Tour der Hoffnung

Gießen legt vor, Pohlheim schießt Vogel ab

Morgen rollt die Tour der Hoffnung durch Berlin, übermorgen durch Potsdam. Die Metropolen werden sich strecken müssen, um den Prolog in Gießen zu toppen. Rund 650 000 Euro kamen zum Auftakt der 34. Auflage nach einer ersten Schätzung zusammen. Den Vogel schossen die Pohlheimer ab.
03. August 2017, 10:00 Uhr
Rund 650 000 Euro kamen beim Prolog der Tour der Hoffnung zusammen. (Foto: mö)
Als das Feld der Tour der Hoffnung am frühen Mittwochabend zum letzten Stopp in den Hof des Immobilienunternehmen Menges in der Alicenstraße einbog, war die Stimmung bei den Organisatoren längst gelöst. »Keine Stürze, ein Top-Spendenergebnis und tolles Wetter«, zog der Sportliche Leiter Karsten Koch eine erfreuliche erste Bilanz des Auftakts zur nunmehr 34. Auflage. Tour-Macher Gerhard Becker rechnete das Spendenaufkommen auf etwa 650 000 Euro hoch, die Zuwendungen einbezogen, die noch später am Abend im Licher Golfclub beim traditionellen Eröffnungsabend übergeben werden sollten.
 

35 Millionen in 33 Jahren

Begonnen hatte der lange Tour-Tag am Morgen in der Lahnstraße bei den Stadtwerken, wo die Vorstände Matthias Funk und Jens Schmidt sowie Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die weit über 200 Teilnehmer begrüßten. Die Tour, die in 33 Jahren 35 Millionen Euro für krebskranke Kinder gesammelt hat, sei ein Muster an »Durchhaltevermögen«, lobte die OB, die gemeinsam mit Landrätin Anita Schneider den Prolog im Sattel absolvierte. Danach zog Kirchenpräsident Volker Jung seinen Talar übers grüne Radtrikot und sprach den Reisesegen.

Das erste Geld wurde in Lollar bei Bosch KWK eingesammelt. Rick Hilchner von der Geschäftsleitung, Firmengründer Helmut Ziegler und Detlef Peter für die Belegschaft übergaben zusammen knapp 7000 Euro an Schirmherrin Petra Behle. Dann ging’s zurück nach Gießen, wo erstmals das frühere US-Depot Etappenziel war. Bei Stanley Tucker landeten gut 6000 Euro im Topf der Tour, die Geschäftsführer Thomas Erhard und Joachim Geist für den Betriebsrat überreichten.

Premiere am Kaffehaus

Box-Legende Henry Maske war ein gefragter Mann. (Foto: mö)
Box-Legende Henry Maske war ein gefragter Mann. (Foto: mö)

Eine Premiere gab’s kurz darauf auch am neuen Kaffeehaus Künkel in der Grünberger Straße, wo Martin Künkel und Ulrike Dietermann mit 7500 Euro aus dem Verkauf von Tour-Broten und dem Inhalt der Spendendosen aus den Filialen auf das Peloton warteten. Kinder der AWO-Kita Helene Simon sangen mit Michael Heck den Tour-Song »Atlantis«. Schon eine Tradition war der folgende Stopp bei Papier-Klein im Europaviertel. Inhaber Egon Klein hatte wieder bei seinen gewerbetreibenden Nachbarn für die Tour der Hoffnung geworben, wobei rund 20 000 Euro zusammenkamen.

Dann verließ der Tross die Unistadt und steuerte den Spenden-Dreier in Fernwald an. Nach dem Malergeschäft Häuser Rühl (2000 Euro) und der Wäscherei Pauli (2800 Euro) in Annerod war Rewe in Steinbach erneut ein lohnendes Ziel. Die Gastgeber Katja Kohl, Reinhard Schargitz und Bürgermeister Stefan Bechthold holten Unternehmer und Vereine auf die Bühne; am Ende dürften es an die 15 000 Euro gewesen sein, die Tour-Buchhalterin Agnes Bendlin vermerkte.

Überraschung in Pohlheim

Weitere 10 000 Euro kamen in Lich hinzu, wo die Brauerei ein Volksfest rund um den Empfang der Tour auf die Beine gestellt hatte. Da ließen sich die Pohlheimer nicht lumpen. Auf dem Hof des Feuerwehrstützpunkts in Watzenborn-Steinberg kündigte Bürgermeister Udo Schöffmann eine »Superspende« an: 22 000 Euro hatten Unternehmen, Vereine und Aktionen gesammelt, und dann betrat auch noch ein Überraschungsgast aus dem Ländle die Bühne. MLP-Chef Manfred Lautenschläger und zwei seiner Mitstreiter aus der Uniklinik Heidelberg und vom Radtreff Rhein-Neckar hatten 100 000 Euro im Gepäck.

Die Auftaktrunde endete mit drei guten Bekannten in Gießen: Bei Sommerlad wanderten fast 25 000 Euro in den Spendentopf, bei der Volksbank in der Plockstraße weitere 10 000 und bei Claus Rüdiger Menges 5000.

*

Alle Spendenübergaben mit Namen und Fotos gibt es am Samstag in der GAZ.

 
Fotostrecke: Tour der Hoffnung - die grüne Kolonne radelt durch Gießen



Am Rande notiert

Es gab Zeiten, da bot Mario Gatti den Tour-Verantwortlichen Wetten an, dass er und sein Team vom Eiscafé Milano in Lollar es schaffen, über 200 Radler binnen Minuten auf der Hauptstraße mit Eis zu versorgen. Die Tour-Chefs wetteten dagegen – und verloren. Mittlerweile sind Wetten überflüssig. Die zügige Versorgung mit Straßeneis läuft derart reibungslos und schnell, dass es der daraus resultierende Stau noch nie in eine Verkehrsmeldung geschafft hat.


Boxer gegen Wetterfrosch

Das Rennen um den gefragtesten Promi bei der Tour der Hoffnung ist nach wie vor nicht entschieden. Seit Jahren wetteifern Gentleman-Boxer Henry Maske und HR-Wetterfrosch Thomas Ranft um den Titel, der seit dem Abgang von Costa Cordalis im Grunde vakant ist. Bei den Selfies und Fotos lag Maske (Foto) vorne, bei den Fragen, wie das Wetter am nächsten Wochenende wird, naturgemäß der Fernseh-Meteorologe.

Polizei sicherte ab

Ohne die Polizei wäre die Durchführung einer Veranstaltung wie die Tour der Hoffnung nicht möglich. Die Männer und Frauen auf den Motorrädern und in den Autos lotsten die weit über 200 Teilnehmer sicher über die Straßen in Stadt und Landkreis, während die Bundespolizei qua Zuständigkeit die Bahnübergänge im Blick hatte, wenn sich das Feld näherte. Am früheren US-Depot war sogar eine berittene und charmante Streife zur Stelle.

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