Kuratorin

Nadia Ismail neue Leiterin der Kunsthalle

Nadia Ismail ist die neue Kuratorin der Gießener Kunsthalle. Ein Blick in ihren Lebenslauf zeigt, dass sie für diese Aufgabe bestens gerüstet ist.
20. April 2017, 19:00 Uhr

Ihre Kindheit hat die Diplomatentochter unter anderem in Ägypten, Spanien, Syrien und Österreich verbracht. Doch nun soll Gießen Nadia Ismails neues Zuhause werden, auch wenn sie vorerst noch von Frankfurt aus in die Lahnstadt pendeln wird. Die 42-jährige Kunsthistorikerin, die gerade erst ihre Doktorarbeit über »Künstlerische Strategien in den frühen fotografischen Serien von Anna Gaskell« verteidigt hat, ist mit Beginn des Monats Mai die neue Kuratorin der Kunsthalle. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Kulturamtsleiterin Simone Maiwald stellten sie am Mittwoch vor und betonten, dass sie sich von dem reichen Erfahrungsschatz der neuen Kuratorin, ihrem gut geknüpften Netzwerk in der nationalen wie internationalen Kunstszene und ihrer Kenntnis, wie Kunst an den Mann oder die Frau gebracht werden kann, viel versprechen.

Gegen rund 80 Bewerber hat sich Ismail durchsetzen können. Ein Blick in ihren Lebenslauf erklärt, warum. 1975 in Bonn geboren studierte sie Kunstgeschichte in Bonn und Köln, arbeitete für das Kunstmuseum Bonn und das Kölner Museum Ludwig. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Kunsttheorie in Köln und Dozentin für »freies Kuratieren« an der Ruhr-Universität Bochum sowie an der Frankfurter Goethe-Universität. Sie hat ein Festival für zeitgenössische Videokunst organisiert, war Jurymitglied in diversen Gremien wie »Ausstellung des Jahres« oder beim Kunstkritikerverband International Association of Art Critics und ist seit 2012 Kunstberaterin für die Anwaltssozietät Hogan Lovells International LLP Düsseldorf. Sie hat die Ausstellungsreihe »spiritual ground« der Abtei Brauweiler Köln kuratiert und für das Amt für Kultur- und Sportmanagement der Stadt Offenbach die Ausstellung »Hidden View« mit künstlerischen Interventionen von elf internationalen Künstlern im öffentlichen Raum.

»Nadia Ismail bringt sehr viel mit, das für uns spannend ist«, lobt Kulturamtsleiterin Maiwald. Die Kuratorenstelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet, aus dem Kulturamt wird der Kunsthalle zugearbeitet werden. Diesen Synergieeffekt begrüßt Ismail ausdrücklich. Sie wird erst einmal die schon geplanten drei bis vier Ausstellungen pro Jahr in der Kunsthalle kuratieren – unter anderem auch eine mit Heiner Göbbels – und soll auch in Bezug auf die neue Museumskonzeption in Gießen insgesamt Impulse geben.

Ismail betont, dass es ihr wichtig ist, »die Strahlkraft der Kunsthalle weiter nach außen zu tragen.« Sie will die Kunsthalle stärker vernetzen und sucht bewusst den Austausch mit dem Institut für Kunstpädagogik, um mit den Studierenden vor Ort in der Kunsthalle Vermittlungskonzepte zu zeigen. Auch die Verbindung zum Neuen Kunstverein gehört zum Aufgabengebiet der Expertin für zeitgenössische Kunst. Schließlich setzt die Kunsthalle auf Vielfältigkeit.

Ismail begreift Kunst als Medium, »um Dinge zu thematisieren und das Zeitgeschehen zu diskutieren« und liegt damit genau auf der Linie der Oberbürgermeisterin, die sich wünscht, dass ein Museum »ein Ort der aktuellen gesellschaftlichen Debatte ist«. (Foto: Friese)

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