Stadt Gießen

Bouffier:»Es ging uns noch nie so gut«

21. März 2012, 20:48 Uhr
Politisches Frühstück mit dem Ministerpräsidenten: Volker Bouffier (M.) wurde von der Vorsitzenden der Frauen-Union, Birgit Otto, und dem Vorsitzenden der Senioren-Union, Prof. Klaus Kramer, begrüßt. (Foto: Schepp)

Die Bilanz der Union gerade in Hessen könne sich sehen lassen. Doch trotz positiver Zahlen in Hessen gebe es noch viel zu verbessern. Am Herzen liegt dem Ministerpräsidenten etwa die Reform der Lehrerausbildung. Lehramtsstudenten sollen künftig früher und intensiver mit der Schulpraxis konfrontiert werden. »Die beginnt derzeit für viele erst nach dem 1. Staatsexamen«, so Bouffier.

Der Ehrenvorsitzende der Kreis-CDU machte aber auch deutlich, dass man für die Umsetzung seines erstmals bei der Präsentation des Entwurfs für ein neues hessisches Schulgesetz Ende Januar vorgelegten Vorstoßes etliche Hürden zu überwinden hat. »Es muss eine Abstimmung geben zwischen Schule und Universität«, sagte Bouffier, dem eine Art Praxissemester im dritten Hochschulsemester vorschwebt. »Die Lehramtsstudenten sollen früh genug merken, ob sie für den Beruf geeignet sind. Sie sollen den schulischen Alltag in Form von Elternabenden und Klassenfahrten mitbekommen.« Bis zur Umsetzung der Reform müssten allerdings noch einige »Eitelkeiten« der Beteiligten überbrückt werden.

»Es ging uns noch nie so gut«, hatte der Ministerpräsident seine Bestandsaufnahme begonnen. Das gelte für Deutschland (»wir werden bewundert von der ganzen Welt«), aber auch für Hessen. Von über 40 000 Bewerbern um einen Ausbildungsplatz hätten weniger als ein Prozent keine Lehrstelle bekommen. Zum Vergleich: In Frankreich seien 30 Prozent der jungen Menschen ohne Job, in Spanien mehr als die Hälfte. In Stadt und Kreis Gießen habe die Arbeitslosigkeit im Vergleich der vergangenen 30 Jahre einen Tiefststand erreicht. Im Regierungsbezirk liege sie bei 5,4 Prozent. Hessen haben die höchste Wirtschaftskraft pro Einwohner – noch vor Bayern und Baden-Württemberg. »Das ist das Ergebnis unserer Arbeit«, lobte der Ministerpräsident die eigene Regierung.

Bouffier legte ein Bekenntnis zum Ausbau des Frankfurter Flughafens ab. Beim Flughafen handele es sich um die größte Betriebsstätte Deutschlands und um den »zentralen Herzmuskel unserer Wirtschaft«. Zwar müsse man auch Beschwerden zum Fluglärm ernst nehmen, dabei aber stets bedenken, »dass dies genau die drei Orte drumherum interessiert«. Er verteidigte die für 2020 anvisierte Schuldenbremse. »Wer immer mehr Schulden macht, ist irgendwann komplett handlungsunfähig.« Die Landesregierung aus CDU und FDP werde ihre Schwerpunkte weiter auf Bildung und Ausbildung legen. Man werde bei der U3-Betreuung bis 2013 die Quote von 35 Prozent erreichen. An den Schulen gebe es »so viele Lehrer wie nie«.

Nach Meldungen aus der Zuhörerschaft, die Öffentlichkeit interessiere sich hauptsächlich für die »Riesenschlagzeilen«, bei denen es in den vergangenen Wochen häufig um die Vorwürfe gegen den ehemaligen Bundespräsidenten Wulff gegangen sei, appellierte Bouffier an die Mitglieder in den CDU-Ortsverbänden, die richtigen Sachverhalte bekannt zu machen. »Wir müssen den Hintern heben und endlich wieder kämpfen.«

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