Stadt Gießen

Nachfolgenutzung für ehemaligen Aldi in Walltorstraße

01. März 2016, 14:26 Uhr

Wer nachts oder frühmorgens in der Innenstadt unterwegs ist, kann an der Ecke Walltorstraße/Brandgasse oft den Duft von frisch gebackenem Brot schnuppern. Er stammt von der Stadtbäckerei, die Husein Yalcinkaya vor zehn Jahren im Hintergebäude des Anwesens Walltorstraße 12 gegründet hat. Anfangs hatte er nur wenige Kunden, aber inzwischen beliefert er viele türkische Restaurants und Läden, aber auch heimische Supermärkte mit »original türkischen Backwaren«. Auch das Gießener Flüchtlingslager zählt zu seiner Kundschaft.

Ständige Nachfragen von Anwohnern und Passanten führten dazu, dass im Laufe der letzten drei Jahre auch ein Einzelverkauf mit einer Ladentheke eingeführt wurde. Gebacken wird deshalb jetzt 24 Stunden: nachts für die Großkunden und tagsüber für den Laden.

Der Standort an der engen Brandgasse ist aus verkehrstechnischen Gründen allerdings nicht ideal. Deshalb haben sich Huseyin Yalcinkaya und seine Brüder Tamer und Nesim, die den Familienbetrieb zusammen führen, nach einer neuen Bleibe umgesehen und diese gefunden – und zwar direkt gegenüber.

Die Stadtbäckerei wird als Pächter die 1200 Quadratmeter Ladenfläche im einstigen Luxor-Gebäude beziehen. Im hinteren Bereich werden Produktion und Lager angesiedelt. In der vorderen Hälfte wird ein Laden mitsamt Selbstbedienungscafé mit mindestens 80 Plätzen eingerichtet. Die bisherige Schaufensterfront wird zugunsten einer kleinen Terrasse zurückversetzt. Die türkischen Backwaren und kleinen Gerichte sollen vor den Augen der Gäste frisch zubereitet werden.

»Alle zuständigen Behörden sind in die Vorplanungen einbezogen worden, damit wir allen Anforderungen gerecht werden«, versichert Tamer Yalcinkaya. Auch an die notwendigen Stellplätze werde gedacht. Ziel ist es, Café und neue Bäckerei im August zu eröffnen.

Mindestens 500 000 Euro sollen in die neue Stadtbäckerei investiert werden. Bei der Ausstattung des Cafés wollen die Inhaber nicht sparen: Der Marmor wird aus ihrer Heimat geliefert. Und für Kinder wird es eigens ein Klosett im Kleinformat geben.

Das seit dem Aldi-Auszug im Oktober 2010 leer stehende Ladenlokal gehörte zum einstigen Luxor-Filmtheater, das 1955 mit 850 Sitzplätzen als modernstes Gießener Kino eröffnet worden war. Schon 20 Jahre später war es wieder geschlossen worden. Nach dem Einziehen einer Zwischendecke nutzten Kanzleien die obere Etage des zweistöckigen Gebäudes.

Inzwischen residiert dort ein kleiner Verlag. Im Erdgeschoss befinden sich neben der früheren Aldi-Filiale ein Friseurgeschäft und eine Kneipe. Das Grundstück gehört immer noch der Adam Henrich Lichtspiel GmbH (Frankfurt), die vor gut 60 Jahren das Kino errichtet hatte.

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