhaus am Gießener Bahnhof. Anderthalb Stunden bevor der britische Popstar spielt, müssen Fahrer schon bis auf das zwölfte Parkdeck hinauf, wollen sie noch Lücken finden. Hundert Meter weiter wird klar, wo all die Autofahrer geblieben sind: am Bahnsteig. Besonders, wenn es darum geht, einen Sitzplatz zu ergattern, bilden sich große Menschentrauben – kommt man zu spät, bleiben nur Plätze in der Tür. »Wer in der Tür steht, der ist früher draußen«, kommentiert ein junger Mann sein vermeintliches Pech augenzwinkernd.

Am nächsten Einstieg reagiert nicht jeder so gelassen. Auch hier kämpft man um jeden Zentimeter hinter der Lichtschranke. »Rückt gefälligst, das ist wirklich asozial!«, brüllt ein Mann und nippt wie zur Beruhigung an seinem Energydrink. Just als die Tür schließt, schallt aus den Lautsprechern die Ankündigung für den nächsten Zug. Eine Handvoll schlauer Fahrgäste hat dort freie Platzwahl.

Weniger ruppig, aber fast genauso eng geht es an der Bushaltestelle Johanneskirche zu. Bis spätnachts bringt die Linie 11 etliche Schlachtenbummler nach Wetzlar. Doch warum eine Dreiviertelstunde fahren, wenn die Bahn höchstens zehn Minuten braucht? »Weil meine Kinder so gerne Bus fahren«, sagt Jens Leonhardt, der mit Sohn und Tochter die HR3-Party besucht. Ausgesprochen unangenehm sind die Sonderschichten indes dem Busfahrer, der um kurz vor acht leise, wiewohl vernehmbar in sein Handy schimpft: »Ohne diesen Hessentag würde ich jetzt mit euch Geburtstag feiern.«

Samstag lässt der Andrang spürbar nach. Mittags stechen zwischen den normalen Reisenden lediglich zwei Häuflein Fans der HSG Wetzlar hervor, sonst bleibt alles ruhig. Das bestätigt eine Bahn-Mitarbeiterin – ihr müder Blick zeugt von den Mühen des Vortags. Umso besser, dass sie schon Feierabend hat, als das Großereignis später wieder mehr Menschen anlockt. »Ein paar Minuten drängeln, dann stundenlang Party«, erklärt eine junge Frau. »Genauso voll wie jeden Tag«, fügt ihr Begleiter hinzu. Familie Vaupel steigt derweil gerade von ihren Rädern. Andreas, Simone und Tochter Alice haben die Strecke zwischen Bad Vilbel und Gießen auf Schienen zurückgelegt; die restlichen Kilometer bewältigten sie dann im Sattel. Der Plan sei keineswegs überfüllten Zügen geschuldet, versichert Simone. »Wir nutzen den Ausflug doppelt und genießen ein wenig die hessische Natur.«

 

Taxis waren nachts begehrt

 

Als um zwei Uhr der letzte Sonderzug in Gießen eintrifft, sind sie gewiss längst zu Hause. Eine nächtliche Umfrage bestätigt den gewonnenen Eindruck: voll, aber nicht zu voll. Längere Aussagen sind ohnehin kaum zu bekommen – die Müdigkeit fordert erkennbar Tribut. Weil manch einer sein Bett so sehr herbeisehnt, schlägt jetzt die Stunde der Taxifahrer: Sie machen an diesem Wochenende nach eigener Aussage ein besonders gutes Geschäft.

Tag 4: Das sollten Sie beim Hessentag nicht verpassen

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