Einkaufsservice: Schneller als online

Gießen (ta) Sie sehen aus wie Rikschas, bei denen die Fahrgastsitze gegen eine riesige Kiste ausgetauscht wurden: Seit einigen Wochen sind im Stadtgebiet zwei große Dreiräder unterwegs. Das Unternehmen »Velocarrier« bietet Privatkunden und Händlern seine Dienste an. Abholung und Auslieferung erfolgen am selben Tag.
30. Oktober 2015, 17:00 Uhr

Es geht ums Einkaufen: Die sperrige Spielzeugverpackung, das kleine Möbelstück, der üppige Blumenstrauß, die neue Mikrowelle, eine Kiste Wein – wie bekommt man das nach Hause, wenn das Auto nicht um die Ecke steht? Oder wenn niemand da ist, der beim Tragen helfen kann? Das ist der Ansatz von »Velocarrier«, der seit einigen Jahren in Tübingen, Esslingen und Würzburg erfolgreich am Markt ist und nun auch in Gießen Fuß gefasst hat.

Franchisenehmer ist Gino Rosettani. Er ist seit 15 Jahren selbstständiger Transportunternehmer und will sich mit dem neuen Genre ein zweites Standbein aufbauen »Die umweltfreundliche Elektromobilität hat mich interessiert«, beschreibt er seine Motivation. Kernziel sei die Unterstützung des lokalen Einzelhandels: Dank der Auslieferung noch am gleichen Tag bis 20 Uhr sei der Kundenservice besser als bei Online-Bestellungen, betont der Grävenwiesbacher, der in der Stadt schon einige feste Auftraggeber hat.

Für kleinere Sendungen bis 30 Kilogramm werden 5 Euro fällig, bei größeren sind es 10. Dieser Tarif gilt für das gesamte Stadtgebiet einschließlich Heuchelheim – selbst wenn es bis nach Lützellinden geht. Bei höherem Gewicht steigt der Tarif. Das gilt genauso für »Expressfahrten« mit Abholung und Zustellung innerhalb von 90 Minuten. Privatkunden zahlen bei der Ablieferung, gewerbliche Auftraggeber bei der Abholung.

Transportiert werden die Sendungen in einer 1,50 Meter hohen Kiste mit der rutschfesten Grundfläche einer Europapalette. Davor sitzt der Fahrer auf einem speziellen Cargo-Bike des Herstellers »Radkutsche« aus Mössingen. Damit die Fahrer auch bei voller Auslastung – bis zu 250 Kilogramm Ladung sind zulässig – nicht zu stark ins Schwitzen kommen, verfügt das Rad über einen zuschaltbaren Elektromotor mit starkem Akku und eine stufenlose Gangschaltung.

Im Sattel sitzen neben Rosettani derzeit vier Teilzeitkräfte: Drei Oberschüler und Student Viktor Busch erstrampeln sich einen Nebenverdienst. Der künftige Bauingenieur findet diesen Job ideal: »Ich bin gern an der frischen Luft, und ich fahre gern Rad.«

Die Abwicklung bei dem Radlastendienst, der sein Büro im Meisenbornweg und sein Zwischenlager in der »Speicherboxx« hinter den Hessenhallen hat, ist fein ausgeklügelt: Bestellungen sind online und per Telefon möglich. Die Zentrale stellt dann die Fahrtrouten zusammen und beauftragt die Fahrer. Die bekommen auf ihr Tablet mit den
Kundendaten zugleich die Routen zu den Abhol- und/oder Auslieferungsadressen mitgeteilt.

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