Lobreden auf das Geburtstagskind

»Ich hoffe, dass das alles wahr ist.« Das betonte Dietlind Grabe-Bolz lächelnd im Atrium des Rathauses angesichts der Lobreden, die aus Anlass ihres 60. Geburtstags auf sie als Politikerin und als Mensch gehalten worden waren.
19. Juni 2017, 21:13 Uhr

Eigentlich steht Dietlind Grabe-Bolz nicht so gern im Mittelpunkt. Aber am gestrigen Nachmittag musste die Gießener Oberbürgermeisterin das über zwei Stunden lang beim Empfang des Magistrats aus Anlass ihres 60. Geburtstags ertragen. Zuvor hatte es eine Dreiviertelstunde gedauert, bis alle 250 geladenen Gäste ihr im Eingang zum Rathaus- Atrium persönlich gratuliert hatten.

»Ich kann mir keine bessere Kollegin vorstellen«, fasste Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich ihre Gratulation zusammen, in der sie den »unglaublichen Einsatz der OB für das Wohl unserer Stadt« gewürdigt hatte. Klugheit, Herzenswärme, Lebensfreude, die Fähigkeit zum Zuhören, das stete Bemühen um Interessenausgleich, Entscheidungsfreude – diese Eigenschaften der Neu-Sechzigerin zogen sich auch durch die folgenden Lobreden. »Du hast Gießen im Blut«, glaubt Stadtverordnetenvorsteher Egon Fritz.

Ans Rednerpult gingen und an gemeinsame Stationen erinnerten außerdem SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel, der scheidende Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen für den Hessischen Städtetag, JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und Stadttheater-Intendantin Cathérine Miville.

Pfarrer Matthias Leschhorn hob das Engagement der Oberbürgermeisterin bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise hervor: »Du hast viel für den sozialen Frieden in dieser Stadt getan.« Der Fachmann bescheinigte ihr, stets nach dem Jeremias-Bibelwort »Suchet der Stadt Bestes« zu handeln.

Als Überraschungsgast ans Mikrofon trat zudem Manfred Krupp, der Intendant des Hessischen Rundfunks. Der frühere Politik-Studienkollege von Dietlind Grabe fasste das Lob seiner Vorredner launig zusammen: »Ich glaube, sie steht kurz vor der Heiligsprechung.«

»Ich hoffe, dass das alles wahr ist«, bedankte sich das Geburtstagskind schmunzelnd. »Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, meinen 60. Geburtstag im wichtigsten Amt meiner Heimatstadt begehen zu dürfen«, versicherte sie. Dabei habe sie eine politische Karriere und einen Berufswechsel nie im Sinn gehabt, betonte die frühere pädagogische Mitarbeiterin der Kreisvolkshochschule, die 2009 die OB-Direktwahl überraschend gewonnen hatte.

Am meisten Beifall bekamen freilich nicht die Redner, sondern ein Trio des Orchesters sowie der Kinder- und Jugendchor des Stadttheaters unter Leitung von Martin Gärtner. Für große Erheiterung sorgte der Kabarettauftritt des SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Merz, der aus seiner Phrasensammlung »Papyrhussiege« eine grandios alberne Rede des Ministerpräsidenten zusammengestellt hatte. Bevor es endlich hinaus ging in den Innenhof des Rathauses zum Imbiss aus der Vitos-Küche, unterhielt auch die singende Gruppe Heinrich unter Leitung von Michael Habermehl die Gäste bestens.

Die OB hatte die Gratulanten darum gebeten, auf persönliche Geschenke zu verzichten und stattdessen an die Gießener Tafel oder den Verein »Gefangenes Wort« zu spenden, der sich für inhaftierte Schriftsteller und Journalisten einsetzt.

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