Festkonzert zum 225-Jährigen

15. November 2017, 22:11 Uhr
Die Vorstandsmitglieder Annette Michelmann, Susanne Reitz, Anneliese Kalcher und Wilfried Herrlich (v. l.) betrachten mit Chorleiter Jan Hoffmann (M. ) einige der Exponate aus der 225-jährigen Geschichte des Gießener Konzertvereins. (Foto: Schepp)

Gießen (gl). 1792 war ein denkwürdiges Jahr. In Frankreich begann die Revolution, George Washington wurde als amerikanischer Präsident wiedergewählt und Gioacchino Rossini kam auf die Welt. Kaum vorstellbar, dass zeitgleich in Gießen der Vorläufer des heutigen Gießener Konzertvereins gegründet wurde. Er ist damit einer der ältesten Musikvereine Deutschlands, nur die Berliner Singakademie ist älter und feiert sein 225-jähriges Jubiläum mit einem Festkonzert am Sonntag, 19. November, um 19.30 Uhr im Stadttheater. Einen Vorgeschmack auf das Programm – das »Deutsche Requiem« von Johannes Brahms – gab es am Dienstag schon einmal im Sinfoniekonzert des Stadttheaters (siehe Bericht oben).

1792 tat sich im Restaurant »Zum Löwen« eine kleine Gruppe von Musikliebhabern um den Gießener Medizinprofessor und Geheimrat Georg Thom zusammen, um Konzerte zu veranstalten. Das Liebhaberorchester, das schon kurz danach mit einem ersten Konzert auf reges Interesse stieß, wurde schon bald mit Chorsängern erweitert. 1859 erfolgte die Umbenennung in Gießener Konzertverein, der sich seitdem, selbst in nationalsozialistische Zeit, nie aufgelöst hat. Seit der Gründung des Stadttheaters 1907 arbeiten beide Institutionen eng zusammen. Und so stellten auch folgerichtig Intendantin Cathérine Miville, Chordirektor Jan Hoffmann und vom Konzertvereinsvorstand Vorsitzende Annette Michelmann, ihr Stellvertreter Wilfried Herrlich, Kassiererin Anneliese Kalcher und Schriftführerin Susanne Reitz das Programm im Jubiläumsjahr vor.

2018 folgt »Carmina Burana«

Über die Geschichte des Konzertvereins (die wir bereits ausführlich vorgestellt haben und die 2009 in einer studentischen Masterarbeit umfangreich aufbereitet worden war), informiert eine Festschrift. Diese wird nicht nur beim Konzert am Sonntag verteilt, sondern kann auch direkt bei der Vorsitzenden Michelmann (Tel. 06 41/9 31 16 42 oder per E-Mail an annette-michelmann@giessener-konzertverein.de) bezogen werden.

In den nächsten Wochen sind darüber hinaus in der Vitrine des Stadttheaterfoyers sowie auf der Empore im zweiten Rang historische Ausstellungsstücke wie Konzertprogramme, die Gründungsurkunde oder Eintrittskarten sowie alte Fotos aus der Vereinsgeschichte zu sehen. Und zum Jubiläum hat sich der Verein auch erstmals ein eigenes Logo »gegönnt«.

Der Chordirektor des Stadttheaters ist traditionell auch Dirigent des Gießener Konzertvereins. Jan Hoffmann übernimmt diese Aufgabe schon seit fast 20 Jahren. Pro Spielzeit erarbeitet er mit den aktuell fast 120 Sängern – die Zusammenarbeit mit der Wetzlarer Singakademie macht es möglich – zwei große Chorwerke pro Spielzeit, wobei bevorzugt das zur Aufführung kommt, was an sakralen Aufführungsorten kaum auf dem Programm steht. »Rund 40 Oratorien in den letzten fast 20 Jahren haben wir gemeinsam erarbeitet«, schätzt Hoffmann. Er legt dabei Wert darauf, auch immer unbekanntere Werke, wie in diesem Jahr schon das Oratorium »Luther in Worms« von Ludwig Meinardus, zur Aufführung zu bringen. Dabei ist die aktuelle Spielzeit etwas Besonderes, denn neben dem Luther-Oratorium stehen gleich zwei weitere höchst populäre Werke an: Brahms »Deutsches Requiem« und im Sommer nächsten Jahres die »Carmina Burana«, mit der der Konzertverein am 25. Mai 2018 auch wieder in der Wetzlarer Rittal-Arena auftreten wird. Rund 1500 Besucher können dieses Konzert erleben, als Solisten stehen schon Bariton Grga Pero und Tenor Clemens Kirschbaumer schon fest. Es spielt das Philharmonische Orchester des Stadttheaters und die Sängerinnen und Sänger des Stadttheaterchores sind natürlich auch wieder mit dabei.

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