1st Cut

Mit Streetdance auf Erfolgskurs

Die Tänzer der 1st Cut-Crew haben schon für Dior, Lidl oder Seat gearbeitet. Sie bringen den Urban Dance von Mittelhessen in die Welt.
06. Juli 2017, 19:00 Uhr

Das Ticken einer Uhr dröhnt aus dem Lautsprecher. Die Tänzer in schwarzen Tai-Chi-Gewändern und mit weißen Kontaktlinsen zucken im Takt der Musik. Aus ihrer Mitte rennt eine Tänzerin mit weißer Jacke immer wieder vergeblich gegen den Kreis der Umstehenden an, um sich am Ende erschöpft hinzulegen. Ganz klar, hier kämpft jemand mit einem Albtraum. »Dreams and Nightmares« heißt das Showprogramm der 1st Cut-Crew, mit dem sie 2016 die Berliner Street-Dance-Meisterschaft gewonnen haben. An diesem Wochenende steht für die Gruppe aus dem Mittelhessischen die Titelverteidigung in Berlin an. Um so erstaunlicher, dass sie an diesem Freitag noch die Muse haben, gemeinsam mit den Trommlern von Blocco Baiano im Musikalischen Sommer auf dem Schiffenberg aufzutreten.

Marie Sirrenberg ist eine der Tänzerinnen. Mit den anderen Crew-Mitgliedern lebt die ehemalige Ostschülerin aus Gießen ihre Leidenschaft für den Urban Dance aus. »Wir sind fast jeden Tag zusammen«, erzählt sie. Insgesamt gehören zehn Tänzerinnen und Tänzer zum Team. Die jüngste ist 17, der älteste 27, die meisten sind jedoch Anfang ihrer Zwanziger. Viele tanzen hauptberuflich oder unterrichten Tanz, andere studieren noch oder haben andere Jobs. »Bei den vielen Reisen ist das dann immer eine Frage des Zeitmanagements«, sagt Marie.

Tanzen mit Teamgeist

Doch auch Teamgeist ist wichtig – und natürlich Disziplin. Fünfmal pro Woche proben 1st Cut in der N.B. Dance Academy in Asslar oder auch in Friedberg, wo Trainer P-Soul herkommt. »Wir trainieren da, wo wir eine freie Halle finden«, erzählt Marie. Und an den Wochenenden sind sie ohnehin meist auf Reisen, von einem Street-Dance-Contest zum nächsten, in Rom, Luxemburg oder Litauen. Aber auch für kleinere und größere Showauftritte werden sie gebucht. Sie haben schon für Dior den neuen Duft »Poison Girl« beworben, Promotionauftritte für den neuen Wagen »Seat Ibiza« getanzt oder für Discounter Lidl Werbespots gedreht.

Popping, Blocking, Breakdance, Locking – die Bandbreite des Urban Dance ist enorm und 1st Cut will das auch zeigen. Doch ihre Shows zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie immer wieder kleine Geschichten erzählen, so wie ihre Erfolgsshow »Dreams and Nightmares«, mit der sie die Berliner Street Dance Meisterschaft gewonnen haben. »Dadurch sind wir aufgefallen«, meint Marie Sirrenberg. »Wir versuchen aber, dem Urban-Tanzstil treu zu bleiben.«

Am Sonntag Titelverteidigung

Fast alle 1st Cut-Tänzer kommen ursprünglich aus dem Streetdance. Einige hatten schon als Kinder Tanz- und Hip-Hop-Stunden, ein Tänzer hat mit seinem Bruder als Breakdancer begonnen, eine Tänzerin mit ihrer Mutter Bauchtanz gemacht. Was allen gemeinsam ist, ist die Liebe zur Musik. »Ich glaube nicht, dass man darüber hinaus ein besonderes Talent mitbringen muss, um ein guter Streetdancer zu sein. Alles andere ist lernbar«, meint Marie. »Aber man muss fleißig sein und Durchhaltevermögen haben. Und bei uns als Gruppe spielt der Teamgeist eine ganz wichtige Rolle.«

Trainer ist P-Soul

Um die Choreografien kümmert sich in erster Linie Trainer P-Soul. Die Tänzer bringen aber auch eigene Ideen ein oder schlagen Musik vor, die ihnen besonders gut gefällt. 1st Cut arbeitet derzeit verstärkt daran, sich als Urban-Dance-Gruppe bekannt zu machen. »Wir wollen so viel wie möglich reisen und Kontakte knüpfen«, beschreibt Marie die aktuelle Stimmung in der Gruppe. »Wir stecken alle so tief drin, dass wir es uns gar nicht mehr ohne das Ganze vorstellen können.«

Langfristig überlegen die 1stCut-Tänzer, eventuell eine eigene Tanzschule zu gründen. Schon jetzt geben sie Kurse »zwischen Weilburg und Frankfurt«, laden Ende dieses Monats wieder zu Dance-Workshops nach Asslar ein und geben regelmäßig einmal im Monat ihr Wissen in Street-Dance-Workshops weiter. (Foto: pm)

Mit Bloco Baiano

Am 7. Juli auf dem Schiffenberg

1st Cut Urban Street Dance sind am Freitag, 7. Juli, 20 Uhr, auf dem Schiffenberg gemeinsam mit den Trommlern von Bloco Baiano aus Lich zu erleben. Zum Musikalischen Sommer präsentieren sie »Moves’n Grooves‹« – ein Groove- und Tanzevent der besonderen Art: Afro-brasilianische Streetbeats treffen auf Urban Street Dance. Die »Jam Vibe‹« der beiden Gruppen werden für einen mitreißenden und stimmungsvollen Abend sorgen, der für alle Altersklassen zum Zuhören, Mitswingen und Tanzen einlädt. Der Eintritt ist frei.

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