Mut zum Nutztierschutz

Gießen (cg). Tierschutz beschränkt sich nicht auf Hund und Katze, sondern schließt auch Nutztiere mit ein. Stärker als bisher will der Tierschutzverein künftig Themen rund um die Haltung von Kühen, Schweinen und Hühnern in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellen.
16. September 2016, 16:02 Uhr
(Foto: dpa)

 »Wir können nicht die Welt retten, aber wir wollen zeigen, dass man mit kleinen Schritten etwas bewirken kann«, sagt Tierheim-Geschäftsführerin Katja Klimek. »Kleine Schritte sind besser als gar keine.«

Viele Menschen wollten das Elend, das die Massentierhaltung mit sich bringe, nicht länger ertragen, wüssten aber nicht so recht, was sie tun könnten, ergänzt Astrid Paparone, die Initiatorin des neuen Projekts. Sie fühlten sich angesichts des komplexen Themas ohnmächtig. Das Resultat: Verbraucher kauften mit schlechtem Gewissen und verschlössen die Augen beim Anblick überzüchteter Milchkühe oder Riesenlastern auf dem Weg ins Schlachthaus. »Wir sind aber weniger ohnmächtig als wir denken«, sagt Paparone. Der Verein wolle nicht mit erhobenem Zeigefinger den Konsum von Fleisch und Milchprodukten anprangern, sondern informieren und Entscheidungshilfen geben.

Adressen, Tipps, Rezepte
Auf der neu gestalteten Homepage des Tierschutzvereins (www.tsv-giessen.de) gibt es praktische Tipps: Adressen regionaler Biohöfe, vegetarische und vegane Rezepte, Firmen, die Produkte anbieten, die ohne Tierversuche hergestellt werden. Wer sich der Arbeitsgruppe innerhalb des Tierschutzvereins anschließen möchte, kann sich wenden an: a.paparone@tsv-giessen.de.


Das Projekt ist eine Ermutigung zum Nutztierschutz. Diese ist nicht nur ein Bekenntnis, sondern auch praxisbezogen. Auf der Homepage des Vereins findet man Adressen von Höfen in der Region, wo Vieh anständig gehalten wird und der Weg zum Schlachthof kurz ist. Dort finden sich die Adressen der Höfe Obersteinberg, Hillebrand (Erda), Amend (Staufenberg) und Stroh (Wißmar). Der Tierschutzverein möchte diese Liste im Laufe der Zeit gerne erweitern, Hinweise dazu sind willkommen. »Wir wünschen uns, dass die Tiere Sonnenlicht und Weiden kennen«, sagt Paparone.

Die Tierfreundin selbst ist auf dem Weg zu einer (fast) veganen Ernährung, sie ist jedoch weit entfernt davon, anderen Menschen Vorschriften machen zu wollen. »Jeder muss für sich entscheiden, aber ich wünsche mir, dass die Leute sich informieren.« Wissen müsse man zum Beispiel, dass viele Millionen Tiere in riesigen Mastanlagen gehalten und in ebenso riesigen Schlachthöfen ihr Ende fänden.

Die Landwirte hätten zunächst zögerlich auf den Wunsch einer Annäherung und Notiz auf der Homepage reagiert – vermutlich, weil es mit radikalen Tierschützern sonst eher konfrontative Begegnungen gibt. »Gegenseitige Vorwürfe bringen uns aber nicht weiter, Fortschritte können wir nur gemeinsam erzielen«, weiß Klimek. Mittlerweile gebe es die Berührungsängste auch nicht mehr. Den Tierschützerinnen geht es nicht nur um Ernährung, sondern auch um Körperpflege und Putzmittel. Es gebe viele Produkte, die ohne tierische Produkte und ohne Tierversuche hergestellt würden. Diese seien nicht unbedingt kostspieliger als herkömmliche Mittel. Auch hier gelte: Man muss sich informieren.

Die neue Schwerpunktsetzung des Vereins findet sich auch in dem überarbeiteten Logo wieder: Es zeigt Katze, Hund und Rind unter dem Dach eines Hauses. Damit wird auf den ersten Blick deutlich, dass Fürsorge und Verantwortung nicht nur den »Kuscheltieren« gilt, sondern allen Mitgeschöpfen.

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