Kindern die Führung überlassen

07. Dezember 2017, 19:56 Uhr
Die Podiumsdiskussion dreht sich auch um Trauer. (Foto: pm)

»Wir alle möchten gesunde Kinder haben, leider ist das nicht jedem vergönnt«, sagt Holger Hauch, Kinderarzt und Leiter des Palliative Care Teams für Kinder und Jugendliche Mittelhessen. Wenn ein junger Mensch eine sehr schwere Krankheit hat, sind Fachleute gefragt, um die Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Fachwissen aufzufrischen, sich auszutauschen und zu vernetzen stand im Vordergrund beim »2. Tag der Palliativ- und Hospizversorgung für Kinder und Jugendliche in Mittelhessen«. Die Veranstaltung bot im Hauptgebäude des Universitätsklinikums ein Forum zum Kennenlernen, sowie einen Fachvortrag und eine Podiumsdiskussion.

»Das, was da gemacht wird, berührt mich auch persönlich«, sagte Regierungspräsident und Schirmherr Christoph Ullrich in seinem Grußwort. »Ich habe bei einem Besuch einer Familie mit schwer krankem Kind erlebt, was es für ein Segen ist, dass rund um die Uhr ein fachkundiger Ansprechpartner erreichbar ist.«

Christian Wiedenmann stand im Mittelpunkt des Vortrags »Sozialrechtliche Aspekte in der Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendliche«. Der Fachanwalt für Sozial- und Zivilrecht ist Vater einer Tochter mit einer stark lebensverkürzenden Krankheit. Er zeigte die Fülle an Sozialgesetzen auf. Familien seien damit meist überfordert. Generell warnte Wiedenmann davor, sich verbindlich auf Ratschläge aus Selbsthilfegruppen in den sozialen Medien zu verlassen. Weitere Themen waren Patientenverfügung und Erbrecht. Sein Rat: »Wenn Sie Vermögen oder ein Haus haben, sollten Sie ein Behindertentestament bei einem Notar machen.«

»Kultursensible Aspekte in der spirituellen Begleitung von schwerkranken Kindern und Jugendlichen« war das Thema der anschließenden Diskussion. Peter Wirtz von der Akademie des Deutschen Kinderhospizvereins moderierte die Diskussion mit Pater Arsenios (Griechisch-Orthodoxe Kirche, Gießen), Thomas Born (Evangelische Klinikseelsorge, Uniklinikum Gießen), sowie Leinbach und Hauch. Ein Thema war die Trauer. »Wir versuchen den Familien immer zu vermitteln, dass wir an ihrer Seite sind«, betonte Leinbach.

Ausführlich behandelt wurde auch der Grundsatz der Wahrheit. »Wir versuchen immer altersgerecht mit den Kindern zu sprechen«, hielt Leinbach fest. Thomas Born ergänzt: »Ich glaube, man kann da den Kindern die Führung überlassen.« »Aus der Onkologie weiß ich: Kinder spüren die Wahrheit«, berichtete Hauch. Auch ein Blick oder die Berührung einer Hand könne ausdrücken. »Kinder sind unglaublich stark in solchen Situationen.«

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