Stadt Gießen

Verschwundene Volksbank-Million: Verdächtiger festgenommen - Geld unter der Jacke versteckt

08. März 2016, 10:56 Uhr

Was ist über den Verdächtigen bekannt?

Es ist einer der knapp 10 Mitarbeiter, die am Tattat Zugang zum nicht-öffentlichen Bereich im Schiffenberger Weg Gießen hatten, aus dem die 1,3 Million Euro verschwunden waren. Das bedeutet: Er ist ein Mitarbeiter der Volksbank. In einer Stellungnahme der Volksbank ist von einem "langjährigen" Mitarbeiter die Rede. Und: "Der Vorstand betont, dass diese Tat eines Einzelnen keinen Einfluss auf das große Vertrauen in die gesamte Belegschaft hat."

Wo ist das Geld?

Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf. Damit bleibt das Geld erstmal verschwunden. Jedoch konnten diverse Speichermedien sichergestellt werden, die nunmehr digitalforensisch ausgewertet werden.

Wie ist er vorgegangen?

Derzeit ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte das Scheingeld, welches in vier kleinen Päckchen verschweißt war, unter einer Jacke versteckte und damit die Bank verließ. Der Bankangestellten wurde soeben auf Antrag der Staatsanwaltschaft der Haftrichterin beim Amtsgericht Gießen vorgeführt.

Was war passiert?

Anfang Januar waren aus der Zentrale der Volksbank Mittelhessen im Schiffenberger Weg Gießen 1,3 Millionen Euro einfach so verschwunden. Kein Überfalll, kein Rechenfehler. Die Scheine waren einfach weg. Eigentlich hätten die noch verpackten Banknoten am Vormittag von der Hauptstelle aus auf einzelne Filialen im Umkreis verteilt werden sollen. Doch sie gelangten noch nicht einmal bis in den Transporter. Die Polizei hatte zunächst keine Spur von den Tätern.

Wurde der Raum nicht videoüberwacht?

Das Geld lag in einem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen und besonders sensiblen Bereich, im Bargeldlogistikzentrum der Volksbank. Dieses Zentrum befindet sich außerhalb des kundenfrequentierten Bereiches der Filiale. Der Raum hatte jedoch keine Videoüberwachung. »Das erschwert die Ermittlungen«, sagte Thomas Hauburger, Pressesprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, noch im Januar gegenüber dieser Zeitung. Immerhin könnten die Kameras umliegender Räume ausgewertet werden.

Wer stand in Verdacht?

Zunächst konzentrierte sich die Suche offenbar auf rund zehn Mitarbeiter der Volksbank, die Zugang zum Raum hatten, aus dem die Million verschwunden hatten. Allerdings wurden auch externe Dienstleister, die – etwa wegen Reparaturarbeiten – vorübergehend Zutritt hatten, überprüft und vernommen. Auch Angestellte eines heimischen Kurierdienstes, der an diesem Tag die Geldpakete im Wert von 1,3 Millionen Euro an umliegende Filialen verteilen sollte, wurden offenbar vernommen. Allerdings gab es keinen konkreten Verdacht in dieser Richtung, da das Geld bereits verschwunden war, als der Kurierfahrer eintraf.

Muss die Volksbank ihr Sicherheitskonzept überdenken?

Steffen Steudel, Pressesprecher des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, äußerte sich gegenüber dieser Zeitung im Januar zurückhaltend. Die Banken regelten das Sicherheitskonzept individuell. Trotzdem gibt es Kontrollen: Oliver Struck, Pressesprecher der Bundesanstalt für  Finanzdienstleistungsaufsicht, unterstrich im Januar zwar ebenfalls, dass die Banken bei der konkreten Ausgestaltung »einen Spielraum haben«, jedoch »sicherstellen müssen, dass die Vermögenswerte geschützt werden«.

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