Entlastung für Kinderklinik

08. November 2017, 19:43 Uhr
Wenn Kinder am Wochenende krank werden, sind sie in der speziellen Notfallzentrale gut aufgehoben. (Symbolfoto: dpa )

Ein Jahr nach dem Umzug des kinderärztlichen Notdienstes in Räume des Uniklinikums ziehen alle Beteiligten eine zufriedene Bilanz. An jedem Wochenende würden im Schnitt zwischen 150 und 200 kleinen Patienten behandelt, erklärte Petra Bendrich, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, auf GAZ-Anfrage. Entlastet wird damit die Kinderklinik. In der Notfallambulanz dort seien die Fallzahlen um etwa ein Fünftel gesunken, erläutert Frank Steibli vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).

Hessen »vorbildlich«

Hessen sei »bundesweit vorbildlich«, berichtet die KV stolz. In keinem anderen Bundesland ist es bisher gelungen, einen flächendeckenden kinderärztlichen Bereitschaftsdienst einzurichten. Er sei eine freiwillige Ergänzung zu den insgesamt 58 Zentralen des allgemeinen Bereitschaftdienstes. An elf Standorten sorgen Pädiater seit Herbst 2016 für die Versorgung Minderjähriger außerhalb der Praxisöffnungszeiten. Die nächsten Anlaufstellen rund um Gießen sind Marburg, Frankfurt, Fulda und Gelnhausen.

In Gießen gibt es ein solches Angebot schon lange. Mit der Umstrukturierung vor zwei Jahren hat sich zweierlei verändert: Erstens das Einzugsgebiet – die Kreise Wetterau und Lahn-Dill kamen hinzu. Beschwerden über möglicherweise lange Anfahrtswege seien der KV nicht bekannt, erklärt Bendrich. Zweitens der Standort. Zuletzt war die Zentrale in Räumen des Evangelischen Krankenhauses untergebracht. Nun kehrte sie zurück ins Klinikum, wo sie sich zwischen 2003 und 2012 schon einmal befunden hatte.

Eine Folge: Eltern können leichter an die passende Anlaufstelle innerhalb des Gebäudes verwiesen werden. Wer mit einer weniger dringlichen Erkrankung direkt zur Klinik geht, hat es nicht weit zum Notfalldienst. Für schwerer erkrankte Kinder, die dort vorgestellt werden, ist der Weg zur Aufnahme ins Krankenhaus nicht weit. »Wir im UKGM können uns auf lebensbedrohliche Notfälle und jene Fälle konzentrieren, die stationär versorgt werden müssen«, freut sich Steibli.

Wartezeiten seien nicht zu vermeiden. »Die Wartezimmer sind voll, teils sehr voll«, sagt der stellvertretende KV-Landesvorsitzende Eckhardt Starke der Deutschen Presse-Agentur. Die Mehrheit der Kinder- und Jugendärzte im Land habe den neuen Dienst gut aufgenommen. Mancherorts werden zu kurze Öffnungszeiten und zu wenige Standorte kritisiert. In Gießen laufe die Zusammenarbeit mit dem Klinikum »geräuschlos«, so Bendrich, »das ist ja immer ein gutes Zeichen. Wir haben klare Strukturen und kurze Wege, alles zum Vorteil der kleinen Patienten und der Eltern.« Die Patienten fühlten sich sehr gut aufgehoben. »Die modernen Praxisräume am UKGM sowie die personelle Besetzung tragen hierzu bei.« Steibli bekräftigt: Beide Seiten stünden »in gutem und engem Kontakt«.

Streit beigelegt

Das war nicht immer so. Dass der Bereitschaftsdienst 2012 aus der Kinderklinik auszog, lag an Differenzen zwischen den niedergelassenen Kinderärzten und dem Uniklinikum. Beide hatten sich den Zeitaufwand geteilt, dann stiegen die Hausherren weitgehend aus. Der Streit ist längst beigelegt. Heute besetzen die rund 55 niedergelassenen Kinderärzte aus den drei Landkreisen die Zentrale. Sie sind zuständig für gut 130 000 minderjährige Einwohner in der Region.

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