Stadt Gießen

Literarisches Zentrum nimmt Leseförderpreis entgegen

13. Dezember 2011, 14:03 Uhr
Im Moment der Preisvergabe: (von links) Harry Oberländer vom Literaturforum, Manuel Emmerich und Uwe Lischper (mit Urkunde) vom Literarischen Zentrum Gießen und Ingmar Jung vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. (Foto: dkl)

Eine Ehrung im dritten Jahr des LZG-Bestehens, die den Vorstand mit Stolz erfüllt und in seiner Arbeit bestätigt, wie Vorsitzender Prof. Sascha Feuchert sagte. Eine mehrköpfige Delegation fuhr am Montag nach Frankfurt, um im Künstlerhaus Mousonturm an der mittlerweile 16. Vergabe des Preises für ehrenamtliche Leseförderung teilzunehmen. Im Mousonturm hat das Hessische Literaturforum seinen Sitz, das unter Leitung von Harry Oberländer und im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst unterschiedliche Aufgaben erfüllt. Projektleiter für die Leseförderung ist Björn Jager, der die Veranstaltung moderierte.

Für die Landesregierung war Staatssekretär Ingmar Jung gekommen, um die Gewinner mit Urkunde und Scheckübergabe auszeichnen. Das höchste Preisgeld (5000 Euro) erhielt die Stadtbibliothek von Oberursel für ihre Projekte, mit denen sie Jugendliche für ehrenamtliche Arbeit in der Bibliothek gewinnen konnten. Je 3000 Euro erhielten die Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau und die Stadtbücherei Lampertheim. Je 2000 Euro bekamen das Kinderbildungszentrum Breckenheim und das Literarische Zentrum Gießen. Trotz der Länge von fast zwei Stunden wurden die einzelnen Projekte inhaltlich nicht vorgestellt. LZG-Vorstandsmitglied Uwe Lischper, dessen Idee die Bilderbuchtage waren und der zusammen mit LZG-Programmleiter Manuel Emmerich die Ehrung entgegennahm, bedauerte auch die fehlende Möglichkeit einer Danksagung.

Ideen- und abwechslungsreich war das Rahmenprogramm. Die Junge Medienjury der Stadtbibliothek Frankfurt las beispielhaft aus einem Manga-Comic vor, bei dem die Zuhörer einige »Sound-Wörter« kennenlernten. Der Frankfurter Schauspieler und Kabarettist Michael Quast hielt eine etwas andere Festrede, in der er den als Mundartdichter bekannten Friedrich Stoltze von seiner ernsten Seite vorstellte: als für seine demokratische Gesinnung steckbrieflich gesuchten »Demagogen«. Beängstigend aktuell klang die »Börsenhymne«, gedichtet 1872. Das andere Frankfurter Urgestein, der Cellist Frank Wolff, präsentierte Neuinterpretationen von »Pan & Syrinx« und stellte eine Komposition aus seinem neuen Programm »Das Cello brennt« vor; die an good old Jimi Hendrix erinnerte. Wie man Gedichte fühlen und erleben kann, das brachte höchst überzeugend der »Slam Poet« Lars Ruppel aus Marburg über die Rampe. An dieser Stelle war zu erfahren, dass er das preisgekrönte »Weckworte«-Projekt in Nidderau angeregt hatte , bei dem es um den Dialog von Jugendlichen mit Demenzkranken ging.

Mitgenommen haben die Gießener den Auftrag, das Geld möglichst gut anzulegen in Sachen Leseförderung. Staatssekretär Jung bat auch darum, dem Ministerium gelegentlich davon zu berichten, damit auf diese Weise ein »Verwendungsnachweis« geführt werden könne. Zur Preisannahme gehört auch die ehrenvolle Aufgabe, im nächsten Jahr einen Abgesandten für die Jury zu stellen. dkl

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