Gummiinsel: Gießener Mythos braucht Geld

02. März 2016, 09:23 Uhr
Auch das gibt’s auf der Gummiinsel: Die Interessengemeinschaft hat eine Bewohnerzeitung mit dem schönen Namen »Aus’m Häuschen« herausgegeben.

Dies wurde nun beim Besuch von Michael Groß, baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, deutlich. Der Gast aus Berlin, der selbst im Ruhrgebiet in einer denkmalgeschützten früheren Zechensiedlung zur Miete wohnt, soll auf der Suche nach neuen Fördertöpfen helfen; 2014 waren Stadt und Wohnbau mit einem Antrag auf Aufnahme der Gummiinsel ins Programm »Nationale Projekte des Städtebaus« gescheitert.

Thema im Bundesbauministerium

»Über die normalen Programme geht es nicht. Wir müssen etwas anderes finden«, sagte Groß und kündigte ein Gespräch im Bundesbauministerium an, an dem auch Wohnbauchef Reinhard Thies teilnehmen soll. Der hat bereits Ideen und könnte sich vorstellen, dass ein Förderprogramm wie der »Experimentelle Wohnungsbau« infrage kommt. Klar ist, dass ein ziemlich breites »Delta« bei der Finanzierung überbrückt werden muss. Auf immerhin 100 000 Euro pro Wohnung schätzt die Wohnbau den Sanierungsbedarf der denkmalgeschützten Siedlung. Die städtische Gesellschaft selbst will zunächst Geld in die Hand nehmen, um einen »Musterblock« mit acht Wohnungen zu modernisieren. Dies ist aus Sicht von Tanja Blum, Sprecherin der Interessengemeinschaft »Rotklinkerhäuschen Gummiinsel«, auch sinnvoll, um die Bewohner von der Notwendigkeit der Sanierung zu überzeugen. »Wir wollen diesen Weg gemeinsam mit Wohnbau und Stadt weitergehen«, sagte Blum. Das Interesse und der Wille, die Zukunft der Gummiinsel gemeinsam zu gestalten, sei jedenfalls vorhanden. Zu einer Bewohnerversammlung der IG seien letztens viele der rund 200 Bewohner gekommen.

Erster Erfolg

Einen ersten Erfolg haben Stadt und Wohnbau schon zu verzeichnen, denn die Gummiinsel liegt im neuen und 42 Hektar großen Fördergebiet der nördlichen Weststadt, das ins Programm »Soziale Stadt« aufgenommen worden ist. Einen ersten Zuschussbescheid in Höhe von 265 000 Euro übergab das Land im vergangenen Herbst an die Stadt. Ausgegeben werden soll das Geld zusammen mit einem städtischen Eigenanteil von einem Drittel für die Einrichtung eines Stadtteilmanagements sowie für eine Machbarkeitsstudie für Sanierung und Umbau der Rotklinkersiedlung. Analog zum Flussstraßenviertel soll jetzt auch für diesen Teil der Weststadt eine Rahmenplanung erstellt werden. Das Stadtparlament hat diesem Vorgehen am vergangenen Donnerstag zugestimmt.

Bundestagsgast Groß betonte, wie wichtig Bewohnern in solch gewachsenen Vierteln das »Zusammenbleiben« sei. Insofern sei es auch eine Anforderung an die Sanierung, dass die Mieten »hinterher nicht exorbitant steigen«. Bei seinem Besuch in Gießen habe er den Eindruck gewonnen, dass dieser »soziale Aspekt« von der Wohnbau berücksichtigt werde.

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