Stadt Gießen

Private Feuerwehr für Gießener Erstaufnahmeeinrichtung

24. Juni 2015, 10:33 Uhr
Die mutwillige Auslösung von Brandmeldern ist ein großes Problem in den Flüchtlingsunterkünften. (Symbolfoto)

Gießen (mö). Bei den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten aus Rödgen, Wieseck und Gießen-Mitte sorgt diese Nachricht für große Erleichterung: Das Land Hessen beauftragt sozusagen eine Privatfeuerwehr, um in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung (HEAE) für Flüchtlinge im früheren US-Depot den vorläufigen Brandschutz zu gewährleisten. Dies bestätigte am Dienstag Regierungspräsident Dr. Lars Witteck auf GAZ-Anfrage.

Wie Witteck sagte, soll dieser private, vom Hessischen Innenministerium beauftragte Brandsicherheitsdienst bereits ab dem kommenden Freitag an der Rödgener Straße mit sechs Personen und einem Fahrzeug im Einsatz sein. Damit soll endlich das Problem mit den zahlreichen Fehlalarmen behoben werden, die die freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen in den letzten Monaten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt hatten. Nach Angaben von Witteck kostet das Engagement der Privatfeuerwehr das Land rund 600 000 Euro pro Jahr.

Positive Reaktion auf den Brandsicherheitsdienst

In den Reihen der Freiwilligen ist zwar bekannt, dass die Beauftragung einer Privatfeuerwehr als eine Option geprüft wird. Dass es nun auch so kommen soll, sorgt natürlich für Freude. »Prima. Ich hätte nichts dagegen«, kommentierte Rödgens Wehrführer Steffen Schmidt die Nachricht aus dem RP. Neben Rödgen fuhren zuletzt die Wehren aus Wieseck und Gießen-Mitte die nächtlichen Einsätze in den Flüchtlingsunterkünften im Meisenbornweg und im früheren US-Depot.

Die Beauftragung der Privatfirma ist eine Reaktion darauf, dass die zuletzt durchgeführte Änderung bei der Brandmeldung letztlich nicht zu einem Rückgang der Fehlalarme geführt hatte. »Im Grunde ist es nie besser geworden«, sagte Schmidt.

Tagsüber sind die Freiwilligen Wehren schon seit einiger Zeit nicht mehr im HEAE-Einsatz, weil dies den Arbeitgebern der Feuerwehrleute einfach nicht mehr zugemutet werden konnte. Aufgefangen wurde diese Maßnahme durch eine Personalaufstockung bei der Berufsfeuerwehr.

183 Fehlalarm-Einsätze

Laut einem Bericht des Magistrats rückten zwischen Oktober vergangenen Jahres und Ende Februar die Gießener Feuerwehren 358-mal auf der Grundlage eines Fehlalarms aus. 183 und damit in etwa die Hälfte aller Fehlalarm-Einsätze führten die Wehren in eine der beiden Erstaufnahmeeinrichtungen.

Zur Flüchtlingsaufnahme- und verteilung gab Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) gestern im Wiesbadener Landtag eine Regierungserklärung ab. Im Laufe der Woche will auch das für die HEAE zuständige Gießener RP über einige neue Maßnahmen informieren. Die Belegungszahl hatte nach dem Wochenende mit fast 6000 Bewohnern an den fünf Standorten in Gießen, Neustadt, Kirchheim und Bad Arolsen einen neuen Höchststand erreicht.

Seit Oktober über 180 Fehlalarme in Flüchtlingsheimen Flüchtlingsheim: Ein Brand und viele Fehlalarme

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