Forschungsmittel für Werth Messtechnik

04. Mai 2012, 20:58 Uhr
Staatssekretär Helge Braun überreichte einen Förderbescheid über 223 000 Euro an Geschäftsführer Ralf Christoph (r.). Im Hintergrund ist ein Multisensor-Koordinatenmessgerät zu sehen, das Werth in Gießen entwickelt, produziert und in alle Welt liefert. (Foto: Schepp)

Hochtechnologie ist ohne modernste optische Verfahren nicht denkbar. Laser etwa, um nur ein griffiges Beispiel zu nennen, messen, steuern und formen mit einer für den Laien kaum fassbaren Präzision. Optische Technologien finden breite Anwendung, in Medizintechnik ebenso wie in Maschinen- und Anlagenbau. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) nehmen hier eine wichtige Rolle ein. Sie sind »Innovationsmotor«, in dem sie selbst entwickeln, und sorgen außerdem für den Transfer von Neuerungen, die in öffentlichen Forschungseinrichtungen erdacht worden sind, in die Praxis.

Bei der Initiative des Bundesforschungsministeriums geht es um die »flexible Prüfung komplexer Optiken«, abgekürzt »Flexomess«. Einer der vier Partner ist die Werth Messtechnik GmbH mit Sitz in der Siemensstraße – Weltmarktführer bei »Multisensor-Koordinatenmessgeräten«, ein High-Tech-Endprodukt, das am Standort Gießen entwickelt worden ist und von hier rund um den Globus vertrieben wird. Den Förderbescheid überreichte dort am Freitag Forschungsstaatssekretär Dr. Helge Braun an den Inhaber und Geschäftsführer von Werth, Dr. Ralf Christoph.

Von den insgesamt rund 660 000 Euro, die der Bund für »Flexomess« bereitstellt, gehen 220 000 Euro direkt an das Gießener Unternehmen. Werth stehe beispielhaft für den innovativen Mittelstand in Deutschland, sagte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete. Der Bereich Optische Technologie hat bundesweit jetzt rund 100 000 Beschäftigte, die für einen Jahresumsatz von 16 Milliarden Euro sorgen, und er wächst kräftig – ebenso wie Werth: Das Unternehmen hat nach Angaben von Christoph in den vergangenen 18 Monaten 50 Mitarbeiter neu eingestellt. Damit ist die Belegschaft um rund ein Viertel auf jetzt insgesamt 250 Mitarbeiter gewachsen. Auch der Jahresumsatz von Werth hat mit rund 35 Millionen Euro einen historischen Höchstwert erreicht.

Projektpartner bei Flexomess sind das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie mit Sitz in Aachen sowie zwei weitere Mittelständler, fionec (ebenfalls Aachen) und ViaOptic in Wetzlar, die Produktionskomponenten erstellen werden. Entwickelt werden soll ein Verfahren, in dem hochkomplexe »Kunststoffoptiken« genau geprüft werden können, und zwar mit einem jener Multisensoren-Koordinatenmessgeräte, für die Werth bekannt ist. Dabei wird auch eine neuartige Lasertechnik zum Einsatz kommen.

Die Entwicklung soll es zum Beispiel möglich machen, die Lichtausbeute und -verteilung in modernen LED-Beleuchtungen zu verbessern, die etwa im Autoscheinwerfer, bei der Straßenbeleuchtung, aber auch im Operationssaal eingesetzt werden. Herkömmliche Messgeräte seien nicht dazu in der Lage, mit der geforderten Präzision, Flexibilität und Geschwindigkeit zu messen, sagte Thomas Wiedenhöfer, bei Werth Leiter der Forschungs- und Entwicklungskooperationen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt, dann sollen Ergebnisse vorliegen.

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