Kinderkardiologie feierte 50-Jähriges

01. Juli 2011, 20:05 Uhr
Prof. Dietmar Schranz erläuterte den Gästen - darunter Ministerpräsident Volker Bouffier (r.) - die Fortschritte in der Behandlung herzkranker Kinder. (Fotos: Schepp)

Zugleich bildete der Festakt den Auftakt zu einer aus diesem Anlass organisierten hochkarätigen wissenschaftlichen Tagung.

Welch ein Geburtstag: Patientin Caroline (7) brachte ein Ständchen auf der Achtelgeige, und Abiturient Alex, vor fünf Jahren herztransplantiert, bedankte sich am Flügel mit Mussorgskis »Bildern einer Ausstellung«. Während H. Zörb, mit 50 gerade so alt wie die Gießener Kinderkardiologie und einer ihrer ersten Patienten, das erste selbstgemalte Bild seines Lebens als »Dankeschön« an Prof. Dietmar Schranz überreichte - wobei er scherzend »meinen «Doktorvater Professor Rautenburg»« und die lebenslange Betreuung als ehemaliges »blue baby« rühmte -, lächelte Julian (5), der jüngste Gratulant, einfach nur bezaubernd ins Publikum.

Welches internationale Ansehen sich die Gießener Kinderkardiologie erworben hat, seit 1961 der damals junge Berliner Pädiater Hans-Werner Rautenburg von Prof. Dost mit ihrem Aufbau betraut worden war, spiegelte die Herkunft der eigens aus aller Welt eingeflogenen Kinderherz-Koryphäen wider: Prof. Sano Shunji kam aus Japan. Aus Australien Philip Roberts. Aus Südamerika Carlos Pedro, der Katheterspezialist, und aus Kanada Lee Benson zusammen mit Andrew Redington. Aus den USA waren Kinderherzspezialisten aus Pittsburg, Richmond und Columbus angereist, New York entsandte Prof. Daphne Hsu, die gegenwärtig eine weltweite Studie zum Thema Kinderherz-Transplantationen koordiniert.

Der Prominenz der Gäste - unter ihnen Prof. Heinrich Netz (München) aus dem Team, das 1988 mit der ersten europäische Kinderherztransplantation in Gießen Furore machte, und Prof. Ina Michel-Behnke, lange Oberärztin bei Prof. Schranz (heute Wien) - entsprachen die der Grußadressen: Ministerpräsident Volker Bouffier würdigte Prof. Rautenburg, der in wenigen Tagen seinen 87. Geburtstag begehen kann, als den Nestor der Kinderkardiologie und zollte zugleich dem heutigen Leiter Prof. Schranz Lob und Anerkennung für die Schaffung eines »Leuchtturms der Hoffnung und der wissenschaftlichen Exzellenz«. Universitäts-Vizepräsidentin Prof. Katja Becker übermittelte die Grüße und Glückwünsche der Justus-Liebig-Universität und Dr. Irmgard Stippler die des Uniklinikums Gießen und Marburg.

Prof. Schranz entwickelte Zentrums-Vision

Der Dekan des JLU-Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty, ging dann auf das Zustandekommen des Zentrums ein und würdigte in erster Linie Prof. Schranz: Er sei es gewesen, der mit Enthusiasmus und der ihm eigenen Beharrlichkeit als erster die Vision eines hessischen Zentrums für die Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzerkrankungen entwickelt habe. In einem interdisziplinären Umfeld sei es ihm mit seinem Team - an der Spitze Privatdozent Dr. Jürgen Bauer - zusammen mit den Kinderherzchirurgen Dr. Klaus Valeske und Dr. Ismael-Hakan Akintürk so gelungen, eines der angesehensten Zentren der europäischen Kinderkardiologie zu realisieren.

Und die Strahlkraft dieses Zentrums, so ergänzte in seinem Grußwort der Präsident der von Behring-Röntgen-Stiftung, Prof. Joachim-Felix Leonhard, reiche heute weit über Gießen hinaus bis in den Nahen Osten.

Wie es weitergeht? »The future starts in Gießen today again - die Zukunft beginnt heute wieder in Gießen«, versprach Schranz. Dabei verwies er auf das folgende hochkarätige wissenschaftliche Programm, ehe er die Fortschritte in der Behandlung herzkranker Kinder mit Julian, Carolin und Maximilian leibhaftig auf der Bühne vorstellte.

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