Diskothek

Diskothek "Nightlife" schließt

Aus für das "Nightlife" im Schiffenberger Tal: Die Diskothek in den früheren Räumlichkeiten des "Alpenmax" schließt ihre Pforten.
13. Juni 2017, 12:20 Uhr
Foto: Schepp
"Ihr Lieben. Kurz und knapp: Wir schließen", heißt es auf der Facebook-Seite der Diskothek. Ein Grund wird nicht genannt, dem Vernehmen nach wurden die Besucher zuletzt weniger. Zuletzt war das "Nightlife" auch immer wieder Teil öffentlicher Diskussionen: So hatte die Diskothek vor einiger Zeit als erste in der Stadt Metalldetektoren an der Tür angebracht, nachdem ein Besucher durch Messerstiche verletzt worden war. "Wir bedanken uns bei Allen, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben: Sei es durch deine Mitarbeit, deine Ideen, deine Motivation oder einfach durch dein treues Feiern bei uns im Club", schreiben die Verantwortlichen auf Facebook. Am 1. Juli öffnet das "Nightlife" zum letzten Mal.

Damit setzt sich ein Discothekensterben fort, das im Frühjahr 2015 mit dem "Kunstkeller" in der Marburger Straße begann. Im Sommer 2015 gab das "Agostea" in der Philipp-Reis-Straße auf und Anfang 2016 verschwand das "Tempus" im Balzerweg. Dass diese Diskotheken sich nicht mehr rentierten, war offenkundig eine Folge der Konkurrenzsituation.

Jürgen Boldt und Rudolf Verdoorn, die vor vier Jahren das Tanzhaus "Alpenmax" am Schiffenberger Weg übernommen hatten, registrierten damals das Diskothekensterben mit Sorge. Denn auch in dem 16 Jahre alten Tanzlokal mit seinen 700 Quadratmetern waren die Besucherzahlen spürbar rückläufig. Die Betreiber entschieden sich aber, den veränderten Ansprüchen gerecht zu werden und neue Interessengruppen anzusprechen. Im Februar 2106 wurde deshalb die einstige "Kinderdisco" aufwändig umgestaltet.

Das rustikale Erscheinungsbild der Steh- und Sitzbereiche wurde durch eine elegante Einrichtung ersetzt. Um die Tanzfläche wurden Sofas angeordnet. Zuvor war mit Black Hip-Hop in der Captain Morgan Lounge bereits eine zweite Musikrichtung etabliert worden. Zugleich wurde der Name geändert: Aus dem "Alpenmax" wurde das "Nightlife".

Das veränderte Konzept erhöhte zwar das Durchschnittsalter des Publikums. Aber weil die Jugend zunehmend weniger interessiert war, blieben die Besucherzahlen rückläufig. Zuletzt lag der Schnitt bei 150 pro Abend. Früher drängten sich oft 300, 400 Gäste im Alpenmax. Schweren Herzens entschieden sich Boldt und Verdoorn deshalb kürzlich, die Reißleine zu ziehen: Nach nur 16 Monaten schließt das "Nightlife" zum 30. Juni. Was dann aus dem Lokal wird, ist derzeit völlig offen. Die Inhaber überlegen, ob sie es als Event-Location weiterführen, also nur noch für Feiern von Firmen und Privatleuten öffnen. Ihnen liegen aber auch Anfragen von Kaufinteressenten vor.  Ebenso ist denkbar, dass der Gebäudeeigentümer eine ganz andere Nutzung anstrebt.

Beruflich ist das Ende des "Nightlife" kein Unglück für die beiden Inhaber. Geschäftsleiter Jürgen Boldt, der im heimischen Raum auch als Tischtennis-Legende des Gießener SV ein Begriff ist, kann sich auf seine Firmen konzentrieren, darunter den Wärme- und Labortechnikbetrieb in Biebertal. Für Rudolf Verdoorn ist der Abschied schwerer: Schließlich hatte er schon seit der Eröffnung des "Alpenmax" im Jahr 2001 als Geschäftsführer dort gearbeitet, ehe er Mitinhaber wurde. Der gebürtige Niederländer hat vor kurzem bereits eine Kleinfirma für Hausmeisterservice gegründet.      
 

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