Linie 13: Jetzt geht's um ÖPNV-Serviceverbesserungen

Gießen (ta). Der Streit um die Linie 13 scheint beigelegt. Trotzdem kamen am Montagabend noch einmal fast 70 Anwohner in das Foyer der Willy-Brandt-Schule. Im Blickpunkt standen vor allem die Ursachenforschung und eine weitere ÖPNV-Serviceverbesserung für das Wohngebiet zwischen Carl-Franz- und Robert-Sommer-Straße.
02. März 2016, 18:30 Uhr
Ab Mai fährt die Linie 13 wieder auf alter Strecke.

Die Stadtbuslinie 13 soll im kommenden Mai oder Juni zurückkehren in die Johann-Sebastian-Bach-Straße, aus der sie im vergangenen Dezember zugunsten der überfälligen Busanbindung des Wohngebiets Schlangenzahl verlegt worden war. Das hat – wie berichtet – die Stadtverordnetenversammlung am letzten Donnerstag einstimmig beschlossen. Die Luft ist also heraus bei einem Thema, das in den vergangenen Wochen viele Menschen im Musikerviertel bewegt hatte. Trotzdem kamen am Montagabend noch einmal fast 70 Anwohner in das Foyer der Willy-Brandt-Schule. Im Blickpunkt standen vor allem die Ursachenforschung und eine weitere ÖPNV-Serviceverbesserung für das Wohngebiet zwischen Carl-Franz- und Robert-Sommer-Straße.

Der Einladung der Interessengemeinschaft Linie 13 waren neben Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich auch praktisch alle Stadtverordnetenfraktionen gefolgt – was vermutlich mit dem nahenden Wahltermin zu tun hat. Die Politiker nutzten die Gelegenheit und bedankten sich bei den Bürgern: Die 600 Unterschriften hätten ihnen verdeutlicht, dass sie Ende 2014 bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans einen Fehler gemacht hätten, der nun korrigiert werde.

Die Fehleinschätzung des Bedarfs im Musikviertel sei auch darauf zurückzuführen, dass die Anwohner damals nicht ausreichend informiert und gefragt worden seien, kritisierte Linke-Parlamentskandidat Matthias Riedl. Die Online-Umfrage sei viel zu wenig gewesen. Der ÖPNV habe in den letzten Jahren in Gießen »keine besondere Lobby« gehabt, hielt Weigel-Greilich entgegen. Sie räumte aber ein, dass ein Gedankenaustausch bei Bürgerversammlungen sinnvoller sei als eine einseitige Online-Befragung.

Holger Klapproth und Peer Thomas als Organisatoren der Linie 13 meldeten einen weiteren Verbesserungswunsch über die Rückverlegung hinaus an: Für die Abendstunden, Samstagnachmittage sowie Sonn- und Feiertage sei eine Anruflinientaxi vonnöten. Auch das unterstützte die Bürgermeisterin. Das ÖPNV-Netz in Gießen sei noch auf 70 000 Einwohner ausgerichtet, aber da die Zahl auf 90 000 steigen werde, sei eine grundlegende Fortschreibung des Nahverkehrsplans mit verstärkten Busanbindungen vonnöten, betonte die Grünen-Politikerin. Auch zwecks Luftreinhaltung sei eine Verringerung des privaten Autoverkehrs geboten.

Nur kurz angesprochen wurde der Aufreger des Tages, nämlich der Protest aus dem Wohngebiet Schlangenzahl gegen die vorgesehene Rückverlegung der Linie 13. Weigel-Greilich sprach von einem »verleumderischen Aushang«, weil er die geplante Umstellung auf die Linie 3 verschweige. Auch die IG hatte ihr Unverständnis über die Plakataktion geäußert. So hatte Barbara Haderer als Vertreterin des Vereins Lebenswertes Gießen keine Mühe mit der Moderation der anderthalbstündigen Veranstaltung.

Eher Schmunzeln als Besorgnis löste am Beginn die Anmerkung von IG-Sprecher Klapproth aus, er habe »aus sicherer Quelle erfahren«, dass die Rückverlegung nur wegen der Kommunalwahl zugesagt worden sei, danach aber nicht umgesetzt werde. Da beruhigten ihn die Politiker im Podium: Ein verbindlicher Parlamentsbeschluss sei etwas ganz anderes als ein Politikerversprechen.

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