LZG-Programm

Autorenlesung: Tag X in der DDR und ein Miesepups

Ein Meister des historischen Romans eröffnet am 6. Juli das Sommerprogramm des Literarischen Zentrums in Gießen: Titus Müller. Er schreibt über den DDR-Aufstand vom 17. Juni.
22. Juni 2017, 19:00 Uhr

Der Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953 wirft bis heute eine Vielzahl von ungeklärten Fragen auf. Man weiß nicht einmal, wie viele Menschen damals unter den Aufständischen waren. Waren es 400 000 oder gar weit mehr als eine Million? Was waren die genauen Gründe dafür, dass sich so viele Leute plötzlich trauten, auf die Straße zu gehen, trotz drohender Sanktionen? »Der Tag X«: So nannte man in der DDR den Arbeiteraufstand. Titus Müller, hat unter diesem Titel einen 400 Seiten schweren Roman zu diesem Tag geschrieben. Am 6. Juli liest er um 19.30 Uhr im Ulenspiegel aus seinem Werk.

Müller ist ein Meister des historischen Romans. Jahrelang hat der 1977 in Leipzig geborene Autor für sein Buch Augenzeugenberichte gesammelt und in Archiven geblättert. Aus dem historischen Material hat er die Protagonisten für sein Buch entwickelt. Seine Lesung wird musikalisch vom Gießener Duo »Portrait of Life« begleitet.Veranstalter ist neben dem Literarischen Zentrum auch die Professur für Didaktik der Geschichte an der Justus-Liebig-Universität.

 

Kirsten Fuchs im Ulenspiegel

 

Ende September wird mit Kirsten Fuchs ein Star der Berliner Lesebühnenszene im Ulenspiegel auftreten. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Fuchs’ humorvolle Beobachtungen des Alltags wie zum Beispiel über die Demenz stillender Mütter erreichen auf Youtube Hunderttausende Aufrufe. Fuchs, 2016 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, trägt in Gießen auch bislang unveröffentlichte Texte vor. Am Nachmittag wird sie in der Stadtbibliothek außerdem ihr erstes Kinderbuch vorstellen: »Der Miesepups« haust in einer finsteren unaufgeräumten Baumhöhle, ist immer schlecht gelaunt. Jeden Morgen steht vor seiner Tür aber Kucks – ein rothaariges, dauernd fröhliches und wackelndes Wesen. Fuchs erzählt in dem bunten Bilderbuch die Geschichte der Freundschaft zwischen den beiden.

Am 6. August um 11.30 Uhr lesen Marie Martin und Sudabeh Mohafez unter den Marktlauben aus ihrer Kurzprosa. Die beiden Autorinnen erzählen im Rahmen der Reihe »Eine(r) liest« Geschichten pointiert in Mikro-Romanen auf fünf bis sechs Seiten. Mohafez hat außerdem bereits ein »zehn-zeilen-buch« veröffentlicht.

 

Tanzcompagnie interpretiert Villon

 

Literatur trifft am 3. September Tanz. Um 19 Uhr trägt Schauspieler Carsten Bülow im Kurzweilamt im taT in einer szenischen Lesung satirische Strophen des spätmittelalterlichen Dichters François Villon vor – einst berühmt geworden durch die Interpretation Klaus Kinskis. Die Tanzcompagnie überträgt die literarische Poesie dann in die Sprache der Bewegung.

 

Sieben Gebete der Liebe

 

Am 8. September um 19 Uhr liest der syrische Autor Fouad Yazji im Bildungszentrum Nord in der Reichenberger Straße 15 aus seinem Roman »Die sieben Gebete der Liebe«. Yazji erzählt außerdem seine Lebensgeschichte: Er stammt aus Homs, seine Eltern sind Christen. Er wurde in seiner Heimat religiös und als Gegner des Assad-Regimes verfolgt. Der Schriftsteller, inspiriert von Friedrich Nietzsche, wird im Rahmen der Lesung von seiner Flucht und von seinem neuen Leben im Exil in Deutschland berichten. Er ist Stipendiat des Writers-in-Exile-Programms der Schriftstellervereinigung PEN.

Lyrik steht schließlich am 10. Juli um 20 Uhr im KiZ in der Kongresshalle im Mittelpunkt, wenn Tzveta Sofronieva Gedichte aus ihrem Werk »Die Einsamkeit der Biene« vorliest. Die Künstlerin verfasst ihre Poesie in bulgarischer, englischer und deutscher Sprache. Sie ist Schülerin des Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky.

LZG-Sommerfest

Ezra Pund auf dem Schiffenberg

Einer der größten US-amerikanischen Dichter des 20. Jahrhunderts, Ezra Pound, hat im Jahr 1911 Gießen besucht. An diese bislang eher unbekannte Episode erinnert das Sommerfest des Literarischen Zentrums am 21. Juli ab 17 Uhr auf dem Schiffenberg (Treffpunkt am Parkplatz). Pound – aufgrund seiner Bewunderung für den italienischen Faschismus auch umstritten – traf sich damals mit dem englischen Schriftsteller Ford Madox Ford, der zu dieser Zeit in Gießen lebte. Pound betonte später, die Begegnung mit Ford habe sein Schreiben geprägt, ihn gar »gerettet«. Auf dem Sommer- und Grillfest wird Andrea Rummel mit Anekdoten an die Begegnung erinnern. Um Voranmeldung wird gebeten, Infos unter www.lz-giessen.de.

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