Veganes Fastfood im Citycenter

04. Oktober 2017, 20:05 Uhr
Mahmoud Khorshidi und seine Frau Jessica wollen das City Center neu beleben. (mac)

Am Mittwoch haben sich Mahmoud Khorshidi und seine Frau Jessica einen Traum erfüllt: Um 12 Uhr eröffnete das Paar aus Gießen im Citycenter in der Katharinengasse das »Bärenstark«, ein modern eingerichtetes veganes Fastfood-Restaurant. Es ist die erste Anlaufstelle für Veganer in der Innenstadt. »Wir wollen niemanden bekehren, aber wir wollen eine Alternative sein«, sagt Khorshidi, der in der Gastronomie-Szene der Stadt kein Unbekannter ist. Der Ernährungstrainer und Lehrer für Fitness hat zu früheren Zeiten unter anderem im Melchiors und im News Café gearbeitet. Häufig auch in der Küche.

Jetzt wagt er den Sprung in die Selbstständigkeit. »Wir saßen vor etwa eineinhalb Jahren gemeinsam auf dem Sofa und haben diese Idee entwickelt. Immer wieder sind andere Dinge dazwischengekommen, aber jetzt ist es endlich so weit«, freut sich Khorshidi.

Ohne Weizen und weißen Zucker

Das Angebot ist ausgetüftelt. Das »Bärenstark« bietet Paddies aus Süßkartoffeln, Linsen, Rote Bete oder auch Seitan an, nach Wunsch als Burger, Pita oder auf einem Teller angerichtet. Dazu gibt es eine Menge unterschiedlicher Zutaten – »alle kommen von einem Bio-Bauern aus der Region«, verspricht der gebürtige Iraner, der selbst von einem Tag auf den anderem zum Veganer geworden ist. »Das ist einfach so passiert«, sagt er. Und er erinnert sich: »Ich weiß noch, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch zwei Eier im Kühlschrank hatte.«

Neben den frischen und üppigen Portionen, die ohne Weizen, weißen Zucker und Fertigprodukte auskommen, gehört auch zum Konzept, dass in Zukunft Ernährungsseminare und sonntags ein veganer Brunch im Laden stattfinden sollen. Zu jeder Speise liefern Khorshidi und die neun Angestellten – allesamt Studenten der Ernährungswissenschaften – Nährwertangaben dazu. »Unsere Gäste werden wissen, wie viele Kohlenhydrate, Fette und Proteine sie zu sich genommen haben«, erklärt der Gastronom.

Khorshidi weiß, dass Gastronomie ein hartes Geschäft ist. »Wir werden kaum Freizeit haben, und es kann dauern, bis man Fuß fasst, aber wenn man das Hobby zum Beruf macht, ist zumindest die Arbeitszeit nicht schlimm«, sagt er. Dass er sich mit dem Citycenter die richtige Ecke ausgesucht hat, glaubt Khorshidi ganz sicher. »Es ist eine schwierige Ecke, aber wenn das Konzept stimmt, schafft man es. Wir haben uns bewusst entschieden, denn wir wollen den Leuten nicht nur veganes Essen anbieten, sondern auch eine Auszeit. Hier kann man dem Trubel mal eine halbe Stunde entfliehen.«

Seine Studenten machen ihm Hoffnung. Sie berichten, dass veganes Essen auch in der Mensa immer stärker gefragt ist. Laut einer Erhebung des Vegetarierbunds (VEBU) gibt es in Deutschland mittlerweile 161 rein vegane Gastronomiebetriebe. Der Verband verzeichnet einen Anstieg der veganen Gastronomie um 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine weitere interessante Zahl: Im Jahr 2016 kamen 211 vegane Kochbücher in deutscher Sprache auf den Markt. 2012 waren es nur 23. »Man muss nicht jeden Tag Fleisch essen, man muss nicht jeden Tag vegan essen. Wir bieten eine Alternative für die, die auf Fleisch verzichten möchten – gesund, lecker und schnell«, sagt Khorshidi.

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