Spendenlauf

Grundschullehrer für 2100 Euro

Der Gießener Polizist Sven Franke hat in Nepal den ersten Schritt seiner Mission erfüllt. Der Ausdauerläufer erklärt, warum ihm gerade die Begegnung mit Grundschülern alles abverlangt hat.
20. April 2017, 11:00 Uhr
Mit diesem Flugzeug fliegt Franke über die nepalesischen Berge. (Foto: pm)

Seine erste Mission hatte Sven Franke erfüllt, ehe er den ersten Kilometer gelaufen ist. Der Ausdauersportler, der am Dienstag beim achttägigen »Mustang-Trail-Race« in Nepal an den Start gegangen ist, um Spendengelder für den Ambulanten Kinderhospizdienst Gießen zu sammeln, hat den ersten Scheck verteilt: Mit 2100 Euro für eine nepalesische Grundschule in der Nähe von Kathmandu will der Polizeibeamte nicht nur Kinder in Gießen unterstützen, sondern auch Hilfe vor Ort leisten. »Das genügt fast, um das Jahresgehalt eines Lehrers zu bezahlen. Dazu gab es noch Schulausrüstung und Süßigkeiten«, sagt Franke.

Sechs Schüler, ein Lehrer und der Direktor der Bachheshwor Primary School waren zur Scheckübergabe in das Hotel von Franke gekommen. »Die Schule bildet Schüler der untersten Kaste aus. Kinder, die von Chancengleichheit nur träumen können. Die Begegnung hat mir emotional alles abverlangt«, erzählt Franke.

Nach dem ersten Teil seiner Mission ging es für ihn mit einem Inlandsflug nach Pokhara weiter. Dabei segelte er an den 8000er Annapurna und Manaslu vorbei. Von dort ging es für den Merlauer mit dem nächsten Flug weiter nach Jomsom auf 2750 Meter Höhe. Zum Startpunkt des Rennens in Kagbeni auf etwa 3000 Meter Höhe mussten die 35 Läufer noch acht Kilometer wandern. »Der Flug durch das Gandaki-Tal war atemberaubend«, schwärmt Franke. Am Dienstag stand dann die erste Etappe des Laufs an, der den Sportler insgesamt über 180 km führen wird. Die Kinder aus der Bachheshwor-Schule werden Franke in den nächsten Tagen die Daumen drücken.

Doch warum engagiert sich der auch für Menschen vor Ort? »Nepal ist als Entwicklungsland mit seinen Problemen der Versuch, die Komfortzone Europa zu verlassen«, sagt Franke. Sein Augenmerk wird zwar weiter auf der Unterstützung des Gießener Kinderhospizdienstes liegen, er will aber auch den Blick für andere Länder und deren Sorgen öffnen. Der Kontakt zur Schule kam über die ehemalige Hospiz-Angestellten Anette Weitzel-Lotz und ihren Ehemann Markus Lotz, der selbst schon Spenden für Nepal gesammelt hat, zustande. Das beruhigte Franke, der anfangs Sorgen hatte, dass die Spende auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

»Ich vertraue mittlerweile fest darauf, dass die Spende die richtigen Personen erreicht. Für mich war es keine Option, Organisationen damit zu beauftragen. Korruption ist auch in Nepal allgegenwärtig. Hilfe kommt auf diesem Weg fast nie an«, betont Franke. Deswegen hat er das Geld selbst über einen ausgewählten Mittelsmann überbracht.

Das Spendenkonto von Franke läuft bei der Sparkasse Gießen (DE48 5135 0025 0228 0269 62). Kontoninhaber: Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst. Verwendungszweck: »Running for Children 2017«.

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