Stadt Gießen

Kinderpornografie: Bewährung für Rentner

23. Mai 2012, 21:48 Uhr

Bei einer Wohnungsdurchsuchung waren im vergangenen Juni mehr als 77 000 Bild- und 146 Videodateien mit Kinder- und Jugendpornographie auf seinem Computer sowie auf USB-Sticks sichergestellt worden.

Eine Verbreitung dieser Dateien habe er nicht gewollt, versicherte der Gießener. Deshalb habe er bei seinem Computer das gespeicherte Material auch »nie bewusst freigegeben«. Auf die Frage von Richter Wolfgang Hendricks, warum er trotz zweier einschlägiger Vorstrafen in den Jahren 2008 und 2009 wieder kinderpornografisches Material besessen habe, antworte der Mann: »Es war wie ein Zwang, eine Sucht, die ich nicht genau erklären kann.« Er habe sich deshalb bereits in psychiatrische Behandlung begeben. Auch seine gegenwärtige Lebensgefährtin wisse von dem Problem.

Staatsanwalt Dr. Benjamin Krause wertete in seinem Plädoyer positiv für den Angeklagten, dass dieser bereits bei der Wohnungsdurchsuchung ein Geständnis abgelegt habe. Auch dass der Mann einen »erheblichen Suchtdruck verspürt« habe, müsse berücksichtigt werden. Allerdings habe der Gießener eine sehr große Menge kinderpornographischen Materials besessen und sei bereits einschlägig vorbestraft. Die aktuelle Tat sei sogar unter laufender Bewährung verübt worden. Krause forderte deshalb eine Haftstrafe von einem Jahr und sieben Monaten.

Weil der Rentner aber selbst eine Therapie wolle und sich auch bereits seiner Partnerin offenbart habe, könne diese Haftstrafe ausnahmsweise erneut zur Bewährung ausgesetzt werden. Allerdings verbunden mit einer fünfjährigen Bewährungszeit sowie der Auflage, »unverzüglich eine ambulante Therapie zu beginnen«.

Verteidiger Alexander Hauer schloss sich diesem Plädoyer weitgehend an und forderte für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Das Gericht verurteilte den Rentner zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Die Bewährung werde nur gewährt, damit die Therapie absolviert werden könne, mahnte Hendricks den 65-Jährigen. Er riet dem Gießener, sein »ernstes Problem« in der Bewährungszeit mit psychotherapeutischer Behandlung in den Griff zu bekommen.

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