Zweite Spülzeit der elephant toilet

Nach der Premiere des Ensembles Ende Januar hieß es nun Bühne frei für die »zweite Spülzeit« des Medizinerkabaretts elephant toilet.
27. Juni 2011, 13:05 Uhr
Wer von wem therapiert wird ist nicht klar: Muss der Arzt zum Psychiater, geht spätestens dann der Psychiater auch zum Arzt. (het)

Vom Physikum übers Praktische Jahr bis hin zum Staatsexamen - angehende Ärzte müssen so manche Plackerei auf sich nehmen. Gegen Lernfrust und Prüfungsangst hilft da nur Humor, ein wenig Sarkasmus und die richtige Portion Selbstironie. Genau damit hat es das Medizinerkabarett elephant toilet ins nächste Semester geschafft - mit durchschlagendem Erfolg: Nach der Premiere des Ensembles Ende Januar hieß es am Samstagabend in der voll besetzen Uni-Aula Bühne frei für die »zweite Spülzeit«.

»Es gilt im härtesten Business zu bestehen und dabei trotzdem gut auszusehen« - und das nicht nur in der Welt der Topmodels, sondern erst recht bei »Germany's next DocModel«. Denn nur eine kann die Stelle kriegen, die eigentlich von fünf Mitarbeitern zu besetzen wäre. Da muss alles sitzen: der »Doc-Walk«, die Demut, das Arschkriechen. Noch dazu plant »das Klinikum der kurzen Wege« den Umzug des Jahres. Hoher Besuch - die Bundeskanzlerin höchstpersönlich - beehrt zu diesem Anlass Gießens Anstalt der »Maximalversorgung«. Ist da das Glas halb voll oder halb leer? Bei dem ganzen Stress ist es kein Wunder, wenn der Arzt zum Psychiater und der Psychiater zum Arzt muss. Hängt erst mal das »Damoklesschwert der Privatisierung« über der »species academicus«, ist die Schonzeit nicht nur für die Studenten vorbei: Die sowieso schon heikle Arzt-Patienten-Beziehung muss sich großen Herausforderungen stellen. Doch »Humor hilft heilen« - so das Credo der Mediziner.

Für das umfangreiche Programm von zweieinhalb Stunden tüftelten die 44 Gießener Studenten - Human-, Veterinär- und Zahnmediziner vom Erstsemester bis zum PJler - vergleichsweise gar nicht so lange. »Es geht relativ schnell«, weiß Bennet Schoof, »effektiv zwei Monate Arbeit« steckt drin. »Das Studium gibt ziemlich viel her für so was.«

Schoof, Marius Rohde, Hans Voigtmann und Jakob Olbrich sind die Gründungsmitglieder von elephant toilet - der Name ist eine Reminiszenz an Gießens heimliches Wahrzeichen. Es biete ein Ventil aus dem eintönigen Trott und »lässt dem Kopf freien Lauf«, erzählt Rohde. Letztes Jahr im Oktober fing alles an, und Gleichgesinnte fanden sich schnell.

Gemacht wird »alles selbst« - vom Kostüm über das Bühnenbild bis hin zur fabelhaften musikalischen Gestaltung. Dabei haben »alle einen Background von früher«, so Rohde, ob aus dem Theater oder der Musik. Dass die »Elefanten« keine unbeschriebenen Blätter sind, war nicht zu übersehen: Mit Hingabe tanzten, sangen und spielten die Darsteller und rissen nicht nur Eingeweihte und Experten mit.

Nach der großartigen Vorstellung hielt die Zuschauer nichts mehr auf den Stühlen - Standing Ovations bis zur Überdosis. het

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