Stadt Gießen

Besondere akademische Leistungen gewürdigt

28. November 2008, 23:00 Uhr
Mit einer »Jubiläumsmedaille« zeichnete die Universität Lodz zwölf Gießener Hochschulangehörige aus.

Gießen (si). Die Justus-Liebig-Universität hat auch in diesem Jahr Preise und Auszeichnungen für besondere akademische Leistungen vergeben. Geehrt wurden die meist jungen Wissenschaftler sowie Studierende gestern beim akademischen Festakt, der traditionell am letzten Freitag im November stattfindet. Hochschulmitglieder, Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie der Preisspender und auch viele Angehörige der Geehrten nahmen an der zweistündigen Feier in der Aula teil, die mit knapp 300 Besuchern gut besucht war wie lange nicht mehr. Im Festvortrag sprach der Historiker Prof. Helmut Berding über die »Doktorgradentziehung an der Universität Gießen 1933-1945« und die Frage, wie die Hochschule mit dieser schweren historischen Last später umgegangen ist - eine Gedenktafel, die an die Opfer erinnert, hängt seit kurzem im Gustav-Krüger-Saal im zweiten Stock des Hauptgebäudes (mehr dazu unten). Zum Ausklang zeichnete die Universität Lodz zwölf Gießener für ihre Verdienste um die seit 30 Jahren bestehenden Partnerschaftsbeziehungen beider Hochschulen mit einer Medaille aus.

Den mit 7500 Euro dotierten Röntgen-Preis der Justus-Liebig-Universität überreichte »Röntgenlehrstuhl«-Inhaber Prof. Bruno K. Meyer an Privatdozentin Dr. Birgit Kanngießer von der Technischen Universität Berlin (Institut für Optik und Atomare Physik). Die Pfeiffer Vacuum GmbH, die Dr.-Erich-Pfeiffer-Stiftung und die Ludwig-Schunk-Stiftung honorierten mit dem von ihnen gestifteten Preis Kanngießers Entwicklung einer neuen Methode zur Anwendung von Röntgenstrahlen in der Mikrostrukturanalytik.

Alle weiteren Auszeichnungen gingen an Angehörige der Gießener Hochschule. Den Preis der Justus-Liebig-Universität, der mit 5000 Euro dotiert ist, übergab JLU-Präsident Prof. Stefan Hormuth an Dr. habil. Tobias Weth (Mathematisches Institut) für dessen herausragenden Arbeiten zum Thema »Qualitative Eigenschaften von Lösungen semilinearer elliptischer Randwertprobleme«.

Der Dr.-Herbert-Stolzenberg-Preis der gleichnamigen Stiftung hat in diesem Jahr zwei Preisträger. Ausgezeichnet wurde in der Sektion Rechtswissenschaft Prof. Astrid Wallrabenstein, Öffentliches Recht I (jetzt: Universität Bielefeld, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Bildungsrecht und Recht der sozialen Sicherung) für ihre Habilitationsschrift »Versicherung im Sozialstaat«. In der Sektion Chemie ging der Preis an Dr. Andreas Römpp, Institut für Anorganische und Analytische Chemie, in Anerkennung seiner hervorragenden Arbeiten zur »Identifizierung von Peptiden und Proteinen durch hochauflösende Massenspektrometrie«. Kanzler Dr. Michael Breitbach überreichte die jeweils mit 3000 Euro dotierten Auszeichnungen.

Mit dem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst ausgelobten und mit 1000 Euro ausgestatteten DAAD-Preis für ausländische Studierende an deutschen Hochschulen wurde der aus Palästina kommende Medizinstudent Omar Thaher ausgezeichnet. Er hat in den vergangenen drei Jahren, seit er hier immatrikuliert ist, mit weit überdurchschnittlichen Studienleistungen auf sich aufmerksam gemacht und darüber hinaus ausländische Kommilitonen beim Studieneinstieg unterstützt; hierzu hat er selbst Veranstaltungen angeboten. Der für Lehre zuständige Uni-Vizepräsident Prof. Joybrato Mukherjee überreichte den Preis.

Sein für Forschung zuständiger Präsidiumskollege Prof. Karl-Heinz Kogel überreichte dann die Dissertationsauszeichnungen, die von der Gießener Hochschulgesellschaft mit jeweils 500 Euro ausgestattet worden sind: Sie gingen in diesem Jahr an Dr. Christian Schwens (Sektion Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften), Dr. Melanie Sauerland (Sozial-, Kultur-, Geschichts-, Sprach-, Literatur- und Sportwissenschaften sowie Philosophie und Psychologie), Dr. Heike Hartmann (Naturwissenschaften), Dr. Sandra Ulrich (Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement), Dr. Florentine Kamlah (Veterinärmedizin, Tierbiologie, Medizin, Zahnmedizin und Humanbiologie) sowie Dr. Stefanie Kemme und Dr. Matthias Stanzel (sektionsunabhängig).

Arbeiten zur Geschichte der Justus-Liebig-Universität wurden in diesem Jahr nicht prämiert. Allerdings erhielten Studierende des Faches Archäologie eine mit 2000 Euro verbundene Anerkennung. Gewürdigt wurden ihr Engagement und die Arbeiten zur Entwicklung der Antikensammlung, insbesondere für die Vorbereitung und Durchführung des Ausstellungskonzepts.

Die Partnerschaften zwischen den Universitäten Gießen und Lodz stünden auf einem breiten Fundament, sagte Rektor Wlodzimierz Nykiel für die polnische Hochschule. Viele Menschen hätten dazu beigetragen. Zu ihnen dürfen sich auch die zwölf Gießener Universitätsangehörigen zählen, denen Nykiel gestern persönlich die Jubiläumsmedaille verlieh: dem ehemaligen Partnerschaftsbeauftragten Prof. Armin Bohnet und - als Vertreter einzelner Fachbereiche - Dr. Ivo Bischoff, Prof. Gottfried Erb, Prof. Dieter Arendt, Prof. Herbert Christ, Prof. Manfred Prinz, Prof. Armin Bunde, Dr. Michael Link, Prof. Günther Maier, Dr. Hans-Peter Rosenauer, Dr. Peter Probst sowie Joachim Roth (Studentenwerk). Zwölf weitere Personen, die ausgezeichnet werden sollten, waren nicht anwesend.

Das Streichquartett des Universitätsorchesters gestaltete den Festakt musikalisch.

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