»Studium und Lehre« unter neuer Zuständigkeit

Gießen (si). Mit einer kleinen Feier hat die Justus-Liebig-Universität am Mittwoch den Wechsel im Amt ihres Ersten Vizepräsidenten vollzogen. Verabschiedet wurde Prof. Joachim Stiensmeier-Pelster, der zum 1. April nach drei Jahren turnusgemäß ausgeschieden ist, begrüßt sein im Februar gewählter Nachfolger, Prof. Joybrato Mukherjee.
16. April 2008, 23:02 Uhr
Prof. Joybrato Mukherjee (r.) löst Prof. Joachim Stiensmeier-Pelster ab. (Foto: Schepp)

Gießen (si). Mit einer kleinen Feier hat die Justus-Liebig-Universität am Mittwoch den Wechsel im Amt ihres Ersten Vizepräsidenten vollzogen. Verabschiedet wurde Prof. Joachim Stiensmeier-Pelster, der zum 1. April nach drei Jahren turnusgemäß ausgeschieden ist, begrüßt sein im Februar gewählter Nachfolger, Prof. Joybrato Mukherjee. Vor Gästen aus der gesamten Hochschule dankte JLU-Präsident Prof. Stefan Hormuth beiden: dem ersten für die geleistete Arbeit, dem zweiten für seine Bereitschaft, die verantwortungsvolle und zeitintensive Aufgabe zu übernehmen.

Damit ist nun auch das vierköpfige Präsidium wieder komplett, in dem der Erste Vizepräsident traditionell für die Bereiche »Studium und Lehre« zuständig ist. Stiensmeier-Pelster habe hier federführend vor allem die Umsetzung des Bologna-Prozesses sowie die weitere Reform des Lehramtsstudiums vorbereitet und begleitet, sagte Hormuth. Dass die Umstellung auf die Bachelor- und Masterstudiengänge wie geplant zum Uni-Jubiläumsjahr abgeschlossen werden konnte, sei in einem hohen Maße auch Stiensmeier-Pelsters Verdienst. Als Vorsitzendes Direktoriumsmitglied im Zentrum für Lehrerbildung habe er großes Geschick im Ausgleich unterschiedlicher Interessen bewiesen.

Stiensmeier-Pelster verwies auf die vielen Helfer, die ihm zur Seite gestanden hätten, auch bei der Umsetzung des Studiengebühren-Gesetzes. Erfreulicherweise sei jetzt ein -mit 250000 Euro ausgestatteter -Förderfonds für Bildungsforschung auf den Weg gebracht. Was ihm im Rückblick fehle, sei ein flächendeckendes »PhD«- bzw. Doktorandenprogramm parallel zum Masterstudiengang, meinte der 50-Jährige, der jetzt ganz auf seine Professur für Pädagogische Psychologie zurückkehrt.

Den erst 34-jährigen Anglisten Mukherjee hatte der erweiterte Senat vor zwei Monaten mit großer Mehrheit (26 von 28 abgegebenen Stimmen) gewählt. Hormuth sprach gestern erneut von einem »hervorragenden Wissenschaftler«, der sich in Forschung und Lehre ausgezeichnet und auch schon viele Erfahrungen in der akademischen Selbstverwaltung gesammelt habe. Auf den Vizepräsidenten kämen als neue Aufgaben die Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement hinzu; außerdem die Verteilung der Landesmittel, die -?nach den Plänen der neuen Mehrheit im hessischen Landtag -voraussichtlich die Studiengebühren ablösen würden. Hinzu trete »hoffentlich noch in dieser Amtszeit« die weitere Reform der Lehramtsausbildung.

Mukherjee betonte in seiner Erwiderung, dass er der Justus-Liebig-Universität »schon in jungen Jahren viel zu verdanken« gehabt habe (als er seine Professur übernahm, zunächst vertretungsweise, war er erst 29). Er freue sich, dass er der Hochschule jetzt etwas zurückgeben könne. Auch Mukherjee verwies auf sein »Team« -die engsten Mitarbeiter-, auf dessen Mithilfe er in den kommenden drei Jahren bauen könne.

Mukherjee ist voll ausgebildeter Gymnasiallehrer, promoviert wurde er im Jahre 2000 an der Universität Bonn, wo er sich drei Jahre später auch habilitierte. An der JLU lehrt er Englische Sprachwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der angewandten Linguistik mit fremdsprachendidaktischen Bezügen, der englischen Syntax, der computergestützten Korpuslinguistik sowie in der Beschreibung südasiatischer Varietäten des Englischen mit einem besonderen Schwerpunkt auf der englischen Sprache in Indien. Mukherjee hat schon mehrere auswärtige Rufe abgelehnt, unter anderem nach Zürich (2005) und Salzburg (2006).

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